Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.
Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass alles was der Mensch in seiner Entwicklung tat, überlieferte, glaubte und ermittelte im Rahmen seiner jeweiligen Möglichkeiten folgerichtig war. Ging es nicht letztlich immer um die Wahrheit über uns, und die Beziehungen, die wir zu allem unterhalten, was uns umgibt? Von der emotionalen und wiedererkennbaren Lautfolgenzuordnung bis hin zur Benennung und Manifestation emotionaler Eindrücke in etwas, das sie repräsentiert, um sie sozusagen von außen zu betrachten und ihre Potentiale (an)zu erkennen, ist der Schritt nicht mehr groß. Als wir noch nichts über Atome und messbare Fakten wussten, erschloss sich uns die eigene und Beschaffenheit der Umgebung auf einer anderen Ebene (Spiritualität?).
Ich musste mir selbst irgendwann mal eingestehen, dass wir dieser Ebene Unrecht tun, wenn wir sie als *esoterisch* abwinken oder ihre Relevanz weit hinter das stellen, was *erwiesen* ist, statt beides zu kombinieren und damit das Begriffsvermögen des Gehirns um ein Vielfaches zu beschleunigen (da tieferes Verstehen und damit wachsendes Vertrauen in seine eigene Urteilsfähigkeit). Wenn das, was wir uns ohnedies nicht vorstellen können, und wir mit der Begrifflichkeit *Gott* zum Ausdruck brachten, nicht existiert, wem oder was haben wir das Wort eigentlich zugeordnet? Wir sollen uns kein Bild machen, wissen also nicht einmal, was wir von uns weisen, stellen wir fest, dass unser Gottvertrauen für die Katz ist (wir müssen dieses Tier mehr als alles andere auf der Welt lieben). Daraus leiten wir dann andere Verhaltensweisen ab, die im Weiteren unsere Realität bestimmen. Unser ganzes Leben ist eine einzige selbsterfüllende Prophezeiung. Wäre da nicht die Vorstellung von Erfüllung, würden wir nicht mal unseren Hintern aus dem Sessel heben, um den Kühlschrank aufzusuchen.
Begehen wir vielleicht einen grundsätzlichen Irrtum, die Wahrheit in unseren winzigen Vorstellungen vermuten zu wollen statt sie in den Wirkungen zu sehen? Würden wir dann nicht ganz anders leben, miteinander umgehen, wie wir das heute tun – nämlich jenseits(!) des vielfach verstärkten genetischen Wettkampfs und unbedacht Potentiale gegeneinander aufstauend, weil uns zu all den Fakten die wir ermitteln nichts anderes mehr einfällt als uns auszurechnen, was sie in Geld einbringen werden? – Ist DAS wirklich unsere einzige unternehmerische Sorge?
Innovativ sein zu wollen ist ein Hürdenlauf vollgepflastert mit Kriterien, alleine die zu erfüllen vielfach schon aussichtslos ist. Zuerst kommen die Gewinnprognosen, dann die Frage nach dem an das Geldernteinstrument *Benutzer* adressierte Verkaufsargument – Nutzen? – nachrangig in einer Wegwerfgesellschaft, deren Geldsystem auch noch auf Wachstum angewiesen ist um nicht in die Knie zu fallen. Kreativität und Kapital haben keine gemeinsamen Ziele mehr. Das gab den Ausschlag, mich eingehend damit zu beschäftigen, welche Auswirkungen die Orientierung (Unterordnung) an Geld auf das Gehirn, das Volumen des Vorstellungsvermögens und die Gestaltung unserer Realität haben muss.
Geld kann eigentlich kein Ziel sein, es ist nicht genug. Warum wird nach wie vor die Wirtschaft gestärkt, wo es doch die Menschen viel nötiger brauchen? Sie sind das Fundament unserer Zivilisation(en), und ihr Wohl geht daher über alles. Denn wenn das Fundament nicht mehr trägt, können wir das ganze Gebäude das wir da dann draufstellen abhaken.
Unsere Entwicklungsdynamik nahm in den letzten 6000 Jahre immer weiter zu. Und manche überlegten sich, wie wir den damit verbundenen Gefahren entweichen könnten, und machten andere mit ihrem Weg vertraut. Da stecken aber nicht alle Prozesse vollumfänglich drin (wer kann schon jede einzelne Sekunde des Lebens eines anderen nachvollziehen), und jeder Mensch ist außerdem einzigartig. Die Lücken muss jeder für sich selbst schließen und tut dies nach seinem individuellen und dem Kenntnisstand der jeweiligen Zeit. Das verhält sich ja nicht nur in Glaubensfragen so, sondern generell mit dem Weltverständnis eines Menschen.
Da unser Aktionspotential jeden Rahmen natürlicher Ausstattungsmerkmale sprengt, wir als Lebewesen aber geneigt sind, auszureizen was wir haben weil wir es können, müssen wir in Betracht ziehen, dass die bewusste Bereitschaft als Menschheit zu (über)leben für uns tatsächlich (über)lebenswichtig sein könnte. Dann braucht es noch einen entsprechend eingestellten Willen, der das Streben darauf ausrichtet. Denn wir sind immer hinter dem her, was wir wollen, weil das Gehirn dafür Ausschüttungen ausgibt. Wofür wir Ausschüttungen bekommen, hängt davon ab, in welcher Weise wir mit dem in Beziehung stehen (wie wir es emotional bewerten), was uns umgibt, dem Leben, anderen Menschen, dem Universum und dem ganzen Rest.
Unsere starken physischen Dränge sind angemessen an einen nackten Körper ohne künstliches Zubehör, und daher durchaus geeignet, mit einem Vielfachen der Potentiale an die sie angemessen sind, große Schäden anzurichten. Es spricht eine Menge dafür, dass wir uns unbedingt ein Bewusstsein dafür aneignen sollten, welche Verantwortung damit verbunden ist, so mächtig zu sein wie – der Mensch. Erzwingen aber können wir eine dem angemessene Haltung nicht, nur dazu finden.
Abträglich ist alles, was rücksichtslos vollzogen wird und anderen schadet (dafür standen die Todsünden). Zuträglich ist demnach, was eine gedeihliche Entwicklung unterstützt – die lückenlose Vernetzung der Menschen, bei der keiner mehr *durch den Rost fällt*.
So funktionierten die frühen Gruppen, für die wir physisch *optimiert* sind (Paradies?). Heute ist die Gruppe halt ein bisschen größer, aber jeder Mensch könnte für uns wichtig sein, würden wir ihn nur besser kennen (wir können halt mal technisch bedingt nur begrenzt viele Menschen in unserem Gehirn sozial verwalten – was aber können bitte all die anderen dafür?). Sich selbst im anderen zu sehen ist eine direkte Konsolidierung im Gehirn.
Erlösung, vollkommene Erfüllung – Reichhaltigkeit – das kann man nicht kaufen, das muss man sich erarbeiten, damit es sich in einem abbilden kann. Nur füllen erfüllt nicht.
Leistungsschwankungen werden absichtlich erzeugt, um daraus zu lernen
Anders betrachtet
Leistungsschwankungen sind ein Effekt der Funktionalität des Gehirns (des Existierenden überhaupt), keine mit einer Absicht verbundene *Entwicklung* – Entwicklung ging vielmehr daraus hervor. Ohne Variationen hätte keine Entwicklung zum Menschen stattfinden können.
Wer anders denkt, dem wird gerne Realitätsverlust vorgeworfen. Von welcher / wessen Realität sprechen wir da? – Und was für eine Normalität soll das sein, um die sich heute alles dreht? Der *normale* Mensch bläst heute CO2 in die Luft, produziert massenhaft Müll, verbraucht weit mehr Ressourcen als er benötigt, sieht zu, wie währenddessen Zigtausende am Tag verdursten und verhungern, und lässt sich die Markierungen Dritter sogar in sein Gehirn p….
Ein Irrtum, millionenfach kopiert, bleibt immer noch ein Irrtum. Nur weil alle dasselbe tun, ist Mainstreamverhalten noch lange nicht *richtig*. Wir haben nur nichts anderes zur Orientierung, weil wir nicht feststellen können, sondern nur differenzieren, also uns, wie das Ratten schon können, aneinander auszurichten. Ich verstehe nicht, warum so wenige begreifen, was das für uns alle BE-DEUTET und welche Konsequenzen daraus abzuleiten sind.
Vor dem Hintergrund seiner individuellen Beschaffenheit (Kenntnisbasis, Gehirnstruktur) haben die Schlüsse eines jeden Menschen dieselbe Existenzberechtigung. Anders ist nur anders, deswegen noch nicht gleich falsch. Wir haben die einmalige Chance in unserer Geschichte, konkret zu durchschauen, was uns immer wieder in Kriege und Zerstörung treibt – und trotzdem läuft alles so weiter, als könnte es das endlos.
Uns fehlt vielleicht nicht mal der faktische Realitätsbezug. Nur hat der keinen Einfluss auf unser Verhalten. Worin wir ein Manko haben ist der emotionale Realitätsbezug, denn wenn wir desintegrativ fühlen, dann denken wir zwangsläufig auch so. Die Wahrheit wirkt aber unabhängig davon, ob wir sie wahrhaben wollen oder nicht. Desinteresse und Dummheit sind sich sehr ähnlich – beide lassen Aspekte außer Acht, ohne eine Einschätzung daran vorgenommen zu haben.







