Feb
12

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… Dasselbe machen sie grade mit uns. Wir müssten aus dem Kessel rausspringen, bevor der Deckel zugeht. Der Topf steht symbolisch für alle falschen Paradigmen, deren Wände in den Hirnen so hoch geworden sind, dass man nicht mehr darüber hinaussehen kann. Und schon ist der Raum in den die Neuronen hineinfeuern, zum winzigen Labyrinthchen geschrumpft, das Vorstellungsvermögen darauf beschränkt. Das nennen sie dann “Realismus”. Realistisch ist, wenn (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Davon sind wir ganz weit weg. Das, woran sich seine Elemente orientieren gibt dem System die Form. Eine falsche Orientierung führt zu falschen Schlüssen und Maßnahmen (Maßnahmen sind keine Lösungen!), das System verformt sich weiter ins Destruktive. Fehler erkennt man spätestens an ihren Auswirkungen. Doch die halten wir dann ja auch für “normal”…

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

Der Überfluss den wir permanent sehen, besteht so nicht. Er wird dem Planeten unter hohen Verlusten abgetrotzt und anderen Menschen dafür Lebenswichtiges vorenthalten. Das Hauptproblem das ich mit unserer Lebensweise habe ist, dass sie nicht einmal mehr für uns ausreicht, geschweige denn für alle Menschen. Wir müssten uns dafür entscheiden, schon jetzt so zu leben, dass diese Differenz nicht mehr besteht und weder die Ausbeutung von humanen noch nichthumanen Tieren weiter zu unterstützen. Instrumentalisierung in jeder Form ist das Grundübel, da ihre “Optimierung” zwingend in die Ausbeutung führt. Sämtliche daraufhin gebundenen Potentiale sind für die weiteren Entwicklungen verloren. Wenn es erst die Umstände sein werden, die uns dazu bringen unsere Lebensweise zu ändern, wird das Zerstörungswerk bereits bis zu seinem Ende durchgelaufen sein. Die zerstörerische Verschwendung hat nebenbei einen brutalen psychologischen Effekt: Neid auf die Schwächeren! Irgendwie wissen wir, dass wir den Ärmeren gar nicht helfen können ohne dabei selbst zu „verlieren“, und das bedeutet, wir wollen es nicht wirklich.

Unsere (evolutionäre) Beschaffenheit halte ich als Ausrede hingegen für ungeeignet, denn ist die erst einmal verstanden, sehen wir auch die Flexibilität und das nahezu unbegrenzte Entwicklungspotential darin. Intelligenz = die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapaziäten. Sich Marken ins Gehirn brennen zu lassen (branding > Brandmarkung) ist davon das Gegenteil. Konsum ist per se etwas Uneigenständiges (Nachhaltigkeit ging mit dem Verlust der Subsistenz verloren > Abhängigkeiten entstanden, die Entscheidungsgewalt konzentrierte sich auf wenige Menschen, die weniger Werte umfassten und berücksichtigten als eine ganze Gemeinschaft es konnte). Umso wichtiger ist es, dass er sehr kritisch vollzogen wird.

Nehmen und Geben gleichen sich in der Natur aus. Der Mensch nimmt sich heraus, vom Geben will er nichts wissen, denn es geht um Profit, das ist die Differenz zwischen Wirkungsrahmen und wahrgenommener Verantwortung. Profit entsteht durch Raub an der Natur, ihren Lebewesen, auch Menschen. Das, was wir unter Wirtschaft verstehen hat mit Wirtschaftlichkeit überhaupt nichts zu tun. Wir müssen (wieder) lernen, in echten Werten zu denken, bevor wir sie alle verunwirtschaftet haben.

Was wir global abbilden ist ein großes Gehirn mit extrem ausgedünnter emotionaler und sozialer Vernetzung (da Mitgefühl und soziales Gewissen bei wirtschaftlichen Entscheidungen außen vor gelassen werden, ist es ein soziopathisches Gehirn, also eigentlich krank). You only get out (values) what you input… Es ist keineswegs überlegen, geschweige denn intelligent, sich von den Gemeinheiten, die Anderen zugefügt werden, nicht berühren zu lassen. Ehe man sich versieht, ist man selbst betroffen (oder Täter). Werte die aus dem (Mit)Gefühlsbreich kommen sind immer höher entwickelt (und damit intelligenter) als jene aus dem Triebsystem. Zudem ist ihr Erfüllungsniveau höher, unseren Sehnsüchten verlangt es daher danach. Der Verstand ist nur das Werkzeug, mit dem unseren Werten entsprochen wird. Vielwertigkeit ist der Schlüssel um – was der Verstand alleine nicht schafft – Komplexität zu erfassen. Daher macht Egozentrik (arm an Werten) Menschen zwar hoch effektiv, aber dümmer, die kurzfristigen Erfolge bedeutungslos da nicht von Dauer.

Der gesündeste und nachhaltigste Egoismus ist die Kooperation (mit allem was einen umgibt), da sie der einzige Weg zur Unerschöpflichkeit und damit Nachhaltigkeit ist. Nachhaltigkeit wiederum betrifft alle(s). Man kann sie nur ganz leben oder gar nicht. Der bevorstehende Gesinnungswandel kann nur ein sehr grundlegender sein – und muss – verarbeitungstechnisch bedingt – auf Werteebene stattfinden – und ops, ja, das ist radikal. Nebenbei die großartigste Erfahrung die ein Menschengehirn machen kann, natürlich verbunden mit vorher nie erlebten Ausschüttungen. Es ist ja längst nicht so, dass unser Gehirn nicht zwischen Sein und Schein differenzieren könnte – schließlich ist es ja um einiges intelligenter als der kleine Rest von Daten die unser Bewusstsein bilden. Doch muss es den Unterschied irgendwann auch erfahren um ihn als erstrebenswert (an) zu (er) kennen, und hier besteht eine gigantische Bildungslücke.

Es zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Technisch sehe ich kein Problem, menschlich auch nicht. Aber menschlich zu werden bedeutet, die Entwicklung nicht mit dem “Ichbewusstsein” einzustellen. Je verfahrener die Situation, umso älter – und leider auch dümmer – die “Notfallprogramme”. Die Wettkampfgesellschaft ist ein künstlich erzeugtes Dauernotfallprogramm das zunehmend extremer wird. Und alles was wir verändern, verändert uns, daher: Stress, Ungerechtigkeit, Angst, Neid, Gier, Psychosen – und Schlachthäuser. Ja, es ist ein Mangel an (Mit)Gefühl, denn in unseren Entscheidungen zählt letztlich nur, was unser Belohnungssystem gewichtet. Objektivität gibt es so gesehen nicht, denn auch Denken besteht aus einer linearen Abfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen.

Daher zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Nov
06

…lebt die falsche.

Was jedoch die Ignoranz betrifft, ist das unter anderem auch eine technische Unzulänglichkeit. Der Verstand kann sich zu einer Zeit jeweils nur einem Aspekt widmen. Was für seine Verarbeitung übrig bleibt, beträgt nur etwa ein 375.000stel dessen, was das Gehirn selbst davor bereits verarbeitete. Jede noch so kleine Fehlprägung verändert die Gewichtung von Aspekten und wirkt sich da natürlich massiv aus, zumal wir Erlerntes ja an die nächste Generation vererben.

Ignoranz und Dummheit haben die gleiche und sowieso (woran Dummheit zu entlarven ist) nachteilige Wirkung – wesentliche Aspekte des Lebens werden aus der Verarbeitung desintegriert. Was dann auf dem eh schon werteverzerrten Rest aufbaut, kann man dann allesamt in der Pfeife rauchen, es ist nicht mehr realitätsbezogen. Die industrielle Vernichtungsmaschinerie setzt sich über die Realität hinweg, nämlich dass das Gefüge das uns umgibt komplex und verletzlich ist und unsere Ressourcen begrenzt, und alle Lebewesen inklusive uns selbst, so wie künftige Generationen sie zum Überleben brauchen. Jetzt geht es nur noch ums Geld machen. Die Gier hat ihr Maul ganz weit aufgerissen um alles zu verschlingen, was noch locker gemacht werden kann, Unersetzliches inbegriffen, nie mehr Regenerierbares.

Ich verstehe Evolution als systemischen Prozess, als etwas Universelles, und selbst wenn ich nur die biologische anspreche, betrachte ich sie losgelöst von irgendwelchen Bewertungen, Bestrebungen, Motiven, alten Missverständnissen oder gar Rechtfertigungen. Wer sich mit seinen Genen rechtfertigt, hat seine Beschaffenheit sowieso nicht verstanden, und wer sein Handeln begründen kann, kann es auch verändern. Wir wissen allerdings eh fast nichts darüber, wer und was wir alle(s) sind, und werden es auch nicht erfahren, wenn wir immer nur schau’n was andere haben, tun oder sagen. Die Antworten sind uns längst ins Gehirn geschrieben. “Wir sind halt so” ist die – auch noch kopierte – unwissende Haltung der Trägheit, die den Geist vernebelt, denn was uns emotional nicht berührt, bewegt unser Denken auch nicht mehr.

Was wir daraufhin anrichten (Earthlings) ist so schrecklich, dass die meisten Menschen der Wahrheit gar nicht ins Gesicht sehen wollen (untrügliches Zeichen dafür, dass sie die falsche leben). Ich würde aus eigenem Antrieb kein Tier töten, daher kann ich unmöglich dafür geeignet sein, Tiere zu essen. So einfach ist es. Kinder die Tiere quälen oder gar töten halten wir für verhaltensgestört, warum sollte das bei Erwachsenen plötzlich anders sein? – Es ist brutal und zerstörerisch was da passiert, und es gibt keine vernünftige Rechtfertigung dafür es auch nur zu dulden.

Seit dem Übergang ins Patriarchat hat sich bislang gar nichts Menschenerdachtes als dauerhaft erfolgreich oder ausschließlich vorteilhaft erwiesen (oder wären wir je mit dem Erlangten zufrieden gewesen?), die Zerstörungswut stieg permanent. Bisher ging noch jede menschliche Zivilisation zugrunde, und das auch noch in immer kürzeren Zyklen. Da der Erfolg unserer Spezies höchstselbst nun in Frage steht, gibt es Vereinigungen und Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen die Köpfe über Nachhaltigkeit zerbrechen. Was Klima- und Umweltschutzmaßnahmen kosten kann gar nicht die Frage sein, sondern was es kosten wird, wenn die Maßnahmen gar nicht oder nur unzureichend stattfinden.

6000 Jahre (so lange in etwa dauert wohl unsere Sesshaftigkeit, und da ging es los mit der Rafferei) sind nur ein Augenzwinkern in der Entwicklungsgeschichte der Erde. Nach nur rund 100 Jahren Erdöl, Plastik und Chemie können wir nicht mal mehr mit Sicherheit sagen ob wir noch am Rande des Abgrunds stehen, oder schon drüber schweben, und die Gentechnologie ist auch schon losgelassen, während unsere Babys noch östrogenähnliche Substanzen lutschen und sich die Nanopartikel in unsere Zellen fressen. Alles nur für den Profit.

Die Zahlenschieber haben’s hinter sich, sie wissen es nur noch nicht, und werden auf unsere Kosten und der unserer Lebensumgebung künstlich am Leben erhalten. Das ist in etwa so, als hätten sich die frühen Säugetiere den Dinosauriern zum Fraß vorgeworfen, um deren Aussterben hinauszuzögern. Ich kann kein Vertrauen mehr in Autoritäten haben, welcher Art auch immer, denn die Zukunft hängt nicht ab von wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern von der Haltung der Menschen die sie gestalten. Ich habe das Bedürfnis und das Anrecht (oder bin ich nicht gleichwertig?) dazu ebenfalls beizutragen, und nicht länger jenen zu überlassen, denen meine Anliegen – die nicht einmal nur mich selbst betreffen – und Bedürfnisse am Arsch vorbeigehen. Jemand sollte ihnen in selbigen treten, vielleicht mischt das ja ein paar Wertezuordnungen neu, und es kommen mal ein paar zukunftsweisende Ideen bei raus.

Was wir uns vorstellen können, ist machbar. Da das Vorstellungsvermögen der Kreativen viel Raum hat, weil sie keine Fokussierer sind, ist das jetzt ihre Ära. Die Herausforderung ist, wieder zu erlernen, der Lebensumgebung und einander in möglichst allen Aspekten zu entsprechen, aber offenbar muss erst alles, was einst für die Intuition selbstverständlich war, durch den Verstand gedreht werden. An der Stelle sind wir dann eigentlich schon in der mentalen Evolution, die dringend auf ihre gesellschaftliche Initiierung wartet. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Individuen hat ja schon damit begonnen. Über ihre Bedenken setzen sich die Entscheider jedoch einfach hinweg, ohne sie verstanden zu haben. Die Programme die auf Entscheidungen angewendet werden, lassen das nicht zu, sie sind für eine Auflösung der Miesere ungeeignet. An der Stelle wäre jetzt das Einstein-Zitat passend, “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind”. Diese Denkweise versteht offenbar auch nicht, wovon er da spricht.

Das Erfolgsrezept unserer Vorfahren war Altruismus, so weit das Gehirn in der Lage war, Menschen (auch sensible, die beispielsweise Tiere lieben und ihnen kein Leid zufügen wollen > das sind Werte, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil sie gegen die profitschwere Fleischproduktion, und den unersättlichen, krankmachenden Hunger der danach geweckt wurde, sprechen) in seiner Umgebung sozial zu verwalten. Da müssen wir heute einfach in ganz anderen Dimensionen denken/fühlen lernen, und zwar umgehend, denn die junge Generation hat nicht mehr die Zeit darauf zu warten bis die “unverbesserlichen Traditionalisten” ausgestorben sind. Nicht ohne Grund wagen sich heute auch immer mehr über 50 und 60 Jährige in die Welt der sozialen Netzwerke. Während sich unser Gehirn in Netzwerken bewegt, spinnt es selber welche, und die (zumindest intuitive) Intelligenz nimmt dabei zu.

Sensiblen Menschen die von Zukunftsbesorgnis geplagt sind wird vorgeworfen, realitätsfremd zu sein. Von Cassandrasyndrom und Weltuntergangshysterie ist dann die Rede. Ja, der Wahnsinn ist normal geworden. Wer noch umfassend (weitsichtig / zukunftstauglich / viele Relevanzen) funktioniert wird ausgegrenzt, was nicht selten dazu beiträgt, dass Betroffene sich zutiefst verunsichert fühlen. Das war bei mir auch lange so. Seit ich vegan lebe, sehe ich die Dinge klarer und habe endlich auch den Mut (das Gewissen und die eigeninitiativ umgesetzte geeignete nachhaltige Lebensweise), sie auszusprechen – naja, manchmal…

Nachhaltig zu leben ist erfüllender als alles andere, weil das Gehirn weiß, dass es gut ist. Anders werden wir niemals ein erfülltes, glückliches Leben führen, dafür ist dieses Organ einfach schon zu lange in Entwicklung, und viel zu ausgetüftelt, als dass wir uns selbst bescheißen könnten. Ignoranz bringt auch überhaupt nichts, denn sich vom Falschen nicht abgeschreckt zu fühlen und es deswegen fortzuführen hat zwingend zur Folge, dass es dann über einen selbst hereinbricht. Es fällt auf uns zurück – alles.

Nov
04

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:
http://www.roh-vegan.de/artikel/fleisch%20zerstoert%20die%20welt.htm

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine nachhaltige Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper ;-)

Nov
02

“Das Tierwohl hänge von seiner Gesundheit ab und davon, ob es bekomme, was es möchte” (Mitleid mit den Tieren).

Doch wie wollen wir das messen? – Einfühlungsvermögen könnte darüber beispielsweise Aufschluss geben, das aber ist subjektiv, und nicht jeder verfügt darüber. Wer lieber Messgeräte benutzt statt sein eigenes Gespür, wird sich auf letzteres kaum noch verlassen. Wo die Unschärfe nicht mehr akzeptiert ist, geht Variationsvielfalt verloren, wird ersetzt durch Programmroutinen, die vorausberechnend ablaufen, zumeist mit dem Ziel, einen einzigen Aspekt zu erfüllen, wodurch er auf alle anderen mit Ignoranz reagiert. Die Welt ist keine gerade Linie, sondern ein Netzwerk, eine Matrix, in der alles aufeinander wirkt.

Fühlen durch Programmieren (über den Verstand) zu ersetzen – halte ich für hinterfragenswert, nicht nur weil Altruismus schlicht einfacher zu leben ist, wenn einem danach ist, also man ihn in seine emotionale Bewertung integriert hat, sondern auch weil die Versachlichung sämtlicher Lebensaspekte uns selbst als weniger fühlen lässt als wir sind. Ich sehe und erlebe Desillusioniertheit und Gleichgültigkeit, selbst schon bei sehr jungen Menschen. Sie gesellen sich durch den Verlust des eigenen Antriebs zur Manövriermasse, werden (massenmedial) bewegt, statt (sich) selbst zu bewegen.

Aus den Beobachtungen der letzten zehn Jahre rekrutiere ich die Annahme, dass eine systematische Ausdünnung in der emotional-sozialen Vernetzung nicht eben gut dazu geeignet ist, die Beweglichkeit des Individuums zu steigern. Es ist seinem Vorstellungsvermögen abträglich, das in Folge keine abgehobenen Visionen mehr bilden kann, um sich damit dann zu emanzipieren, also über sein derzeitiges Ich hinauszuwachsen, sich mental höher entwickeln zu wollen. Denn was, wenn nicht unser (Mit)Empfinden würde den Verstand ansonsten mit Werten versorgen? – Viel bleibt dann ja nicht mehr, was unser Belohnungszentrum stimulieren könnte – beim Denken, Entscheiden (Gewichtung) und Handeln.

Wenn die Kognitionsforschung den Menschen nicht bald die Augen (die Herzen) öffnet, dann weiß ich nicht, was das noch könnte. Menschen bewegen die Welt nicht durch Programme (die arbeiten ja nur Altbekanntes ab, für Neues haben wir noch keine Routinen), sie bewegen durch Bewegtheit, und die kommt nun mal nicht aus dem Verstand, sondern der Verstand ist ihr Werkzeug.

Nov
01

Ja, Tiere sind ein wenig anders als wir. Sie können keine Vorurteile vererben und Legenden überliefern (aus denen wir nebenbei bemerkt auch nichts gelernt haben), weil sie noch unverfälscht nach ihren individuellen Werten handeln, und nicht in daraus (vielfach fehlinterpretierten) abstrahierten (und vielfach kopierten) Symbolen.

Je länger ich mich mit Kognitionsforschung beschäftige, umso kleiner werden die Unterschiede. – Eigentlich hatte ich gar keine andere Wahl als vegan zu werden. Der menschliche Verstand ist auch nur ein Programm, das in seinem Organismus arbeitet. Letztlich kommen die Werte die ihn steuern wie bei anderen Lebewesen aus dem Triebsystem. Die humane Motivation ist in keiner Weise von der tierischen verschieden. Menschen haben auf Grund eines größeren Gedächtnisspeichers jedoch mehr Einfluss auf ihre Justierung.

Auch Ferkel und Kälbchen sind jemandens Kinder, und ihre Mütter trauern, wenn man ihnen ihre Babys wegnimmt, und sie tun es aus den gleich guten Gründen wie wir. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Schmerz eines Tieres und dem eines Menschen. Gefühle sind den Lebewesen gegeben um mit ihnen zu rechnen (Werte > Intuition > zeitnahes Erfassen komplexer Situationen durch Mustererkennung und Mustervervollständigung). Dazu sind wir potentiell sogar dann in der Lage, wenn wir sie nicht selbst empfinden können (an der Stelle muss endlich klar werden, dass nicht Empathie, sondern das Fehlen derselben ein Defizit darstellt), aber beispielsweise jemand, den wir glücklicher machen wollen, weil wir ihn akzeptieren, wertschätzen oder sogar lieben.

Totes Gefühl isst totes Fleisch, und dieses Fleisch frisst (das Vielfache an Nahrung von) Menschen, die dafür leer ausgehen. Wozu soll das gut sein? Was bringt es, dass es die systematische Vernichtung von Urwäldern, Böden, Artenvielfalt, Ressourcen und der Klimasituation rechtfertigt? – Wir können das Vernichtete nicht zurückkaufen. Was erzählen wir in 20 Jahren unseren Kindern oder Enkeln – na, es schmeckte halt so gut? – Ein derart gebrauchter Verstand ist nichts weiter als der Übersetzer seines Stoffwechsels. Wenn wir zu mehr nicht in der Lage sind, dürfen wir erst Recht keine Tiere essen, weil der mentale Unterschied dann noch geringer wäre als zu jemandem der sein Leben durch bewusstes Nachdenken und Neubewertung von Aspekten willentlich an neu erkannte Erfordernisse anpassen kann.

Es geht keinem Veganer darum, Dir was zu missgönnen oder Dich einzuschränken, sondern um – des Erhalts von Friedens und Freiheit wegen – auf Fehlentwicklungen hinzuweisen, deren Ursachen in unserer fehlgeleiteten Wert(ein)schätzung zu finden sind. Das ist – zumindest technisch gesehen – korrigierbar. Jemand muss damit anfangen, und er wird anfangs sehr alleine damit sein, weil die Mehrheit auf der anderen Seite steht. Daher bildeten sich ja all die Probleme wie Welthunger, Umweltzerstörung, Klimawandel, Zivilisationskrankheiten heraus, und schrieben eine endlos lange Liste nicht nur von Tier-, sondern auch von unvorstellbarem Menschenleid.

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