Mrz
01

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, entdeckt habe ich ihn allerdings erst heute, und es geht darin um die Intelligenz der Gefühle.

“Mein Gefühl sagt „ja“, will sie unbedingt wiedersehen, aber mein Denkvermögen sagt mir voraus, dass diese Bekanntschaft kaum Aussicht auf längeren Erfolg hat, mir wohl eher nur Enttäuschung bereitet.”
Womit wir dann ja wohl wieder vor einem emotionalen Dilemma stehen, nicht wahr…?

Es ist immer die Bewertung der Fakten Ausschlag gebend, nicht die Fakten an sich. Die Ratio ist nichts anderes als ein Überbau der es uns gestattet, in eine vorstellbare Zukunft zu blicken. Selbst wenn die Überlegung nicht auf die Zukunft gerichtet ist, sondern beispielsweise auf die Analyse dessen was in der Vergangenheit beobachtet wurde, geht es für sie darum, einen für die Zukunft anwendbaren Nutzen zu ermitteln. Ohne dem wäre die Analyse der Vergangenheit irrelevant. Die Emotionen haben das nur bedingt drauf, da sie an die Situation / den aktuellen Eindruck gebunden sind – auch dem den die Vorstellung in uns erzeugt.

Werte sind das, was das Belohnungssystem stimuliert und wir in unseren Entscheidungen gewichten. Kein Mensch war je dazu in der Lage, eine rein rationale Entscheidung zu treffen. Auf welcher Basis denn bitte?

Das Gehirn ist daraufhin konzipiert, angemessen auf Umgebungseinflüsse zu reagieren, und die Basis dafür sind Schätzwerte, die Verarbeitungslogik dahinter Intuition, basierend auf Mustererkennung und -vervollständigung, gebildet aus allen Werteinschätzungen die dem Gehirn vorliegen (weil dies wiederum nicht die volle Bandbreite des Erlangbaren abdecken können, kann sich auch die Intuition irren, wird es aber bei komplexen Entscheidungen seltener tun wie der Verstand). Fakten zu „schaffen“ ist eine viel zu späte Errungenschaft, als dass daraus in der Evolution eine tragfähige, geschweige denn langfristige Methodik hätte hervorgehen können. Ob sie überhaupt funktioniert, muss sich noch erweisen.

Wir wollen was wir sehen, riechen, hören, schmecken, spüren. Die Vision solcher Eindrücke steuert unser Denken und Handeln. Fakt ist, dass Menschen sich auch dann noch um Fakten streiten (z.B. Klimawandelbefürworter und -Skeptiker), wenn diese angeblich erwiesen sind. Der Einzelne verfügt zudem kaum über die Kompetenz angebliche Tatsachen zweifelsfrei nachzuprüfen. Und so wendet sich der eine diesem Lager zu, der andere der Gegenseite – welche „Fakten“ wir also als solche akzeptieren, hängt schlicht davon ab, wie weit sie unserem Empfinden entgegenkommen. Fakten können aber gar nicht gegeneinander stehen, sie existieren nebeneinander. Worum Menschen sich streiten oder woran sie sich orientieren ist also letztlich was anderes als die Wahrheit.

Gefühlte Erfahrungen werden in unseren Entscheidungen ganz anders gewichtet (da sie Einfluss auf die Stimulation des Belohnungssystems haben). Wir mögen gegen “besseres” Wissen handeln – so weit ist es schon wahr, doch wenn wir dieses Wissen auch fühlen, passiert das nicht mehr. Botenstoffmathematik – sie funktioniert ein wenig anders als wir “rechnen” gewohnt sind, und ist nicht verbalisierbar, weil unsere Entscheidungsebene nun mal nicht die Verstandesebene ist. Sie ist die letzte Instanz, die überhaupt davon erfährt. Ich sehe in unserer Funktionalität ungeheure Potentiale. Alles was wir uns je vorstellen konnten, ist drin, und noch mehr darüber hinaus. Die Frage ist gar nicht ob, sondern wie!

Du kannst darauf bauen, dass jedes Gehirn immer und ausschließlich in die Richtung denkt und entscheidet, in der es die größte Aussicht auf Wohlbefindenssteigerung vermutet (ja, auch lästige Pflichterfüllung und sogar Opferbereitschaft werden dabei „herausgerechnet“), unter Anderem spielen hier auch aktuelle Umgebungseinflüsse und Befindlichkeiten mit hinein, und natürlich ist der kognitive Rahmen stets ausbaufähig. Nur um Wohlbefindenssteigerung geht es – und ja, Wahrheitsliebe kann beim einen oder anderen durchaus dazu beitragen, das war dann (s)eine Entscheidung.

Gibt die Vorstellung nichts mehr her das die Aussichten verbessert, geht dem Gehirn der Antrieb verloren – das nennen wir dann Depression. Eigentlich eine intelligente Reaktion, zumal sie heute häufig auftritt. Verhalten wir uns falsch, entzieht uns das Gehirn dafür Glück. Dem kann man nun entsprechen (echt) oder aber es kompensieren (schein). Unsere Probleme resultieren m.E. daraus, dass wir mit heutigen technischen Errungenschaften sehr effektiv kompensieren können. Doch Kompensation behandelt nur Symptome, die Ursachen innerer Unzufriedenheit beseitigt sie nicht, und trägt daher auch nicht zur nachhaltigen Wohlbefindenssteigerung bei.

Glück ist eben nicht käuflich.

Feb
13

Im Sommer 2010 kommt ein Film in die amerikanischen Kinos, der den Ursachen für den Anstieg der Zivilisationskrankheiten in den USA auf den Grund geht.

Kurzbeschreibung (grob übersetzt)
Was ist mit uns passiert? Trotz der fortschrittlichsten medizinischen Technologien in der Welt, wir sind kränker als jemals zuvor bei nahezu jedem Messwert. Zwei von drei sind übergewichtig. Die Fälle von Diabetes steigen sprunghaft an, besonders unter der jüngeren Bevölkerung. Ungefähr die Hälfte der Amerikaner nimmt mindestens ein verschriebenes Medikament. Herzkrankheiten, Krebs und Gehirnschlag sind die drei häufigsten Todesursachen obwohl jedes Jahr Milliarden von Dollars ausgegeben werden, um dagegen anzukämpfen. Millionen leiden an den Folgen anderer degenerativer Erkrankungen.

Könnte es sein, dass es eine Lösung für all diese Probleme gibt? Eine Lösung, so umfassend, aber so watscheneinfach, dass es zu verblüffend ist, und die meisten von uns sie daher nicht ernst nahmen?

Der Film „Forks over Knives“ untersucht und erklärt, dass wir die meisten, wenn nicht gar alle der so genannten Wohlstandskrankheiten die uns zusetzen kontrollieren oder ihre Schäden sogar zurückbilden können, wenn wir die auf tierischen und verarbeiteten Produkten basierende durch eine vollwertige pflanzliche Ernährung ersetzen.

Feb
12

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… Dasselbe machen sie grade mit uns. Wir müssten aus dem Kessel rausspringen, bevor der Deckel zugeht. Der Topf steht symbolisch für alle falschen Paradigmen, deren Wände in den Hirnen so hoch geworden sind, dass man nicht mehr darüber hinaussehen kann. Und schon ist der Raum in den die Neuronen hineinfeuern, zum winzigen Labyrinthchen geschrumpft, das Vorstellungsvermögen darauf beschränkt. Das nennen sie dann “Realismus”. Realistisch ist, wenn (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Davon sind wir ganz weit weg. Das, woran sich seine Elemente orientieren gibt dem System die Form. Eine falsche Orientierung führt zu falschen Schlüssen und Maßnahmen (Maßnahmen sind keine Lösungen!), das System verformt sich weiter ins Destruktive. Fehler erkennt man spätestens an ihren Auswirkungen. Doch die halten wir dann ja auch für “normal”…

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

Der Überfluss den wir permanent sehen, besteht so nicht. Er wird dem Planeten unter hohen Verlusten abgetrotzt und anderen Menschen dafür Lebenswichtiges vorenthalten. Das Hauptproblem das ich mit unserer Lebensweise habe ist, dass sie nicht einmal mehr für uns ausreicht, geschweige denn für alle Menschen. Wir müssten uns dafür entscheiden, schon jetzt so zu leben, dass diese Differenz nicht mehr besteht und weder die Ausbeutung von humanen noch nichthumanen Tieren weiter zu unterstützen. Instrumentalisierung in jeder Form ist das Grundübel, da ihre “Optimierung” zwingend in die Ausbeutung führt. Sämtliche daraufhin gebundenen Potentiale sind für die weiteren Entwicklungen verloren. Wenn es erst die Umstände sein werden, die uns dazu bringen unsere Lebensweise zu ändern, wird das Zerstörungswerk bereits bis zu seinem Ende durchgelaufen sein. Die zerstörerische Verschwendung hat nebenbei einen brutalen psychologischen Effekt: Neid auf die Schwächeren! Irgendwie wissen wir, dass wir den Ärmeren gar nicht helfen können ohne dabei selbst zu „verlieren“, und das bedeutet, wir wollen es nicht wirklich.

Unsere (evolutionäre) Beschaffenheit halte ich als Ausrede hingegen für ungeeignet, denn ist die erst einmal verstanden, sehen wir auch die Flexibilität und das nahezu unbegrenzte Entwicklungspotential darin. Intelligenz = die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapaziäten. Sich Marken ins Gehirn brennen zu lassen (branding > Brandmarkung) ist davon das Gegenteil. Konsum ist per se etwas Uneigenständiges (Nachhaltigkeit ging mit dem Verlust der Subsistenz verloren > Abhängigkeiten entstanden, die Entscheidungsgewalt konzentrierte sich auf wenige Menschen, die weniger Werte umfassten und berücksichtigten als eine ganze Gemeinschaft es konnte). Umso wichtiger ist es, dass er sehr kritisch vollzogen wird.

Nehmen und Geben gleichen sich in der Natur aus. Der Mensch nimmt sich heraus, vom Geben will er nichts wissen, denn es geht um Profit, das ist die Differenz zwischen Wirkungsrahmen und wahrgenommener Verantwortung. Profit entsteht durch Raub an der Natur, ihren Lebewesen, auch Menschen. Das, was wir unter Wirtschaft verstehen hat mit Wirtschaftlichkeit überhaupt nichts zu tun. Wir müssen (wieder) lernen, in echten Werten zu denken, bevor wir sie alle verunwirtschaftet haben.

Was wir global abbilden ist ein großes Gehirn mit extrem ausgedünnter emotionaler und sozialer Vernetzung (da Mitgefühl und soziales Gewissen bei wirtschaftlichen Entscheidungen außen vor gelassen werden, ist es ein soziopathisches Gehirn, also eigentlich krank). You only get out (values) what you input… Es ist keineswegs überlegen, geschweige denn intelligent, sich von den Gemeinheiten, die Anderen zugefügt werden, nicht berühren zu lassen. Ehe man sich versieht, ist man selbst betroffen (oder Täter). Werte die aus dem (Mit)Gefühlsbreich kommen sind immer höher entwickelt (und damit intelligenter) als jene aus dem Triebsystem. Zudem ist ihr Erfüllungsniveau höher, unseren Sehnsüchten verlangt es daher danach. Der Verstand ist nur das Werkzeug, mit dem unseren Werten entsprochen wird. Vielwertigkeit ist der Schlüssel um – was der Verstand alleine nicht schafft – Komplexität zu erfassen. Daher macht Egozentrik (arm an Werten) Menschen zwar hoch effektiv, aber dümmer, die kurzfristigen Erfolge bedeutungslos da nicht von Dauer.

Der gesündeste und nachhaltigste Egoismus ist die Kooperation (mit allem was einen umgibt), da sie der einzige Weg zur Unerschöpflichkeit und damit Nachhaltigkeit ist. Nachhaltigkeit wiederum betrifft alle(s). Man kann sie nur ganz leben oder gar nicht. Der bevorstehende Gesinnungswandel kann nur ein sehr grundlegender sein – und muss – verarbeitungstechnisch bedingt – auf Werteebene stattfinden – und ops, ja, das ist radikal. Nebenbei die großartigste Erfahrung die ein Menschengehirn machen kann, natürlich verbunden mit vorher nie erlebten Ausschüttungen. Es ist ja längst nicht so, dass unser Gehirn nicht zwischen Sein und Schein differenzieren könnte – schließlich ist es ja um einiges intelligenter als der kleine Rest von Daten die unser Bewusstsein bilden. Doch muss es den Unterschied irgendwann auch erfahren um ihn als erstrebenswert (an) zu (er) kennen, und hier besteht eine gigantische Bildungslücke.

Es zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Technisch sehe ich kein Problem, menschlich auch nicht. Aber menschlich zu werden bedeutet, die Entwicklung nicht mit dem “Ichbewusstsein” einzustellen. Je verfahrener die Situation, umso älter – und leider auch dümmer – die “Notfallprogramme”. Die Wettkampfgesellschaft ist ein künstlich erzeugtes Dauernotfallprogramm das zunehmend extremer wird. Und alles was wir verändern, verändert uns, daher: Stress, Ungerechtigkeit, Angst, Neid, Gier, Psychosen – und Schlachthäuser. Ja, es ist ein Mangel an (Mit)Gefühl, denn in unseren Entscheidungen zählt letztlich nur, was unser Belohnungssystem gewichtet. Objektivität gibt es so gesehen nicht, denn auch Denken besteht aus einer linearen Abfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen.

Daher zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Feb
02

Fasziniert verfolgte ich in den letzten Jahren Gerüchte um den bevorstehenden Weltuntergang 2012, die Prophezeiungen der Mayas, den Übergang in eine neue Ära, und gelangte heute (mal wieder) zu den angeblichen Warnungen der NASA vor Sonnenstürmen, die globale Konsequenzen haben könnten, bis hin zu noch einem Ende-unserer-Zivilisation-Szenario. Richtig? – Falsch? – Oder – - – weder noch? – Da bekomme ich richtig Lust, selbst ein wenig zu spekulieren, und zwar wie folgt:

Wenn unsere Ära zu Ende geht, dann dürfte das m. E. mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Folge unserer eigenen Fehler sein. Davon gibt es weit mehr als genannte äußere Einflüsse ausmachen, noch dazu in diesem winzigen Zeitfenster. Denen wären wir jedoch im Gegensatz zu dem was wir selbst beeinflussen können “hilflos” ausgeliefert. Ja es droht, aber wir wollen gar nichts dagegen tun (können), denn es ist so viel bequemer es einfach auf sich zukommen zu lassen. Vielleicht ist die Hilflosigkeit nur ein stiller Wunsch, denn Eigenverantwortung zu übernehmen wäre bei höherer Gewalt kein konstruktiver Lösungsansatz. Und wenn eh schon der Weltuntergang vor der Tür steht, warum dann noch lange darüber nachdenken, was man tut und welche destruktiven Wirkungsketten man dabei in Gang setzt oder verstärkt? Echt bequem, wenn da eh grade der Menschenkalender ausläuft. Mensch raffe noch was geht, nach mir – siehe 2012.

Was ich auch nicht ausschließen möchte, ist, dass sich in den Gerüchten “fundierte” Ahnungen widerspiegeln. Unser Gehirn sammelt ja nicht nur Wörter und Fakten ein, viel mehr seiner “Daten” sind gesammelte Eindrücke auf emotionaler oder noch älterer Ebene, und die verbale Manifestation teilweise aus Mythen, Spekulationen und dem zusammengesetzt, was andere bereits vor einem fabulierten, und in dem man seine eigenen inneren Bilder wiedererkennt. Wieder(!)Erkennung ist überhaupt das Wesentliche daran, um Wissen für uns über bloßes “Faktenkopieren” hinaus annehmbar zu machen und es so tief geht, dass unser Belohnungssystem damit arbeiten kann. Eine bloße Zurkenntnisnahme prägt noch keine solche Relevanz in uns – daher handeln wir so oft “wider besseren Wissens”. In diesem Szenario wird zwar inhaltlich von falschen Voraussetzungen ausgegangen, eine globale Gefahr besteht dennoch, nur dass sie von uns selbst ausgeht. Die prognostizierten Ereignisse 2012 wären dann dafür das Sinnbild.

Früher hatte der Mensch überhaupt nur die, um Erkenntnisse über das Leben, das Universum und den ganzen Rest mit anderen zu teilen. Das Erlangen wissenschaftlicher Fakten ist als Methodik Wissen zu schaffen ja noch nicht so alt. Im Gegensatz zum Austausch von Sinnbildern muss man schon ein Freak sein, sich bei jeder Idee die man verbal ausdrücken will, erst einmal durch die ganzen Instanzen zu wühlen um einen eindeutigen Beleg dafür zu haben. Und Mensch wäre kein Mensch, wenn es nicht auch Gegenstimmen zu dem gäbe, was als wissenschaftlich erwiesen gilt. Daraus soll man noch schlau werden oder gar noch ein Gespür für seine Mitwelt entwickeln? – Abgesehen davon, wenn man sich so viel Wissensstoff reingezogen hat wie ich, wird es mit dem Abrufen von Details mit der Zeit problematisch. Es reicht dann allenfalls für eine Plausibilitätsprüfung und zu wissen, wonach man im Zweifelsfall suchen muss. Zum Beispiel fiel mir irgendwann auf, dass zwischen Neutronenstern und Schwarzem Loch noch eine Lücke sein musste, und so suchte ich nach dem Begriff “Quarkstern” – und wurde fündig.

Für Interneteinsteiger wird es immer schwieriger, Wissenschaftliches von Pseudo zu unterscheiden, zumal sich Verbreiter von Fehlinformationen auf einen wissenschaftlichen Hintergrund oder populäre Institutionen wie die NASA berufen – die muss ja nichts davon wissen. Viele übernehmen oder verweisen auf Inhalte in gutem Glauben, da die Quelle als seriös erlebt wird, und möglich, dass sie das sonst auch ist. Selbst wer sorgsam darauf bedacht ist, keinen Fehlinformationen aufzusitzen muss irgendwann erkennen – er kann nicht überall dabei sein.

Vom Laien ist der Wahrheitsgehalt einer Ausführung nicht immer überprüfbar. Will er sich den Luxus einer differenzierten Betrachtung gönnen, bedarf es vielfach mehrerer Quellen. Skeptikersites lese ich übrigens gerne, bin dabei aber skeptisch. Da Fakten nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander existieren, unabhängig davon ob sie sich uns erschließen oder nicht, ist das, worum Menschen sich streiten, nach meinem Empfinden nicht die Wahrheit als solche, sondern wer “Recht” hat. Zur Not muss ich so lange mit einer Mischannahme leben (es könnte das wahr sein oder auch das, vielleicht aber auch keins davon), bis meine Zweifel ausgeräumt sind. Allerdings gehe ich auch dann nicht fix von 100 Prozent aus, denn ein einziger neuer Aspekt, und schwupp ist genau das Gegenteil richtig… Entwicklung ist nach oben offen. Wie intelligent oder komplex eine Bestandsform in diesem Universum werden kann, wissen wir nicht. – Letztendlich ist jede Sicht auf die Welt auch ein Blick ins eigene Gehirn. Immerhin – so weit ist alles wahr :-).

Was uns 2012 alles (nicht) droht, kannst Du unter anderem hier nachlesen.

Wissen ist eine Sache. Bedeutung eine ganz andere. Doch Wirkung entscheidend. Unsere Relevanzen werden immer noch vom Belohnungszentrum geprägt. Das kann erst mal überhaupt nichts mit “faktisch erwiesen” oder nicht anfangen. Allerdings erlaubt es wiederum Rückschlüsse auf unsere eigene Funktionalität. Das Gute an unserer Beschaffenheit ist – so mein, natürlich, subjektiver Eindruck – haben wir sie erst einmal verstanden, kann sie nicht mehr als Entschuldigung herhalten – weil sie einfach zu großartig, zu vielschichtig, zu flexibel dafür ist, sich nicht bewusst an neu erkannte Erfordernisse anpassen zu können.

Jan
30

Zur Pressemeldung

Im Sinne unserer eigenen Zukunftsfähigkeit halte ich es für notwendig, möglichst schnell zu einer Ressourcen schonenden Lebensweise zu finden, wie sie schon jetzt für alle Menschen lebbar wäre. Überflüssig wäre damit die Hemmschwelle, schlechter Gestellten die Hand zu reichen, denn rechnerisch ginge es sich dann aus. Ich muss keine Einbußen für mich befürchten, wenn es Menschen die heute das Nachsehen haben, mal ebenso gut gehen kann wie mir, denn es ist für sie dann einfach (auch!) drin. Jeder, der wissentlich über seine individuelle Grenze hinaus lebt, finanziert einen Vernichtungskrieg mit. Darauf zu beharren finde ich militant – nicht wie man sich als ressourcenbewusster Mensch nach reiflicher Überlegung und (an)erkannter Eigenverantwortung vegan zu werden immer wieder vorwerfen lassen muss.

Bedauerlicherweise machen einem viele Menschen und Institutionen immer noch „Angst“ vor der veganen Ernährung und ihren angeblichen Mangelerscheinungen (und spiegeln darin nur ihre eigene Angst vor Veränderungen wider), was ein Witz ist in Anbetracht der tatsächlichen(!) und globalen Bedrohungen die aus der „Produktion“ tierlicher Nahrungsmittel hervorgehen. Wer jedoch Bestärkung für seinen Fleischkonsum im Internet finden will, wird sie auch finden. Schon alleine die Masse macht viel aus, woran auch Lösungsansätze bislang scheitern. Wer selbst noch Fleisch isst oder damit Geld macht, wird sich aus der erforderlichen Auseinandersetzung und den Konsequenzen rauswinden wollen, egal ob er eine Entscheidung auf persönlicher, wirtschaftlicher oder politischer Ebene trifft. Und noch ist es leider wahrscheinlicher, dass Omnivore über die Zukunft des Fleisches befinden, und auf Anraten ihrer westlich trainierten Stoffwechsel gegen die Zukunft vieler von Hunger und Vertreibung bedrohter Menschen stimmen. Die vegane Entscheidung lässt niemanden auf der Strecke – weder Natur, noch Tier, noch Menschen, noch die Zukunft unserer Kinder.

Natürlich kann ich, ohne damit die Argumente für den Veganismus anzukratzen, einräumen, dass es für unsere Vorfahren mal ein Vorteil gewesen sein muss (für den Neandertaler allerdings nicht, der war zu 90 % Fleischfresser), Fleisch auf den Speiseplan setzen zu können. Ohne diesen Nahrungszusatz hätten sie vielleicht die Eiszeiten nicht überstanden.

Vermutlich gelangte tierisches Eiweiß vor etwa 1,5 Millionen Jahren (abgeleitet aus der Evolution von auf den Menschen übergegangenen Fleischparasiten) auf den Speiseplan unserer humanoiden Vorfahren. Das konnte geschehen, weil der Körper es duldete (wie es allerdings mit rohem Fleisch aussehen würde, weiß ich nicht), wie sehr viel später in Europa die Milch. Dass etwas verwertet werden kann muss noch lange nicht heißen, dass es für den betroffenen Metabolismus optimal ist. Es werden von uns ja sogar reine Pflanzenfresser mit Tiermehlen gefüttert, was deren geschundene Körper auch umsetzen. Keiner würde deswegen von einer Kuh sagen dass sie nun zwingend omnivor zu ernähren ist. Gerade weil wir so genannte Mischköstler sind haben wir die Chance, diese Flexibilität die uns gegeben ist, ein weiteres Mal für einen evolutionären Fortschritt zu nutzen. Stattdessen haben wir uns auf zerstörerische Weise in Fleischfasern festgefressen.

Bereits seit Jahrzehnten ist es kein Geheimnis mehr, dass die Auswirkungen tierlicher Nahrungsmittelproduktionen auf die Lebensumgebung fatal sind. Doch so lange er davon nur andere Menschen betroffen sieht, kümmert das den Omnivoren offenbar wenig. Die kognitiven Fähigkeiten werden einfach nicht dafür eingesetzt, die von sich ausgehenden Wirkungsketten und ihren Rückkoppelungseffekt auf ihn selbst nachzuvollziehen. Wenn Fleisch angeblich so gut für das Gehirn gewesen sein soll, dann frage ich mich, warum davon in den letzten 30 Jahren nichts zu bemerken war. Vermutlich weil alle damit beschäftigt waren, es permanent zu überfüttern? – Man möchte meinen, das ständige Überangebot an Nahrung suggeriert dem unkritischen Gehirn unfällig, dass alles in bester Ordnung sei.

Was Regenwäler und Land vernichtet, Menschen um ihre Existenzgrundlage bringt, und die Lebensumgebung aller biologischen Bestände weltweit vergiftet, sowohl zu Lande als auch im Wasser, ist kein evolutionärer Vorteil mehr. Was gestern vielleicht noch einer war oder sich über lange Zeit (scheinbar) neutral auswirkte, kann sich in der Evolution durch die Veränderung nur eines Umstands jeder Zeit ins Gegenteil kehren, zumal wenn es derart pervertiert wird wie die Fleisch”produktion” heute.

Die Evolution ist nicht etwa ein Argument oder eine Entschuldigung für den Fleischkonsum, sondern eines dagegen. Gewaltanwendung gebiert nicht aus Vernunft, sondern ist ein Notfallprogramm unterster mentaler Ebene. Dieses Notfallprogramm samt seiner Rückkoppelungseffekte – Gefühlsarmut und Verrohung zum Beispiel (Einbeziehung weniger Werte, was sich bereits bei unseren Kindern mindernd auf den kognitiven Rahmen auswirkt) – wird routinemäßig und permanent ausgeführt, obwohl gar kein Notfall besteht, sondern alleine egozentrische Profitgier die treibende Kraft dahinter ist. Der eigentliche Notfall wird davon erst eintreten, und ich wage kaum mir vorzustellen, wie viele Leben diese folgenreiche Fehlentwicklung noch kosten wird.

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