Dez
30

Da Witscore kein Foodblog ist, und Ernährung “nur” ein Aspekt von Nachhaltigkeit, beschloss ich heute, das umfassende Thema vegane Ernährung in ein neues Blog auszulagern. Im Blog liebevoll kochen will ich Dich in Zukunft mit leckeren veganen Gerichten virtuell verwöhnen, etwas über Ernährungslehre schreiben, Dich mit Produktinformationen versorgen – kulinarisch inspirieren eben.

Nov
06

…lebt die falsche.

Was jedoch die Ignoranz betrifft, ist das unter anderem auch eine technische Unzulänglichkeit. Der Verstand kann sich zu einer Zeit jeweils nur einem Aspekt widmen. Was für seine Verarbeitung übrig bleibt, beträgt nur etwa ein 375.000stel dessen, was das Gehirn selbst davor bereits verarbeitete. Jede noch so kleine Fehlprägung verändert die Gewichtung von Aspekten und wirkt sich da natürlich massiv aus, zumal wir Erlerntes ja an die nächste Generation vererben.

Ignoranz und Dummheit haben die gleiche und sowieso (woran Dummheit zu entlarven ist) nachteilige Wirkung – wesentliche Aspekte des Lebens werden aus der Verarbeitung desintegriert. Was dann auf dem eh schon werteverzerrten Rest aufbaut, kann man dann allesamt in der Pfeife rauchen, es ist nicht mehr realitätsbezogen. Die industrielle Vernichtungsmaschinerie setzt sich über die Realität hinweg, nämlich dass das Gefüge das uns umgibt komplex und verletzlich ist und unsere Ressourcen begrenzt, und alle Lebewesen inklusive uns selbst, so wie künftige Generationen sie zum Überleben brauchen. Jetzt geht es nur noch ums Geld machen. Die Gier hat ihr Maul ganz weit aufgerissen um alles zu verschlingen, was noch locker gemacht werden kann, Unersetzliches inbegriffen, nie mehr Regenerierbares.

Ich verstehe Evolution als systemischen Prozess, als etwas Universelles, und selbst wenn ich nur die biologische anspreche, betrachte ich sie losgelöst von irgendwelchen Bewertungen, Bestrebungen, Motiven, alten Missverständnissen oder gar Rechtfertigungen. Wer sich mit seinen Genen rechtfertigt, hat seine Beschaffenheit sowieso nicht verstanden, und wer sein Handeln begründen kann, kann es auch verändern. Wir wissen allerdings eh fast nichts darüber, wer und was wir alle(s) sind, und werden es auch nicht erfahren, wenn wir immer nur schau’n was andere haben, tun oder sagen. Die Antworten sind uns längst ins Gehirn geschrieben. “Wir sind halt so” ist die – auch noch kopierte – unwissende Haltung der Trägheit, die den Geist vernebelt, denn was uns emotional nicht berührt, bewegt unser Denken auch nicht mehr.

Was wir daraufhin anrichten (Earthlings) ist so schrecklich, dass die meisten Menschen der Wahrheit gar nicht ins Gesicht sehen wollen (untrügliches Zeichen dafür, dass sie die falsche leben). Ich würde aus eigenem Antrieb kein Tier töten, daher kann ich unmöglich dafür geeignet sein, Tiere zu essen. So einfach ist es. Kinder die Tiere quälen oder gar töten halten wir für verhaltensgestört, warum sollte das bei Erwachsenen plötzlich anders sein? – Es ist brutal und zerstörerisch was da passiert, und es gibt keine vernünftige Rechtfertigung dafür es auch nur zu dulden.

Seit dem Übergang ins Patriarchat hat sich bislang gar nichts Menschenerdachtes als dauerhaft erfolgreich oder ausschließlich vorteilhaft erwiesen (oder wären wir je mit dem Erlangten zufrieden gewesen?), die Zerstörungswut stieg permanent. Bisher ging noch jede menschliche Zivilisation zugrunde, und das auch noch in immer kürzeren Zyklen. Da der Erfolg unserer Spezies höchstselbst nun in Frage steht, gibt es Vereinigungen und Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen die Köpfe über Nachhaltigkeit zerbrechen. Was Klima- und Umweltschutzmaßnahmen kosten kann gar nicht die Frage sein, sondern was es kosten wird, wenn die Maßnahmen gar nicht oder nur unzureichend stattfinden.

6000 Jahre (so lange in etwa dauert wohl unsere Sesshaftigkeit, und da ging es los mit der Rafferei) sind nur ein Augenzwinkern in der Entwicklungsgeschichte der Erde. Nach nur rund 100 Jahren Erdöl, Plastik und Chemie können wir nicht mal mehr mit Sicherheit sagen ob wir noch am Rande des Abgrunds stehen, oder schon drüber schweben, und die Gentechnologie ist auch schon losgelassen, während unsere Babys noch östrogenähnliche Substanzen lutschen und sich die Nanopartikel in unsere Zellen fressen. Alles nur für den Profit.

Die Zahlenschieber haben’s hinter sich, sie wissen es nur noch nicht, und werden auf unsere Kosten und der unserer Lebensumgebung künstlich am Leben erhalten. Das ist in etwa so, als hätten sich die frühen Säugetiere den Dinosauriern zum Fraß vorgeworfen, um deren Aussterben hinauszuzögern. Ich kann kein Vertrauen mehr in Autoritäten haben, welcher Art auch immer, denn die Zukunft hängt nicht ab von wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern von der Haltung der Menschen die sie gestalten. Ich habe das Bedürfnis und das Anrecht (oder bin ich nicht gleichwertig?) dazu ebenfalls beizutragen, und nicht länger jenen zu überlassen, denen meine Anliegen – die nicht einmal nur mich selbst betreffen – und Bedürfnisse am Arsch vorbeigehen. Jemand sollte ihnen in selbigen treten, vielleicht mischt das ja ein paar Wertezuordnungen neu, und es kommen mal ein paar zukunftsweisende Ideen bei raus.

Was wir uns vorstellen können, ist machbar. Da das Vorstellungsvermögen der Kreativen viel Raum hat, weil sie keine Fokussierer sind, ist das jetzt ihre Ära. Die Herausforderung ist, wieder zu erlernen, der Lebensumgebung und einander in möglichst allen Aspekten zu entsprechen, aber offenbar muss erst alles, was einst für die Intuition selbstverständlich war, durch den Verstand gedreht werden. An der Stelle sind wir dann eigentlich schon in der mentalen Evolution, die dringend auf ihre gesellschaftliche Initiierung wartet. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Individuen hat ja schon damit begonnen. Über ihre Bedenken setzen sich die Entscheider jedoch einfach hinweg, ohne sie verstanden zu haben. Die Programme die auf Entscheidungen angewendet werden, lassen das nicht zu, sie sind für eine Auflösung der Miesere ungeeignet. An der Stelle wäre jetzt das Einstein-Zitat passend, “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind”. Diese Denkweise versteht offenbar auch nicht, wovon er da spricht.

Das Erfolgsrezept unserer Vorfahren war Altruismus, so weit das Gehirn in der Lage war, Menschen (auch sensible, die beispielsweise Tiere lieben und ihnen kein Leid zufügen wollen > das sind Werte, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil sie gegen die profitschwere Fleischproduktion, und den unersättlichen, krankmachenden Hunger der danach geweckt wurde, sprechen) in seiner Umgebung sozial zu verwalten. Da müssen wir heute einfach in ganz anderen Dimensionen denken/fühlen lernen, und zwar umgehend, denn die junge Generation hat nicht mehr die Zeit darauf zu warten bis die “unverbesserlichen Traditionalisten” ausgestorben sind. Nicht ohne Grund wagen sich heute auch immer mehr über 50 und 60 Jährige in die Welt der sozialen Netzwerke. Während sich unser Gehirn in Netzwerken bewegt, spinnt es selber welche, und die (zumindest intuitive) Intelligenz nimmt dabei zu.

Sensiblen Menschen die von Zukunftsbesorgnis geplagt sind wird vorgeworfen, realitätsfremd zu sein. Von Cassandrasyndrom und Weltuntergangshysterie ist dann die Rede. Ja, der Wahnsinn ist normal geworden. Wer noch umfassend (weitsichtig / zukunftstauglich / viele Relevanzen) funktioniert wird ausgegrenzt, was nicht selten dazu beiträgt, dass Betroffene sich zutiefst verunsichert fühlen. Das war bei mir auch lange so. Seit ich vegan lebe, sehe ich die Dinge klarer und habe endlich auch den Mut (das Gewissen und die eigeninitiativ umgesetzte geeignete nachhaltige Lebensweise), sie auszusprechen – naja, manchmal…

Nachhaltig zu leben ist erfüllender als alles andere, weil das Gehirn weiß, dass es gut ist. Anders werden wir niemals ein erfülltes, glückliches Leben führen, dafür ist dieses Organ einfach schon zu lange in Entwicklung, und viel zu ausgetüftelt, als dass wir uns selbst bescheißen könnten. Ignoranz bringt auch überhaupt nichts, denn sich vom Falschen nicht abgeschreckt zu fühlen und es deswegen fortzuführen hat zwingend zur Folge, dass es dann über einen selbst hereinbricht. Es fällt auf uns zurück – alles.

Nov
04

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:
http://www.roh-vegan.de/artikel/fleisch%20zerstoert%20die%20welt.htm

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine nachhaltige Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper ;-)

Nov
01

Wie sagten unsere Großmütter: “Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es erlebt wie Du den Schmerz”. Ethische Gesichtspunkte sind für mich mehr als ausreichend tierische “Produkte” zu meiden, denn Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Einfühlungsvermögen und Leidensfreiheit gehören für mich untrennbar zusammen.

Okt
26

In letzter Zeit wird viel über Nachhaltigkeit und Werte geredet und geschrieben. Beide Bereiche spielen in meiner Lebensweise mittlerweile eine tragende Rolle. Wenn es uns ernst ist mit Nachhaltigkeit kommen wir nicht umhin, der größten Klimabedrohung von allen ins Auge zu sehen – unserer Ernährungsweise, zumal sich der weltweite Fleischkonsum bis zum Jahr 2050 verdoppelt haben soll. Allerdings wird es so weit gar nicht erst kommen, denn wir machen keine 20 Jahre mehr so weiter, geschweige denn 41…

In der Vergangenheit mag unser Überleben davon abhängig gewesen sein, tierische Produkte verwerten zu können – heute trifft offenbar das Gegenteil zu.

Der Einfluss den die Tierindustrie auf das Klima hat, wurde bislang unterschätzt. Bis zu 51 % der Treibhausgase könnten wir einer Ernährungsform verdanken, die auch unsere Gesundheitssysteme zunehmend belastet und außerdem unvorstellbares Tierleid legalisiert.

Jedes tierische Produkt ist nicht nur ersetzbar, sondern vielfach ist das Ersatzprodukt gesünder. Vegetarische und Vegane Ernährung sind von der American Diet Association als mindestens gleichwertig anerkannt worden. Bei vielen Krankheiten – z.B. Diabetis Typ II, Krebs etc., hat sich die vegane Ernährung als wirksamer erwiesen wie jede andere vorher angewandte Diät (http://www.vegetarische-initiative.de/ada_studie.htm).

Kaum ein Gebiet ist so umstritten wie die Ernährungswissenschaft, und die verbreiteten Informationen im Internet könnten widersprüchlicher kaum sein. Gerne unterstütze ich jeden, der seine Ernährungsweise in Hinkunft nachhaltiger gestalten möchte (nebenbei: fünf Jahre Ausbildung in Ernährungslehre), sei es, indem er dann und wann eine herkömmliche Mahlzeit durch eine vegetarisch / vegane Alternative ersetzen oder schrittweise umstellen will. Es ist nämlich nicht damit getan, Fleisch- bzw. tierische Produkte einfach wegzulassen, sondern auf eine ausgewogene und vielseitige Ernährung zu achten, um dem Körper alle Nähr- und Wirkstoffe zukommen zu lassen die er braucht.

Es ist ohnedies ratsam beim Einkaufen genau hinzusehen. Seit ich angefangen habe, Zutatenlisten zu lesen wächst mein Erstaunen darüber, welcher Müll uns heute als “Nahrung” verkauft wird.

Feed Icon