Apr
23

(Bewusstes) Denken ist der selbstgelenkte Umgang mit dem verbal erschlossenen Bruchteil des Wissens des Gehirns. Der bewusste Gedanke ist nur die Oberfläche, die Spitze des Eisbergs, das Fazit. Wenn es darum geht, Bereiche unserer Informationsverarbeitung zu verstehen, die dem Verstand nicht vordergründig zugänglich sind, kommt gerne der Einwand, das sei zu philosophisch, esoterisch oder mystisch.

Dabei handelt es sich bei unseren intuitiven Fähigkeiten um eine ganz natürliche Funktionalität eine der großartigsten Erfindungen der Natur, dem menschlichen Gehirn. Worte aneinanderzureihen und damit Sinnbilder zu übertragen ist nur ein kleiner Teil dessen, was unser Gehirn kann. Der eigentliche Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal. Was auf der Ebene wahr-genommen wird, kann bestenfalls komprimiert übertragen werden, schon daher, weil es für die lineare Verarbeitung (Verstand) viel zu datendicht ist. Intuition ist die geeignete Methodik mit Komplexität umzugehen. Und diese wiederum hat sehr viel damit zu tun, wie wir (mit)fühlen. Man hat dann ein “Gespür” für was, ein Gefühlsbild, das verblüffend konkret werden kann. Manche Menschen lösen damit komplexe mathematische Aufgaben.

Unser Gehirn ist nicht als objektive Faktenkopiermaschine konzipiert. Orientierung durch Fühlen ist geradezu die Essenz des Konzepts. Fürs Rechnen haben wir Computer, so dass wir uns der aus Subjektivität hervorgehenden Individualität und Vielfalt erfreuen könnten. In einem Universum unzähliger Unds, reiben wir uns stattdessen an Entweder-Oders auf.

Zweifelsohne sind aus unserer Fähigkeit scharf zu denken und zu modellieren erstaunliche Entwicklungen hervorgegangen. Doch der Wohlbefindensindex der Menschheit ist damit nicht gewachsen. Der Börsenindex ist uns außerdem viel wichtiger. Um dasselbe Wohlbefindensniveau zu erhalten, werden die Anstrengungen immer größer, und damit sinkt der Zugewinn auch gleich wieder, immer schneller.

Hierarchisches Denken (Verstand) befördert hierarchische Strukturen. Ganzheitliches Denken (Intuition) muss hingegen nicht so selektiv sein. Stell Dir Intuition (die ganzheitliche Landkarte des Gehirns / virtuelles Abbild der Welt) als (je nach Bandbreite großer Teil einer) Zielscheibe vor. Der Punkt auf den der Pfeil trifft, ist der relevanteste Verarbeitungsrest, der sich über den Verstand als bewusster Gedanke manifestiert. Manches Gehirn weiß überhaupt nichts mehr von einer Zielscheibe, zum Beispiel wenn es grade mal einen winzigen Ausschnitt der Welt kennt. Folglich weiß der Verstand nichts darüber, wie nahe an der Mitte sein Schuss treffen wird, und ob überhaupt. Die Mitte berücksichtigt die ganze Scheibe (innere und äußere Welt), ohne jedes ihrer Details kennen zu müssen. Die Mitte zu treffen ist also die eigentliche Kunst intelligenter Kognition.

Am technischen Modell ist es leichter zu erkennen – Werte sind der Schlüssel der Informationsverarbeitung und die Kompatibilitätsschnittstelle zwischen intelligenten Informationssystemen (eine der Ideen die wir mit unserem Datenmodell verbanden war, „Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden“). “Werte” ist ein treffender Begriff dafür, da unsere Realität (die Summe) anders aussieht, kalkulieren wir sie in das was wir wollen, mit ein oder nicht. Die Mathematik des Gehirns rechnet nicht mit Zahlen. Doch worauf sie hinaus will, steht fest. Denken und Tun gehen dahin, wo die Wohlbefindensaussicht am Größten ist. Von der Einschätzung was dafür alles erforderlich und hinnehmbar ist hängt ab, für welche Lösungswege sich das Gehirn entscheidet. Wenn wir unser Belohnungssystem also falsch trainieren, verrechnen wir uns, und das kann uns die Zukunft kosten.

Apr
21

Wie reagieren Menschen auf wachsende Komplexität? – treffend beschrieben fand ich.

Feb
13

Ist legal gleichbedeutend mit richtig, und illegal gleichbedeutend mit falsch? Und wenn es so ist, wie konnte es, wenn legal richtig ist, auf dieser Basis zu einer Finanzkrise kommen?

Mit herkömmlichen Mitteln sind die Probleme nicht zu lösen, sie haben sie verursacht. Sie noch konsequenter zu verfolgen ist, wie wenn man weiter geradeaus in einer engen, dunklen Höhle herumtappst, deren Wände einen mit jedem Schritt noch mehr Spielraum wegnehmen. Am Ende vom Tunnel bleibt es hingegen dunkel.

Obwohl eigentlich Vernunft gemeint ist heißt es stattdessen gerne, man habe den Verstand verloren. Als wäre er die Quelle unserer Motivation. Woher sollte er das sein, wenn es doch immer noch um dasselbe geht, wie seit Anbeginn des Lebens? Der Verstand ist ein Erfüllungswerkzeug und Höhlenforscher, ein partieller Schnittmusterabgänger, der wohl eine Linie zu einer Zeit sehr scharf sieht, und in der Lage ist, sie in jedes seiner Pixel zu zerlegen, worauf er dann vorläufige Schlüsse zieht, von denen sich bisher die meisten als falsch erwiesen. Die wir heute für richtig halten, von denen wissen wir es auch nicht sicher. Denn der Verstand sieht nicht, was für Kleidungsstücke aus dem Schnittmuster hervorgehen werden, er weiß nichts über Freude an Vielfalt, Schönheit von Farben und Variationen über das Naheliegende hinaus. Das weiß nur die Vorstellungskraft, die Fantasie, zusammengesetzt aus allem, was uns je berührte. Da sie darauf zunehmend verzichten musste(?) ist unsere “moderne” Gesellschaft auch so desillusioniert. Nicht etwa, dass sich etwas an unserer komplexen, faszinierenden Zusammensetzung geändert hätte – nein, wir SEHEN sie nur anders, simplifiziert. Und das ist bedauerlich, weil es sehr wohl eine Methodik gibt, mit Komplexität umzugehen, auch unserer eigenen. Das jedoch geht gerne zulasten der Schärfe. Die Kombination von beidem würde es ausmachen. Nur wenige Menschen nutzen sie.

Manchmal zieht man einen haarscharfen Schluss, und es ist genau das Gegenteil zutreffend, wenn man schärfer schließt. Also eigentlich müssten wir alles, was wir als “gegeben” betrachten, immer wieder hinterfragen – statt es über die Schmerzgrenzen hinaus zu degenerieren. Es ist nicht einfach dieses Anliegen zu vermitteln, vielleicht sogar deswegen, weil man keine Meinung übertragen will, sondern den Leser davon überzeugen, dass er selbst eine hat – und sich dabei nicht darauf beschränkt, welchem Experten, Anbieter oder Medium er traut. Intelligenz ist die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapazitäten! Im Zeitalter der massenhaften Massenkopierfehler ist es gesünder, der Manipulation die diese Entwicklung stützt, etwas entgegenzusetzen zu haben – einen gut geschulten, informierten und starken Willen, der sich weigert, für Fehler gleich doppelt oder dreifach zu bezahlen – nicht nur, indem er sie honoriert, sondern auch, indem er Folgewirkungen an seiner und der Gesundheit der Umgebung, sowie finanzielle Schadwirkungen als Steuerzahler später ausbügeln muss. War es wirklich eine gute Idee, die Welt für käuflich zu erklären? – Und warum dürfen sich die einen so viel davon herausnehmen, und andere nicht mal so viel dass sie überleben können?

Ich finde dafür wohl eine Erklärung, aber keine vernünftige. Mit dem Verständnis der Funktionsweise menschlicher Informationsverarbeitung veränderten sich nicht nur meine Schwerpunkte, es veränderte sich alles. War es früher Technologie, liegt mein Fokus heute in der Art und Weise wie die Ausrichtung der Elemente (Orientierung > Triebe, Fühlen, Denken) eines Systems dessen Oberfläche formt, also das, was wir abbilden. Individuell und global, als Menschheit, als System, als Organisationsstruktur. Letztere ist es, die mich zutiefst besorgt. Ich sehe darin keine Zukunftstauglichkeit, und habe außerdem Zweifel daran, dass auf Basis so ausgeprägter Hierarchien (Verstand!) globale Intelligenz abbildbar und lebbar ist. Vor ein paar Wochen las ich einen Beitrag (bei Heise) über außerirdisches Leben, bei dem der Autor wie selbstverständlich davon ausging, dass es die Menschheit in 100.000 Jahren nicht mehr geben wird. Evolutionär betrachtet sind 100.000 Jahre keine gravierende Zeitspanne, wenn nicht grade eine gewaltige Natur- oder kosmische Katastrophe die Ausgangsbedingungen auf den Kopf stellt. – Oder wir selbst. Damit verdammen wir uns selbst dazu, zu seufzen, “wie schnell doch die (unsere) Zeit vergeht”…

Wenn das, was ich jemandem “verkaufe” seine Lebensumgebung schädigt, wie gut kann ich es dann mit demwem meinen? Und die Wahrheit über mein Produkt kann ich ihm dann ja wohl auch nicht erzählen. Also lüge ich Werbung? – Kein Wunder, dass das Misstrauen zunimmt. Dem Bewusstsein mag vieles entgehen, dem Gehirn aber nicht, und es kommuniziert seine Ergebnisse in Form komplexer Mischeindrücke, die weit bessere Chancen haben, der Wirklichkeit nahe zu kommen wie der Verstand. Wenn es um Komplexität geht, ist unsere Intuition dem Verstand überlegen. Ihr nicht zu trauen weil sie (nicht zuletzt auf Grund ihrer Datendichte) nicht verbalisierbar ist, führt dazu, dass letztlich keine getroffene Entscheidung mehr die eigene ist.

Die Open-Bewegung lebt es uns vor: Es gibt für das, wofür man bezahlen muss, immer auch kostenlose Alternativen. Wenn das nur geht, wenn ein Mensch adäquat fühlt, dann muss er eben entsprechend fühlen lernen, und das dann ein Qualifikationskriterium dafür sein, welche Position er ausfüllt, so dass der Wirkungsradius dem Verantwortungsbewusstsein nicht mehr davonläuft. Zielstrebigkeit ist nur dann erwünscht, wenn es um die richtigen Ziele geht. In wie weit sie dann erreicht wurden, ist eine Frage des Befindens aller. Auch hierbei geht es um Informationsverarbeitung. Daher ist es mein Anliegen, Gefühle kognitiv nachvollziehbar zu machen, da emotionales Denken nach wie vor in dem Ruf steht, irrational zu sein. Gefühle sind nicht irrational, die Symbole mit denen wir sie verknüfen allenfalls, z.B. wenn sie zur Bedrohung für unseren Lebensraum werden. Die Wahrheit ist, dass unsere Gefühle IMMER das Fundament unseres Denkens bilden. Was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken. Unsere emotionale Bewertung, nicht Fakten, sind bestimmend dafür, wie wir mit allem was uns umgibt und uns selbst umgehen, ja auch dafür, ob wir bereit zu vernünftigem Handeln sind. Davon hängt schließlich ab, ob wir eine Zukunft haben, wie die Menschen darin leben, und wie frei sie sich entfalten werden.

Alleine durch das was wir mittlerweile über Evolution wissen, müsste viel klarer geworden sein, was wir falsch machen. Dann kann es keinen verünftigen Grund mehr geben, die erkannten Fehler zu berichtigen. Ich bin erschüttert von der Anzahl der Menschen die sich als “rational” oder “realistisch” deklarieren als Ausrede dafür, das entweder ganz zu ignorieren oder für zwingend betrachtet wissen zu wollen. Damit die leidvolle Extremsituation die was verändert nicht eintreten muss, muss ein adäquater Eindruck in unserer Vorstellung entstehen, und die Bereitschaft dazu kann nur jeder für sich selbst herstellen. Nur andere Werte führen zu einem anderen Rechenergebnis. Ob die Werte von außen aufgezwungen sein müssen oder präventiv von innen kommen, ist die einzige Entscheidungsfreiheit, die wir haben.

Unsere Geschichte hat uns oft genug vor Augen geführt, dass uns Wissen nicht davor bewahrt, Dummheiten zu begehen. Es erhöht lediglich die Wirkkraft. Wissen und Technologie werden nicht reichen. Im Gegenteil, je mehr wir davon haben, umso gefährdeter werden wir sein. Was wir in die Welt setzen entstand – wie wir – evolutionär, und verhält sich auch wie etwas Evolutionäres. Es (wird) entickelt [sich]. Es kann uns verändern, es kann uns verdrängen, es kann uns vernichten, wenn seine Wirkkraft auf die Umgebung (uns inklusive) zu stark wird.

Dez
08

Geht es den Menschen wirklich um die Wahrheit, oder vielmehr darum, Position beziehen zu können, den Standpunkt, den Ersatz fürs Territorium? Nichts ist nachhaltiger als die Wahrheit. Unsere Lebensweise ist aber nicht nachhaltig. Wenn uns die Wahrheit für uns so wichtig ist, warum tun wir dann nichts um ihr zu entsprechen?

Es ist unübersehbar, dass unsere Eingriffe in die Natur massive Auswirkungen auf ein Ökosystem haben, dessen Komplexität wir bis heute nicht vollumfänglich begriffen haben. Wir sind uns wohl darüber im Klaren, dass wir zum Aussterben vieler Arten beigetragen haben, aber noch nicht, welche Folgewirkungen für andere Arten daraus entstehen werden, und wie viele wir noch verlieren werden weil ihre Existenz mittel- oder unmittelbar von denen abhängt, die nicht mehr da sind. Auch das Klimasystem ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, von denen wir ebenfalls noch nicht alle kennen. So weit ist es richtig, dass sich Klimaforscher da in Details noch irren können. Dass unsere Aktivitäten, angefangen bei der Anwendung von Brennstoffen bis hin zur Luftverschmutzung, darauf keinen Einfluss haben sollen, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich – unabhängig davon, was welche Experten darüber fabulieren mögen.

Ich finde ohnedies, dass wir in den wichtigsten Lebensfragen viel zu wenig auf unser Innerstes hören und unsere Lebenshaltung stattdessen überwiegend eine Frage davon ist, welchen Medien, Produktanbietern und Experten wir glauben. Nachprüfen können wir das meist ohnedies nicht, so dass von Wissen keine Rede sein kann. Es sind also letztlich wieder nur Glaubenslager, die sich gegeneinander positionieren.

Aug
10

Wenn Menschen versuchen, das Denken zu erklären, dann denken sie dabei an den Verstand. Verständlich, denn averbales Denken ist schwer in Worte zu fassen. Doch was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken (Routinen abarbeiten, weil es nötig ist seinen Job zu erledigen, meine ich mit Denken allerdings nicht, sondern eigenständiges [Er]Fassen von Gedanken…), denn unsere Datenverarbeitung basiert auf Werten (die erfassten Werte bilden entsprechend dem Ausmaß ihrer jeweiligen Gewichtung die Empfindungs- und Denkmuster an der Beziehung zur Aufgabenstellung aus). Dies ist ein Versuch der verbalen Annäherung.

Die Wahrnehmung war von Anfang an beschränkt. Im Lauf der Entwicklung dehnte sich das Spektrum mit der Komplexität der Lebewesen aus. Die Gewöhnung (Routine) ist neben der Ignoranz ein starkes Mittel, sich auf das (gerade) Wesentliche zu konzentrieren. Ignoranz ist sogar eine der wichtigsten Methoden der kognitiven Entwicklung, die ebenso auf dem Bestehenden aufbauen muss, wie die biologische. Das neu Betrachtete, das entweder nicht mehr ignoriert wird oder neu vorstellig, ist vom bekannten Datenstand zu trennen. So ist es isoliert betrachtbar und mit dem vergleichbar und darin genauer verankerbar, was man schon weiß. Würde stets die komplette Umgebungsinformation auf einen einwirken, wäre die Verwirrung zu groß um die Aspekte unter- und voneinander zu differenzieren. Allerdings führt alles zu einem möglichst umfassenden Verständnis hin. Die Simplifikation ist so kein Ziel sondern nur eine Methode von mehreren.

Das ursprüngliche Denken des Gehirns (ge)braucht keine Worte. Intuition – Gefühlsbilder – funktioniert wesentlich umfassender als der fokussierende Verstand. Der Verstand wäre mit der Informationsdichte eines intuitiven Eindrucks überfordert. Daher wendet er sich nur dem gerade relevantesten Aspekt zu (Reduktion). Ignoranz ist zwar durchaus Bedingung dafür, scharf zu denken und zu modellieren, was jedoch leicht zu Einseitigkeit und einer Verzerrung der Perspektive führen kann. Ist die Basis eines Denkmodells beispielsweise ein falscher Schluss, pflanzt sich dieser in allem was darauf aufbaut fort und leitet die Orientierung des Gehirns in abweichende Bahnen (Werteverschiebung).

Ich bin nahezu überzeugt davon, dass wir dem Verstand die Hierarchien verdanken, die wir heute global abbilden. Das ignorierte Wohl vieler setzt diese *unten* ab, so wie wir heute weite Teile unserer nicht begriffenen Informationsverarbeitung ins *Unterbewusste* abschieben und weitgehend aus unseren Entscheidungen ausklammern (Folge: diese *Werte* fehlen dann natürlich im Ergebnis). Daher kann ich die Überzeugung mancher Menschen, wir *müssen nicht alles über uns wissen* nicht teilen, obgleich ich einräume, dass nicht alle Menschen dieses Wissen nötig haben, um es anwenden zu können. Das sind jedoch augenscheinlich nicht jene, welche die für uns alle relevanten Entscheidungen treffen, orientiert an nur einer Relevanz. ALLE ÜberLebensaspekte sind für unsere Überdauerung relevant! – Reduktion über den Betrachtungsmoment hinaus ist daher verwerflich. Wir müssten die jeweilige Detailbetrachtung immer auch wieder in den Gesamtkontext zurückführen und diesen ebenfalls berücksichtigen.

Interpretation neigt leicht mal dazu, Effekte mit Idee oder Zweck zu verwechseln. Heute entstehen daraus zum Beispiel Verschwörungstheorien. Als wir noch nichts oder wenig über den faktischen Hintergrund unseres Seins wussten, kamen dabei für neuzeitliches Empfinden fantastisch anmutende Bilder zum Vorschein. Letztlich konnten wir jedoch nichts davon einfach aus der Luft greifen, sondern nur aus dem Fundus des Vorstellbaren (das Vorstellbare ist machbar) schöpfen, so dass sich für mich heute nicht mehr die Frage stellt ob, sondern wie etwas wahr ist. Wir sind stark auf den Wahrheitsgehalt unserer Vorstellungen ausgerichtet. Letztlich kommt es aber auch für uns immer noch auf die Wahrheit in der Wirkung an.

Ein Mensch ist kein Mensch. Handelt er ego-zentrisch wie es ihm sein Wille vorgibt (seine Triebe), nimmt er Vorteil am Schaden anderer, was der Gesellschaftsentwicklung hingegen nur unter massiven Einbußen *hilft*. Das ist letztlich auch zu seinem Schaden. Seinen Trieben ist das egal, weil sich die anderen nicht alle in seiner direkten Lebensumgebung befinden, wodurch der Sozialtrieb zur Geltung käme. Eine Gesellschaft aus Individuen die sich in einer hinreichend optimalen (auch sozialen) Umgebung entfalten und verwirklichen können wäre so wieder als ein homogenes hochentwickeltes Wesen zu verstehen, auf das sich unsere aktuell disharmonischen Zustände vielleicht versuchen einzusteuern. Die Idee vom globalen Frieden und das Wohl aller Individuen ist dann ein Ziel.

Da die Intuition ein Vielfaches an Zeit hatte, den Umgebungsbedingungen umfassend zu entsprechen und sich darin zu bewähren, weiß sie es vielfach einfach besser. Daher ist es grundsätzlich keine so gute Idee, gegen seine inneren emotionalen Einwände (Empathie, soziales [Ge]Wissen) zu handeln und seine Entscheidungen dahingehend nicht auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass wir die systematische Instrumentalisierung und Massentötung von Lebewesen als selbstverständlich hinnehmen um damit ein lineares Ziel zu erfüllen, das genau betrachtet eigentlich keines sein kann. Auch Menschen waren in nicht allzuferner Vergangenheit von solchen Maßnahmen betroffen. Ihre Instrumentalisierung ist hingegen zur Selbstverständlichkeit geworden, was zum Verlust der Subsistenz führte. Jedes Kind mit einigermaßen Gerechtigkeitsempfinden (und es gibt kaum ein Kind ohne) würde beim Betreten eines *Fleischproduktionsbetriebs* in Tränen ausbrechen, oder ihm vor Entsetzen der Mund offen stehen. Dass wir uns daran kein Beispiel nehmen, ist nicht etwa ein Zeichen von Fortschritt, sondern von (Selbst)Reduktion (an einer oder wenigen Relevanzen, die jedoch subjektiv sind, denn für uns kommt es objektiv betrachtet nämlich nach wie vor auf die Summe aller ÜberLebensaspekte an – und sie sind vom natürlichen Denken des Gehirns auch berücksichtigt worden, sonst wären wir kaum so weit gekommen).

Die Blockade zwischen Intuition und Verstand wird uns im Zuge unserer Ausbildung geradezu gewaltsam ins Gehirn genagelt, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt dessen berücksichtigt, was wir sind. Die meisten Menschen halten jedoch ihr Leben lang daran fest. Davon befreit, das (Selbst)Vertrauen aufzubringen, diese Blockade loszulassen. Die Fähigkeit zur Mustererkennung greift, schnelles Erfassen komplexer Zusammenhänge und Verstehen sind (wieder) ganz normal. Dann wird Intuition zu einer unerschöpflichen Quelle, die den Verstand mit Dauerinspiration versorgt (Synergieeffekt > Vernunft), und die individuelle Lebensqualität deutlich anhebt.

Aus etwas, das *nicht* genügt, entsteht in der biologischen Evolution nichts. Kognitive Entwicklung (Lernen) ist an der Erfahrung auch durch Ausschluss des nicht Genügenden möglich. In der Biologie verbleibt dafür keine Basis, nicht Genügendes besteht nicht fort. Die verbesserte Entsprechung ist dort grundsätzliche Zielrichtung. Daher ist Reduktion (wir nennen es gerne mal *Optimierung* oder *Konsolidierung*) die falsche Richtung, weil damit Berührungspunkte verloren gehen, statt mehr zu werden (dies war für die Entstehung unserer Intelligenz geradezu Bedingung).

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