Ist legal gleichbedeutend mit richtig, und illegal gleichbedeutend mit falsch? Und wenn es so ist, wie konnte es, wenn legal richtig ist, auf dieser Basis zu einer Finanzkrise kommen?
Mit herkömmlichen Mitteln sind die Probleme nicht zu lösen, sie haben sie verursacht. Sie noch konsequenter zu verfolgen ist, wie wenn man weiter geradeaus in einer engen, dunklen Höhle herumtappst, deren Wände einen mit jedem Schritt noch mehr Spielraum wegnehmen. Am Ende vom Tunnel bleibt es hingegen dunkel.
Obwohl eigentlich Vernunft gemeint ist heißt es stattdessen gerne, man habe den Verstand verloren. Als wäre er die Quelle unserer Motivation. Woher sollte er das sein, wenn es doch immer noch um dasselbe geht, wie seit Anbeginn des Lebens? Der Verstand ist ein Erfüllungswerkzeug und Höhlenforscher, ein partieller Schnittmusterabgänger, der wohl eine Linie zu einer Zeit sehr scharf sieht, und in der Lage ist, sie in jedes seiner Pixel zu zerlegen, worauf er dann vorläufige Schlüsse zieht, von denen sich bisher die meisten als falsch erwiesen. Die wir heute für richtig halten, von denen wissen wir es auch nicht sicher. Denn der Verstand sieht nicht, was für Kleidungsstücke aus dem Schnittmuster hervorgehen werden, er weiß nichts über Freude an Vielfalt, Schönheit von Farben und Variationen über das Naheliegende hinaus. Das weiß nur die Vorstellungskraft, die Fantasie, zusammengesetzt aus allem, was uns je berührte. Da sie darauf zunehmend verzichten musste(?) ist unsere “moderne” Gesellschaft auch so desillusioniert. Nicht etwa, dass sich etwas an unserer komplexen, faszinierenden Zusammensetzung geändert hätte – nein, wir SEHEN sie nur anders, simplifiziert. Und das ist bedauerlich, weil es sehr wohl eine Methodik gibt, mit Komplexität umzugehen, auch unserer eigenen. Das jedoch geht gerne zulasten der Schärfe. Die Kombination von beidem würde es ausmachen. Nur wenige Menschen nutzen sie.
Manchmal zieht man einen haarscharfen Schluss, und es ist genau das Gegenteil zutreffend, wenn man schärfer schließt. Also eigentlich müssten wir alles, was wir als “gegeben” betrachten, immer wieder hinterfragen – statt es über die Schmerzgrenzen hinaus zu degenerieren. Es ist nicht einfach dieses Anliegen zu vermitteln, vielleicht sogar deswegen, weil man keine Meinung übertragen will, sondern den Leser davon überzeugen, dass er selbst eine hat – und sich dabei nicht darauf beschränkt, welchem Experten, Anbieter oder Medium er traut. Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten! Im Zeitalter der massenhaften Massenkopierfehler ist es gesünder, der Manipulation die diese Entwicklung stützt, etwas entgegenzusetzen zu haben – einen gut geschulten, informierten und starken Willen, der sich weigert, für Fehler gleich doppelt oder dreifach zu bezahlen – nicht nur, indem er sie honoriert, sondern auch, indem er Folgewirkungen an seiner und der Gesundheit der Umgebung, sowie finanzielle Schadwirkungen als Steuerzahler später ausbügeln muss. War es wirklich eine gute Idee, die Welt für käuflich zu erklären? – Und warum dürfen sich die einen so viel davon herausnehmen, und andere nicht mal so viel dass sie überleben können?
Ich finde dafür wohl eine Erklärung, aber keine vernünftige. Mit dem Verständnis der Funktionsweise menschlicher Informationsverarbeitung veränderten sich nicht nur meine Schwerpunkte, es veränderte sich alles. War es früher Technologie, liegt mein Fokus heute in der Art und Weise wie die Ausrichtung der Elemente (Orientierung > Triebe, Fühlen, Denken) eines Systems dessen Oberfläche formt, also das, was wir abbilden. Individuell und global, als Menschheit, als System, als Organisationsstruktur. Letztere ist es, die mich zutiefst besorgt. Ich sehe darin keine Zukunftstauglichkeit, und habe außerdem Zweifel daran, dass auf Basis so ausgeprägter Hierarchien (Verstand!) globale Intelligenz abbildbar und lebbar ist. Vor ein paar Wochen las ich einen Beitrag (bei Heise) über außerirdisches Leben, bei dem der Autor wie selbstverständlich davon ausging, dass es die Menschheit in 100.000 Jahren nicht mehr geben wird. Evolutionär betrachtet sind 100.000 Jahre keine gravierende Zeitspanne, wenn nicht grade eine gewaltige Natur- oder kosmische Katastrophe die Ausgangsbedingungen auf den Kopf stellt. – Oder wir selbst. Damit verdammen wir uns selbst dazu, zu seufzen, “wie schnell doch die (unsere) Zeit vergeht”…
Wenn das, was ich jemandem “verkaufe” seine Lebensumgebung schädigt, wie gut kann ich es dann mit demwem meinen? Und die Wahrheit über mein Produkt kann ich ihm dann ja wohl auch nicht erzählen. Also lüge ich Werbung? – Kein Wunder, dass das Misstrauen zunimmt. Dem Bewusstsein mag vieles entgehen, dem Gehirn aber nicht, und es kommuniziert seine Ergebnisse in Form komplexer Mischeindrücke, die weit bessere Chancen haben, der Wirklichkeit nahe zu kommen wie der Verstand. Wenn es um Komplexität geht, ist unsere Intuition dem Verstand überlegen. Ihr nicht zu trauen weil sie (nicht zuletzt auf Grund ihrer Datendichte) nicht verbalisierbar ist, führt dazu, dass letztlich keine getroffene Entscheidung mehr die eigene ist.
Die Open-Bewegung lebt es uns vor: Es gibt für das, wofür man bezahlen muss, immer auch kostenlose Alternativen. Wenn das nur geht, wenn ein Mensch adäquat fühlt, dann muss er eben entsprechend fühlen lernen, und das dann ein Qualifikationskriterium dafür sein, welche Position er ausfüllt, so dass der Wirkungsradius dem Verantwortungsbewusstsein nicht mehr davonläuft. Zielstrebigkeit ist nur dann erwünscht, wenn es um die richtigen Ziele geht. In wie weit sie dann erreicht wurden, ist eine Frage des Befindens aller. Auch hierbei geht es um Informationsverarbeitung. Daher ist es mein Anliegen, Gefühle kognitiv nachvollziehbar zu machen, da emotionales Denken nach wie vor in dem Ruf steht, irrational zu sein. Gefühle sind nicht irrational, die Symbole mit denen wir sie verknüfen allenfalls, z.B. wenn sie zur Bedrohung für unseren Lebensraum werden. Die Wahrheit ist, dass unsere Gefühle IMMER das Fundament unseres Denkens bilden. Was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken. Unsere emotionale Bewertung, nicht Fakten, sind bestimmend dafür, wie wir mit allem was uns umgibt und uns selbst umgehen, ja auch dafür, ob wir bereit zu vernünftigem Handeln sind. Davon hängt schließlich ab, ob wir eine Zukunft haben, wie die Menschen darin leben, und wie frei sie sich entfalten werden.
Alleine durch das was wir mittlerweile über Evolution wissen, müsste viel klarer geworden sein, was wir falsch machen. Dann kann es keinen verünftigen Grund mehr geben, die erkannten Fehler zu berichtigen. Ich bin erschüttert von der Anzahl der Menschen die sich als “rational” oder “realistisch” deklarieren als Ausrede dafür, das entweder ganz zu ignorieren oder für zwingend betrachtet wissen zu wollen. Damit die leidvolle Extremsituation die was verändert nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen, und die Bereitschaft dazu kann nur jeder für sich selbst herstellen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.
Unsere Geschichte hat uns oft genug vor Augen geführt, dass uns Wissen nicht davor bewahrt, Dummheiten zu begehen. Es erhöht lediglich die Wirkkraft. Wissen und Technologie werden nicht reichen. Im Gegenteil, je mehr wir davon haben, umso gefährdeter werden wir sein. Was wir in die Welt setzen entstand – wie wir – evolutionär, und verhält sich auch wie etwas Evolutionäres. Es (wird) entickelt [sich]. Es kann uns verändern, es kann uns verdrängen, es kann uns vernichten, wenn seine Wirkkraft auf die Umgebung (uns inklusive) zu stark wird.