Ökosoziales Forum

Das Ökosoziale Forum Europa unterstützt als einer der Initiatoren das Projekt des Global Marshall Planes. Die Global Marshall Plan Initiative setzt sich ein für ein verbessertes und verbindliches globales Rahmenwerk für die Weltwirtschaft, das die Wirtschaft mit Umwelt, Gesellschaft und Kultur in Einklang bringt.

Ökosoziales Forum Österreich

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Drei Jahre nach dem Bookmark: Das ökosoziale Forum Deutschland fängt an zu twittern, und ich entdecke ein paar Netzwerkbekanntschaften wieder, die zwischenzeitlich mit dem ÖSF verbunden sind.
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Zitat:

Unser Ziel ist eine Welt in Balance, in der alle Menschen ein Leben in Würde führen können. Eine solche Welt gewährleistet die Entfaltung individueller Fähigkeiten in einer solidarischen Gemeinschaft, welche die Natur als Lebensgrundlage achtet und schützt. Diesem Ziel wollen wir durch konkretes Handeln auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens näher kommen.

Zu gut gemeint

Was soll das eigentlich heißen, zu gut gemeint? – Gut ist gut sollte man meinen, und viel davon erst recht. Warum ist gut überhaupt gut? Woran soll man es bewerten? – Am Sinneseindruck, der über Jahrmillionen trainiert auf das positiv ansprach, was wohltuend in der Wirkung war. Ein Geschmackserlebnis, auf das wir heiß sind ist deswegen ersehnt, weil davon Inhaltsstoffe zu erwarten waren, die uns gut tun. Uns aber kam es nur noch auf den Geschmack an.

Wir wollen gern süß, also extrahieren wir Zucker und den Rest schmeißen wir weg. Dummerweise wird das Gute nicht davon besser, wenn es (zu) viel ist. Die Defizite die durch Einseitigkeit entstehen, bringen unser Empfinden durcheinander. Erfüllung findet nicht statt, denn das fokussierte Sinneserlebnis ist davon nur ein Teil. Der Rest bleibt aus, und nicht selten gesellen sich dazu noch ein paar abträgliche Nebenwirkungen. In Wahrheit bekommen wir auf diese Weise nicht mehr. Wir verbrauchen nur immer mehr, um das Wohlbefindensniveau zu halten. Ressourcen spart, was alle Wohlbefindensaspekte erfüllt an denen unsere Sinne ausgebildet sind, und nach denen unsere Sensorik ja auf der Suche ist.

Es geht hier nicht einfach nur um eine Wirtschaftskrise. Die Diskussionen und Spekulationen darum gehen für mein Verständnis zu wenig in die Tiefe. Mir fiel in den letzten Jahren immer mehr auf, das nicht nachhaltig ist, und ich fühlte mich fast erschlagen von den Dimensionen. Doch da war ich ja erst bei den Symptomen. Kleine Ursachen können große Wirkung haben. Je grundlegender ein Wert angelegt ist, umso weitreichender ist sein Einfluss auf alles was auf ihm aufsetzt. Meiner Ansicht nach lässt sich die Symptomekumulation auf überschaubar wenige Ursachen eingrenzen, die mit überschaubar einfachen Lösungen behebbar wären.

Wofür all das Wissen über das Leben, das Universum, unser Gehirn und alles, wenn wir es dann doch nicht verstehen und umsetzen? Es ist eben nicht mehr selbstverständlich(!), dass Menschen das Richtige tun – und für wen (alles) sie es überhaupt wollen.

Soziologie

Neulich nachts landete ein Igel glücklich nach seiner Straßenüberquerung auf dem sicheren Gehsteig, tappte Richtung Wiese und legte einen Zahn zu, als er mich kichern hörte. Igel sind wirklich putzige Gesellen, aber so stachelig, dass das vielleicht auch der Grund dafür ist, dass man sie zuerst von unzähligen Flöhen und Zecken befreien muss, bevor die unterernährten Exemplare bei einem in Winterurlaub dürfen. Sich gegenseitig von Parasiten zu befreien kommt für Igel offenbar nicht in Frage. Das könnte eine blutige Nase geben.
Menschen haben auch ihre Spitzen. Sie entstehen nach der Geburt in ihren Köpfen.

Freudlosigkeit > Verarbeitung = ???

Eigentlich bin ich allem gegenüber misstrauisch, das nur Arbeit ist und einen Menschen nicht erfüllt. Gefühle sind ein Indikator für “Richtigkeit”, komplexe Entscheidungen daher bei der Intuition besser aufgehoben. Gefühle wissen mehr um die Gesamtzusammenhänge, als ein Verstand erfassen kann, und sind die natürliche Sprache des menschlichen Gehirns. Vernunft hat für mich daher auch nichts damit zu tun, “Pflichten” zu absolvieren nur noch aus dem Grund, weil sie sachzwingend sind, sondern damit, Gefühle und Ratio in Einklang gebracht zu haben. Was herauskam, nachdem persönliche Befindlichkeiten zunehmend aus Entscheidungen verdrängt wurden, sehen wir ja. Umwelt kaputt, Massenschlachtungen, Brutalitäten an die wir uns gewöhnt haben, Klima gefährdet, Ungerechtigkeiten, Kluften… You only get out (values) what you input!

Wohlstand beschreibt einen Status des Wohls, Wohlbefinden also. Wohlbefinden ist ein Gefühl das Insuffizienz keinen Raum lässt. Eine Lebenseinstellung die danach strebt, von etwas immer mehr zu bekommen, egal wie viel schon da ist – es ist eben alles relativ – ist niemals frei von gefühlten Defiziten. So ist auch Wohlstand auf materiellem Weg nie erreichbar, egal wie reich einer schon ist.

Glück ist der wahre Erfolg. Alles andere ist nur Symbolik, nicht der eigentliche Wert um den es geht. Darauf sind wir in der Geschichte leider immer wieder reingefallen. Das, was für einen Wert steht ist NICHT der Wert, sondern nur eine Variable, die für den Wert steht, der gelebt werden will.

Warum ich das Verbot von Killerspielen für falsch halte

Die Politiker die sich entschlossen, Killerspiele zu verbieten, setzen nicht im Mindesten Fantasie ein mit der sie erkennen könnten, dass die Virtualisierung von Lebenserfahrungen die man in der modernen Gesellschaft nicht praktisch erwerben kann, nicht erst jetzt begonnen hat. Durch Interaktivität haben wir nur erreicht, dass es uns realer erscheint. Die Moral von der Geschichte ist ja gerade, Aggressionen und Gewalt nicht real ausleben zu müssen. Diese Kompensation funktioniert zudem umso besser, je realistischer die Darstellung ist. Wenn jemand eine solche Erfahrung in der Realität umsetzt sagt das allenfalls aus, dass ihm das Erlebnis noch nicht realistisch genug war.

Der Grund, den Amokläufer für ihre Taten vorgeben ist irrelevant. Erstens ist er konstruiert, und zweitens liegt er auf der Hand. Sie wollen Bedeutung haben.

Kein Zweck heiligt die Mittel

Eindringlicher Brief von Dr. Bernhard Rambeck – Leiter der Biochemischen Abteilung des Epilepsiezentrums in Bielefeld an Prof. Wolf Singer, Leiter des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt/Main über Unnötigkeit und Grausamkeit von Tierversuchen.

Feedback auf eine E-Mail

Danke für das offene Feedback, erwischte mich überraschend.
Hält man Mitgefühl und soziales Gewissen aus Entscheidungen heraus, was bleibt dann nur noch?
Der Verstand ist ein Werkzeug und folgt der Stimme dessen, was ihn antreibt, wie Gefühle auch.
Erst vor kurzem bestätigte die Gehirnforschung unsere Annahme, dass die Soziologie des Menschen auf dem Triebsystem aufsetzen muss.
Diese Erkenntnis ist von enormer Bedeutung. Allerdings habe ich nicht mehr den Eindruck, dass es Forschung und Wissenschaft noch darum geht, Bedeutendes zu entdecken, sondern sie sich zunehmend nötigen lassen (müssen), Verwertbares in Geld hervorzubringen. Es ist so selbstverständlich (zwingend) geworden, dass sich alles “rechnen” muss, am besten schon, bevor mensch sich darin investiert. Ich weigerte mich, dabei mitzumachen, bin aber zuversichtlich, dass ich auf dem richtigen (Denk)Weg bin meine Interessensbereiche zusammenzuführen und eines Tages davon angemessen leben kann.

Die spontane Wortschöpfung trifft es gut.
Selbstbeschreibung – meinst Du damit die Twitter-Bio? Ich stehe seit jeher auf Wissenschaft und Technik. Computer und Star Trek sind die Hauptmerkmale, die Menschen die mich früher kannten über mich in Erinnerung behielten. Technik ist jedoch Mittel-, kein Selbstzweck, Kommunikationstechnologien die Schnittstelle zwischen Menschen, die sich sonst nicht träfen und Synergien hervorbringen, die wir sonst nicht hätten. Ich beobachte fasziniert die Phase des schnellen Lehrens und Lernens, die da grade stattfindet. Und demnächst das Ganze in Echtzeit (Google Wave). Die Gesellschaft 1.0 ahnt nicht annähernd, wie schnell dadurch ein Umbruch passieren kann (3-4 Jahre Kristallisationsprozess noch – schätze ich). Die OG-Struktur bildet sich selbst heraus, respektive liefert das Netz die Steilvorlage dafür, wie die Verteilung von Gütern und Belohnung für alle funktionieren könnte. Es wird schwerlich vernünftige Argumente geben, die dagegen sprechen, es dann auch so zu machen. Die Computernetzwerke selbst sind auf dem Weg ihre Effizienz zu steigern, und unsere Gehirne hängen da voll mit drin. Spannende und faszinierende Zeit, in der wir grade leben. Ich wollte mal Science fiction Romanschreiberin werden, und plötzlich können wir die Zukunft selber schreiben. Da musste ich doch das Fach wechseln…

Gefühlstreue in der modernen Technik? – Für mich GRADE. Tauschen, teilen, begegnen, engagieren, unterstützen, lernen.
Treue muss nicht gelebte Dauer sein. Ich sehe sie auch in der punktuellen Intensität einmaliger Begegnungen, die in Form geistiger Befruchtung unauslöschbare Spuren hinterlassen. Unser Gehirn ist Territorium das umso schneller wächst, je mehr Menschen wir darin aufnehmen. Je reichhaltiger wir sind, umso reichhaltiger sehen wir die Welt. Dahinter verbirgt sich nahezu unbegrenztes Wachstumspotential – die Emanzipation mit dem steigenden Volumen unseres Vorstellungsvermögens. Ignoranz und Pragmatismus machen uns hingegen (durch Armut an Mitgefühl und Fantasie) nicht einmal aus Schaden klüger, der (immer wieder) entsteht, wenn wir uns auf den Weg machen, Werte zu dezimieren. Damit gehen essentielle Schnittstellen zueinander und der Lebensumgebung verloren.

Fertig ist etwas, das sich in Entwicklung befindet nie. Fertig machen wir uns allenfalls selber, und sei es, weil der Wissensstand heute davon ausgeht, wir könnten nicht anders, wegen unserer biologischen Beschaffenheit, die wir noch nicht annähernd vollständig verstanden haben. Wäre schade, an vorschnellen Schlüssen zugrunde zu gehen. Ich sehe so viel mehr, das drin sein könnte. Liebendig bringt es auf den Punkt.
Jede neue Form mit der es gelang, Menschen in Kommunikation und einander (wieder) näher zu bringen hat die Welt verändert. Das geschieht auch diesmal, von Grund auf, weil die Verbindung von Menschen über die Technik genau diesen Weg erfordert. Mein Partner und ich sind ihn schon ein bisschen vorausgegangen, als wir an einem Datenmodell für maschinelle Kognition tüftelten. Das war dann gewissermaßen mein Lehrer, allerdings ist er noch längst nicht fertig mit mir…

Liebe Grüße
Gabriele

Wordle: Witscore

Wordle: Witscore
Interessant, wie sich die unbewussten Relevanzen von denen unterschieden können, die wir dafür halten.

Mehr Effizienz für Nachhaltigkeit

Neun Jahre Kognitionsforschung (zur maschinellen Anwendung) liegen hinter uns. Jedwede Unterstützung wurde uns verwehrt mit dem Argument “Ich sehe kein Produkt”. Das hielt uns nicht davon ab weiterzumachen und wir gingen durch harte Zeiten. Anfangs wusste ich nicht mal, warum ich so beharrlich war und nicht vom Thema lassen konnte. Mittlerweile würde ich nichts anderes mehr tun wollen und bin froh, keine Bedingungen eingegangen zu sein, die für mich heute inakzeptabel wären.

Die Reaktionen auf das Projekt nahm ich außerdem zum Anlass, Untersuchungen darüber anzustellen, welchen Einfluss Geld auf des Menschen Denken und Fühlen hat, welche Konsequenzen damit verbunden waren, noch sein werden, und welcher universelle Algorithmus hinter dem Gesamten steht (technisch nachvollzieh- bzw. abbildbar).

Wenn wir unserem “Erfolg” im Wege stehen, gibt es dafür immer einen schwerwiegenden Grund. Das heißt aber nur, dass der Weg eben ein anderer ist. Mit jedem neu entdeckten Zusammenhang wurde es wichtiger für mich, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Die Ausschlusskriterienliste mit der ich Aufträge filtern muss ist lang, doch kann sich niemand den Realitäten entziehen, die da auch beinhalten, dass Ignoranz Lösungen hinauszögert und die Probleme dadurch nur verschlimmert.

Es geht hier nicht einfach nur um meinen persönlichen Erfolg, es geht darum Voraussetzungen zu schaffen, unter denen Erfolg (Nachhaltigkeit) überhaupt erst wieder möglich ist. Im Moment muss man den Mut haben, das losgelöst von dem zu betrachten und zu fördern, was man selbst in Geld davon hat, weil das Geldsystem an der Realität vorbei bewertet. Wir hätten weder Umwelt- noch Klimasorgen, Armut, Ausbeutung und Leid, wäre es anders.

Nebenprodukt: Triebprofilmarketing mit Tiefgang ausschließlich für sozial- und umweltverträgliche Produkte, Projekte und Ideen mit dem Ziel nachhaltige Entwicklung, was bedingt, dass der Nutzen im Vordergrund steht, Herausarbeitung der informellen Aspekte in emotionalen Erstreaktionen.

Durch die Gehirne vieler sehen

Web 2.0 gab den Menschen etwas Verlorenes wieder, nämlich die Bereitschaft einzuräumen, dass “man es nicht erklären kann”, sondern “erleben” muss. Der Microbloggingdienst Twitter ist konzentrierte Verkörperung davon. Die Antwort auf “was bringt Dir Twitter eigentlich?” würde jeder anders formulieren. Wer den Nutzen von Twitter für sich ermitteln will, kann sich dabei nicht auf Urteile Dritter verlassen, nur auf sein eigenes. Denn er betritt einen Raum, der ungewohnt für uns geworden ist. Den einer ihren eigenen Impulsen folgenden Individualität, die unweigerlich, bereichert von den Beiträgen ihrer Followings, zu einer Erweiterung der eigenen Sichtweise führt. Weil es so schnell geht, ist die Selektion weniger kritisch. Kurzentschlossener als sonst gibt man sich den Klick auf Nachrichtenmeldungen oder anderer Menschen Blogs mit deren Themen und Sichtweisen, lässt seine Augen darüberschweifen und nimmt, selbst wenn man nicht darin liest, ein paar neue Eindrücke mit.

Angeblich wäre Twitter zu schnell, um überhaupt Zeit dafür zu haben, die Vielzahl an ständig neuen Eindrücken emotional zu verarbeiten. Doch was hierbei nicht in die Tiefe gehen kann, wird durch die Vielzahl an Impulsen ausgeglichen. Die Relevanzen werden durch die Häufigkeit des Auftretens eines Eindrucks geprägt statt durch seine Intensität. Durch die breite Streuung schwindet das Risiko eines massiven Fehlurteils am Einzelfall. Das Ergebnis muss keineswegs oberflächlich sein, zumal wenn die Bandbreite hoch ist. Auf diese Weise erhöht sich die Anzahl beteiligter Werte, und viele davon sind von anderen beeinflusst, die sich jedoch die Relevanz teilen müssen, was insgesamt zu mehr Ausgewogenheit führt. Das ist ein bisschen, wie wenn die Gehirne sich zusammenschalten, und allen Beteiligten eine gemeinsame größere Bandbreite zur Verfügung steht.

Das Internet als Verbindungs- und quellenreiches Differenzierungswerkzeug ist zum Wegbereiter einer neuen Haltung avanciert. Neue Lebensmodelle werden vorstellbar, und somit greifbar. Social Aggregation aggregiert menschliche Werte, entfaltet dadurch eine größere Intelligenz. Es ist ein ungeheurer Entwicklungsschritt, der da gerade stattfindet und wird meines Erachtens darauf hinauslaufen, Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden. Die Semantik erfüllt das zum Teil schon.