Jan
08

Gab es irgendwann in Deinem Leben einen Moment, in dem Du inne hieltst und voll und ganz von dem Gedanken erfüllt warst, wie großartig es ist, ein Mensch zu sein?

Um herauszufinden was uns nachhaltig erfüllt und das Richtige dafür zu tun, haben wir einen “Sinn”, dem wir aber nicht mehr folgen. Da stehen zu viele “Ja Abers” im Weg. Mensch muss dazu wieder sehen lernen. Wissen alleine hat nämlich noch keine Bedeutung. Wachstum ist nicht in jedem Fall verkehrt – es kommt immer darauf an, was wir steigern wollen. Mehr Genuss kann ich auch mit weniger Ressourcenaufwand haben, auch mehr Zufriedenheit, Liebe und Glück. Füllen ist hingegen was für Hohlräume… Wer ein reiches Innenleben hat, kennt den Unterschied zwischen Frotzelei und Erfüllung, zwischen Schein und Sein.

Man war und wird es immer (gewesen) sein, ein Teil von einem unvorstellbar großen, mit unvorstellbaren Entwicklungspotentialen ausgestatteten Ganzen, dessen erlangbare Komplexität auf Grund der Einfachheit seines grundlegenden Wirkprinzips nach oben offen zu sein scheint. So kennen wir auch die oberen Grenzen von Intelligenz nicht, so dass wir uns fälschlicherweise schon jetzt für dort angelangt zu halten scheinen. Dabei reizen wir nicht mal die Potentiale aus die wir haben, und jeder Einzeller führt ein nachhaltigeres Dasein als wir.

Wir sind um ein Vielfaches mehr als das, was uns bewusst ist. Die innere Spielwiese zu erforschen, immer mehr davon ins Bewusstsein zu holen und sich daran zu entwickeln ist eine Lebensaufgabe. Wer weiß was ihn alle(s) ausmacht, weiß auch was er will und findet zu einem erfüllten Leben ohne Maßlosigkeit und Zerstörung. Wenn wir von etwas nie genug kriegen, ist die Erfüllung da nicht drin. Aber wir haben diese materielle Wachstumsstrategie “erlernt” und wenden dieselben darauf abgestimmten Routinen immer weiter an, weil wir nichts anderes kennen, da unser Vorstellungsvermögen vor lauter “Wissen” kaum noch Volumen hat um die überholte Strategie zu über- und eine neue zu erdenken. Doch sowohl ein ausgeprägtes, eigenständiges (und daher kritisches, hinterfragendes) Selbstbewusstsein, als auch Glück und Zufriedenheit sind keine guten “Wirtschafts”motoren. Satte Menschen lassen sich nicht instrumentalisieren, daher muss man dafür sorgen, dass sie immer hungrig bleiben. Das gelingt am besten, wenn sie zugemüllt von lauter Kaufreizen gar nicht erst herausfinden, wer sie eigentlich sind, sondern sich nur noch durch vorgemachte Pseudowerte definieren lassen. Lösungen sind zumindest von dem Standpunkt aus gar nicht erwünscht.

Das genau genommen heute in hohem Maße unwirtschaftliche (gemessen an echten Werten) „Wesen Wirtschaft“ hat andere Menschen aus uns gemacht. Altruismus, Liebe, Vertrauen und all das, was uns zu interaktiven sozialen und wertereichen Gruppen schweißte, wurde durch den wachsenden Hunger des Wesens zum existentiellen Nachteil. Es wollte schneller und mehr gefüttert werden, und vereinnahmte nahezu den ganzen Menschen. Zum Hinterfragen blieb dem Einzelnen immer weniger Zeit. Sein Gewissen hätte den Verarbeitungsaufwand nur erhöht, und das Wesen Wirtschaft ihn dafür schnell durch einen neuen Füllautomaten ersetzt. Wir entwickelten und brauchen diese uns zur Besinnung bringenden Wesenszüge jedoch um zu überleben! Wenn sie aus der Wertung fallen, bleiben nur noch die primären Triebe übrig, um die Werte vorzugeben, mit denen wir unsere Entscheidungen gewichten. Da deren Gier, die nur durch äußere Umstände oder emotional-sozial begrenzbar ist, niemals zu einem „Genug“ finden kann, passen wir nicht mehr in die Lebensumgebung. Das ist eine reale, gegen uns gerichtete Bedrohung, die wir nur selbst besiegen können. “Sich selbst zu bekriegen ist der größte Krieg, sich selbst zu besiegen, der größte Sieg” klingen mir grade die Worte meiner Großmutter im Ohr.

Wir wissen zu wenig über die globalen Zusammenhänge, als dass wir alle relevanten Werte “rational” abhandeln und in unsere Rechnungen einbeziehen könnten. Da Werte bereits in unserem Fühlen falsch gewichtet werden, ist unser ganzes Denken ohnedies verzerrt. Die Relevanzen die unser Bewusstsein erreichen sind nicht mehr umgebungsangemessen. Geld höher zu gewichten als das Wohl anderer, der Umwelt und des Klimas ist gelinde gesagt sehr kurz gedacht und selbst von der erkennbaren Realität ein gutes Stück weg.

Es ist höchste Zeit zu erkennen, dass wir schwere Schulden gemacht haben und sofort damit aufhören müssen. Ich meine nicht in Geld, sondern was wir der Natur gewaltsam abtrotzten oder für uns abtrotzen ließen. Die Natur gab uns was wir ihr entrissen, weil sie es uns nicht verweigern konnte. Daher sehen wir vielleicht nicht ein, was für ein Gewaltakt die Art unserer Entnehmungen sind, da wir Gewalt mit der Überwindung des Willens eines Anderen assoziieren. Die Natur muss nicht zornig werden, um uns die Herausgabe dessen in Zukunft nicht mehr gestatten zu können, was durch unsere eigene Unbedachtheit schlicht nicht mehr da sein wird.

Ausgebeutete, gequälte und dem Tode geweihte Lebewesen die wir aus “Jux und Tollerei” versklaven (quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz!), haben uns keine vergleichbaren Bosheiten entgegenzusetzen. Das alleine reichte, jedwede Hemmung zu verlieren, ihnen Übelstes anzutun. Auch wenn sie nicht explizit das Wort “nein” dazu sagen können, ist es trotzdem brutalste Gewalt die wir legal und als eine der “normalsten” Sachen der Welt ausüben, noch dazu gegen Wehrlose und ihre grundlegendsten eigenen Bedürfnisse. Wenn wir die Bedürfnisse dieser Wesen schon ignorieren und uns darüber hinwegsetzen, was widerfährt dann erst den unseren?

Die Fortführung des erreichten Ausmaßes an Zerstörung ist lediglich dann weiterhin möglich, wenn Menschen – Du und ich – sich weiterhin nur von den Fäden reiner, von der Umgebung aufgesetzter, Gewohnheiten ziehen lassen. Damit sind wir nichts anderes als die billige Kopie eines von außen implementierten Massenstrebens nach schneller Botenstoffstimulation, aber eines ganz sicher nicht – Individuen. Modediktat, Schminkvorschriften, sich Zerstörerisches, Abgetrotztes, durch Unterdrückung und Ausbeutung Herausgezwungenes als “gesund” und “notwendig” verkaufen zu lassen degradiert uns auf die Bedeutungsstufe von Ameisen, die wir für dumme Automaten halten, da sie wie Teile eines Programms schnurstracks einer Duftspur folgen. Doch wie sie sich den Duft dem sie folgen, lassen wir uns die Marken Dritter ins Gehirn brennen, um genau das zu tun was die von uns wollen und kopieren deren Fehler und Untaten millionen- und milliardenfach mit ebensolcher Wirkung. Nur dadurch – nicht durch vorausgeplante Verschwörung – konnten sich solche destruktiven Mächte überhaupt kumulieren. “Mensch, hüte Dich vor Deinen Wünschen, denn Du hast keinen Feind außer diesen.”

Es ist alles nur eine Rechnung. Und es wäre ein fataler Fehler, sie ohne Gefühle zu machen, in ihrer vollen Bandbreite (Gruppierung von Gehirnen). Diese gehören mit in die Überlebensrechnung – und nicht als Freizeitvergnügen ausgelagert. Gefühle sind kein Selbstzweck, sie sind Information und Indikator. Ein Job bei dem sich einer nicht wohlfühlt, kann keine Aufgabe für diesen Menschen sein. Die Rechnung des Gehirns geht immer in Richtung Wohlbefindenssteigerung. Da kann sehr viel drin sein (das Wohl der ganzen Welt), oder wenig (Pflicht- oder Zwangsgefühl, persönliche Gier), doch leiten sich daraus in jedem Fall Haltung und Methodik ab. Überleben ist eine Frage der emotionalen (und damit automatisch auch kognitiven) Bewegtheit und nicht dessen, was wir wissen oder können. Im Gegenteil, letzteres kann uns sehr schnell zum Verhängnis werden, wenn es uns dabei um das Falsche geht.

Zukunft ist denkbar. Auf 2010.

Nov
06

…lebt die falsche.

Was jedoch die Ignoranz betrifft, ist das unter anderem auch eine technische Unzulänglichkeit. Der Verstand kann sich zu einer Zeit jeweils nur einem Aspekt widmen. Was für seine Verarbeitung übrig bleibt, beträgt nur etwa ein 375.000stel dessen, was das Gehirn selbst davor bereits verarbeitete. Jede noch so kleine Fehlprägung verändert die Gewichtung von Aspekten und wirkt sich da natürlich massiv aus, zumal wir Erlerntes ja an die nächste Generation vererben.

Ignoranz und Dummheit haben die gleiche und sowieso (woran Dummheit zu entlarven ist) nachteilige Wirkung – wesentliche Aspekte des Lebens werden aus der Verarbeitung desintegriert. Was dann auf dem eh schon werteverzerrten Rest aufbaut, kann man dann allesamt in der Pfeife rauchen, es ist nicht mehr realitätsbezogen. Die industrielle Vernichtungsmaschinerie setzt sich über die Realität hinweg, nämlich dass das Gefüge das uns umgibt komplex und verletzlich ist und unsere Ressourcen begrenzt, und alle Lebewesen inklusive uns selbst, so wie künftige Generationen sie zum Überleben brauchen. Jetzt geht es nur noch ums Geld machen. Die Gier hat ihr Maul ganz weit aufgerissen um alles zu verschlingen, was noch locker gemacht werden kann, Unersetzliches inbegriffen, nie mehr Regenerierbares.

Ich verstehe Evolution als systemischen Prozess, als etwas Universelles, und selbst wenn ich nur die biologische anspreche, betrachte ich sie losgelöst von irgendwelchen Bewertungen, Bestrebungen, Motiven, alten Missverständnissen oder gar Rechtfertigungen. Wer sich mit seinen Genen rechtfertigt, hat seine Beschaffenheit sowieso nicht verstanden, und wer sein Handeln begründen kann, kann es auch verändern. Wir wissen allerdings eh fast nichts darüber, wer und was wir alle(s) sind, und werden es auch nicht erfahren, wenn wir immer nur schau’n was andere haben, tun oder sagen. Die Antworten sind uns längst ins Gehirn geschrieben. “Wir sind halt so” ist die – auch noch kopierte – unwissende Haltung der Trägheit, die den Geist vernebelt, denn was uns emotional nicht berührt, bewegt unser Denken auch nicht mehr.

Was wir daraufhin anrichten (Earthlings) ist so schrecklich, dass die meisten Menschen der Wahrheit gar nicht ins Gesicht sehen wollen (untrügliches Zeichen dafür, dass sie die falsche leben). Ich würde aus eigenem Antrieb kein Tier töten, daher kann ich unmöglich dafür geeignet sein, Tiere zu essen. So einfach ist es. Kinder die Tiere quälen oder gar töten halten wir für verhaltensgestört, warum sollte das bei Erwachsenen plötzlich anders sein? – Es ist brutal und zerstörerisch was da passiert, und es gibt keine vernünftige Rechtfertigung dafür es auch nur zu dulden.

Seit dem Übergang ins Patriarchat hat sich bislang gar nichts Menschenerdachtes als dauerhaft erfolgreich oder ausschließlich vorteilhaft erwiesen (oder wären wir je mit dem Erlangten zufrieden gewesen?), die Zerstörungswut stieg permanent. Bisher ging noch jede menschliche Zivilisation zugrunde, und das auch noch in immer kürzeren Zyklen. Da der Erfolg unserer Spezies höchstselbst nun in Frage steht, gibt es Vereinigungen und Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen die Köpfe über Nachhaltigkeit zerbrechen. Was Klima- und Umweltschutzmaßnahmen kosten kann gar nicht die Frage sein, sondern was es kosten wird, wenn die Maßnahmen gar nicht oder nur unzureichend stattfinden.

6000 Jahre (so lange in etwa dauert wohl unsere Sesshaftigkeit, und da ging es los mit der Rafferei) sind nur ein Augenzwinkern in der Entwicklungsgeschichte der Erde. Nach nur rund 100 Jahren Erdöl, Plastik und Chemie können wir nicht mal mehr mit Sicherheit sagen ob wir noch am Rande des Abgrunds stehen, oder schon drüber schweben, und die Gentechnologie ist auch schon losgelassen, während unsere Babys noch östrogenähnliche Substanzen lutschen und sich die Nanopartikel in unsere Zellen fressen. Alles nur für den Profit.

Die Zahlenschieber haben’s hinter sich, sie wissen es nur noch nicht, und werden auf unsere Kosten und der unserer Lebensumgebung künstlich am Leben erhalten. Das ist in etwa so, als hätten sich die frühen Säugetiere den Dinosauriern zum Fraß vorgeworfen, um deren Aussterben hinauszuzögern. Ich kann kein Vertrauen mehr in Autoritäten haben, welcher Art auch immer, denn die Zukunft hängt nicht ab von wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern von der Haltung der Menschen die sie gestalten. Ich habe das Bedürfnis und das Anrecht (oder bin ich nicht gleichwertig?) dazu ebenfalls beizutragen, und nicht länger jenen zu überlassen, denen meine Anliegen – die nicht einmal nur mich selbst betreffen – und Bedürfnisse am Arsch vorbeigehen. Jemand sollte ihnen in selbigen treten, vielleicht mischt das ja ein paar Wertezuordnungen neu, und es kommen mal ein paar zukunftsweisende Ideen bei raus.

Was wir uns vorstellen können, ist machbar. Da das Vorstellungsvermögen der Kreativen viel Raum hat, weil sie keine Fokussierer sind, ist das jetzt ihre Ära. Die Herausforderung ist, wieder zu erlernen, der Lebensumgebung und einander in möglichst allen Aspekten zu entsprechen, aber offenbar muss erst alles, was einst für die Intuition selbstverständlich war, durch den Verstand gedreht werden. An der Stelle sind wir dann eigentlich schon in der mentalen Evolution, die dringend auf ihre gesellschaftliche Initiierung wartet. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Individuen hat ja schon damit begonnen. Über ihre Bedenken setzen sich die Entscheider jedoch einfach hinweg, ohne sie verstanden zu haben. Die Programme die auf Entscheidungen angewendet werden, lassen das nicht zu, sie sind für eine Auflösung der Miesere ungeeignet. An der Stelle wäre jetzt das Einstein-Zitat passend, “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind”. Diese Denkweise versteht offenbar auch nicht, wovon er da spricht.

Das Erfolgsrezept unserer Vorfahren war Altruismus, so weit das Gehirn in der Lage war, Menschen (auch sensible, die beispielsweise Tiere lieben und ihnen kein Leid zufügen wollen > das sind Werte, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil sie gegen die profitschwere Fleischproduktion, und den unersättlichen, krankmachenden Hunger der danach geweckt wurde, sprechen) in seiner Umgebung sozial zu verwalten. Da müssen wir heute einfach in ganz anderen Dimensionen denken/fühlen lernen, und zwar umgehend, denn die junge Generation hat nicht mehr die Zeit darauf zu warten bis die “unverbesserlichen Traditionalisten” ausgestorben sind. Nicht ohne Grund wagen sich heute auch immer mehr über 50 und 60 Jährige in die Welt der sozialen Netzwerke. Während sich unser Gehirn in Netzwerken bewegt, spinnt es selber welche, und die (zumindest intuitive) Intelligenz nimmt dabei zu.

Sensiblen Menschen die von Zukunftsbesorgnis geplagt sind wird vorgeworfen, realitätsfremd zu sein. Von Cassandrasyndrom und Weltuntergangshysterie ist dann die Rede. Ja, der Wahnsinn ist normal geworden. Wer noch umfassend (weitsichtig / zukunftstauglich / viele Relevanzen) funktioniert wird ausgegrenzt, was nicht selten dazu beiträgt, dass Betroffene sich zutiefst verunsichert fühlen. Das war bei mir auch lange so. Seit ich vegan lebe, sehe ich die Dinge klarer und habe endlich auch den Mut (das Gewissen und die eigeninitiativ umgesetzte geeignete nachhaltige Lebensweise), sie auszusprechen – naja, manchmal…

Nachhaltig zu leben ist erfüllender als alles andere, weil das Gehirn weiß, dass es gut ist. Anders werden wir niemals ein erfülltes, glückliches Leben führen, dafür ist dieses Organ einfach schon zu lange in Entwicklung, und viel zu ausgetüftelt, als dass wir uns selbst bescheißen könnten. Ignoranz bringt auch überhaupt nichts, denn sich vom Falschen nicht abgeschreckt zu fühlen und es deswegen fortzuführen hat zwingend zur Folge, dass es dann über einen selbst hereinbricht. Es fällt auf uns zurück – alles.

Nov
04

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:
http://www.roh-vegan.de/artikel/fleisch%20zerstoert%20die%20welt.htm

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine nachhaltige Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper ;-)

Jun
27

Das Ökosoziale Forum Europa unterstützt als einer der Initiatoren das Projekt des Global Marshall Planes. Die Global Marshall Plan Initiative setzt sich ein für ein verbessertes und verbindliches globales Rahmenwerk für die Weltwirtschaft, das die Wirtschaft mit Umwelt, Gesellschaft und Kultur in Einklang bringt.

Ökosoziales Forum Österreich

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Drei Jahre nach dem Bookmark: Das ökosoziale Forum Deutschland fängt an zu twittern, und ich entdecke ein paar Netzwerkbekanntschaften wieder, die zwischenzeitlich mit dem ÖSF verbunden sind.
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Zitat:

Unser Ziel ist eine Welt in Balance, in der alle Menschen ein Leben in Würde führen können. Eine solche Welt gewährleistet die Entfaltung individueller Fähigkeiten in einer solidarischen Gemeinschaft, welche die Natur als Lebensgrundlage achtet und schützt. Diesem Ziel wollen wir durch konkretes Handeln auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens näher kommen.
Apr
24

auf Alain Egli, GDI Gottlieb Duttweiler Institute, der diesen lesenswerten Artikel schrieb: Sehnsuchtsfelder und Hoffnungsmärkte – die wichtigsten Erkenntnisse des Kongresses (5th ECTC)

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