Jan
27

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

Okt
18

Eine Idee wird erst angenommen, wenn sie da Linderung verspricht, wo es bereits weh tut. Laut Voltaire, ist das wohl der Moment, in dem die Zeit reif für eine Innovation ist. Manche Menschen sehen Erfordernisse lange, bevor sie allgemein gefühlt werden, sind dann zu früh dran, ihrer Zeit voraus, werden müde belächelt statt angehört. Chancen, zu handeln, bevor Schmerz entsteht, sind dann vertan. So viel geschaffen, so viel entwickelt, so viel gedacht, und doch ist es nicht unser Verstand, der bewegt, oder Gedanken an die Oberfläche schiebt. Die Gedanken entstehen aus dem heraus, was uns aktuell bewegt. Mich bewegt die Frage nach unserer Zukunftsfähigkeit.

Manchmal ist die Vorstellung (oder das Fehlen davon) etwas zu ändern schmerzhafter, als alles zu belassen wie es ist, auch wenn es sich nicht gut anfühlt. Kein Gedanke wird üblicherweise an das verschwendet, was uns nicht emotional tangiert (natürlich zum Teil auch, weil es muss, da es Teil der Pflichterfüllung ist, für die es ja auch die geeignete Haltung braucht). Um etwas zu verändern, braucht es einen Motivator, die Vorstellung, dass es einem besser ergehen wird. Diese bilden wir heute üblicherweise in Kennzahlen ab. Physisch sind wir jedoch dafür geschaffen, an unseren Gefühlen zu bewerten wie zu- oder abträglich etwas war. Womit diese Gefühle verknüpft werden, das bestimmt unser Leben, und es besteht dabei leicht die Gefahr, dass es nicht mehr wir selbst sind. Wie individuell und erfüllend kann das aber dann noch sein?

Auf diesem Planeten gibt es nun wahrhaft genug zu tun, und massenhaft Raum, erfinderisch und kreativ zu sein, auch wenn es gerade jetzt, bedingt durch Hierarchien in Dimensionen wie wir sie nie zuvor hatten und Regelprogression, ganz besonders schwer ist, sich von unten hoch zu arbeiten. Noch dazu, wenn man keine Ellbogen hat, sondern nur was man weiß und in der Lage ist zu ermitteln. Es gibt, man mag es kaum glauben, Menschen, die arbeiten für Ergebnisse, die wollen Nutzen generieren, und für die ist Geld nichts anderes als ein Effekt für das, was sie geleistet haben. Das sind heute selten jene Menschen, die an ihren Ideen dann auch verdienen.

Die Interaktion mit der Welt kann nicht alleine über den Verstand erfolgen, sondern braucht die emotionale Ebene, die Basis für die Intuition. Die Anforderung war ja, bereits entscheidungsfähig zu sein, bevor wir mit konkreten (Teil!)Daten rechneten. Sonst wären wir kaum so weit gekommen – ohne Emotionen und soziale Kompetenz.

Wie oft ich schon Worte wie diese gelesen habe: “Das ist doch eh alles nur Biochemie”. Es klang desillusioniert, entschuldigend dafür, dass wir uns nicht mehr investieren wollen in etwas, worüber wir angeblich keine Macht haben, weil es ja biochemisch wirkt, und wir dem also hilflos ausgeliefert sind. Intelligenz ist aber grade die selbst gelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten, und Gefühle sind davon ein Teil, der wichtigste sogar, denn sie setzen die Grenzen unseres Verstandes. Wenn wir hier also ganz weit aufmachen, schaffen wir auch ganz viel neuen Raum für unser Denken.

Mir ist Geld nicht genug. Ich hab auch gerne eine funktionierende Lebensumgebung um mich herum. Wäre zu dumm, das erst zu bemerken, wenn es sich nicht mehr so verhält. Ich habe dazu nur aus einem Grund einen adäquaten Gefühlseindruck, weil ich mich mit dieser Frage intensiv auseinandergesetzt habe. Hast Du das in derselben Art und Weise getan, wissen wir jetzt beide, wovon ich spreche.

Wir hatten in der Vergangenheit Innovationen, die die Welt aus den Angeln hoben. Was die Welt und alles auf ihr drauf braucht, sind Innovationen, die helfen, sie wieder ganz zu machen. Da besteht ein Bedarf, ein echter. Wenn das bitte mal kein Zukunftsmarkt ist. Wettbewerb dynamisiert die Entwicklung. Was im Zentrum des Strebens steht, gibt die Richtung vor und wo es hinführt – sein oder nicht mehr. Ich bezweifle ketzerisch, dass Kennzahlen darüber Auskunft geben. Wenn sie aber das Motiv sind, ist die Frage nach sein oder nicht mehr, auch schon nachrangig. Sind wir intelligent genug, dass unsere Ambivalenz nicht zum Dilemma wird?

Es ist nicht dasselbe, sich soziale Verantwortung auf die Fahnen zu schreiben, oder tatsächlich so zu empfinden. Die Gesinnung macht einen gravierenden Unterschied. Sie sieht nämlich, wo die Prioritäten tatsächlich liegen. Natürlich bei den Menschen.

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