Apr
23

(Bewusstes) Denken ist der selbstgelenkte Umgang mit dem verbal erschlossenen Bruchteil des Wissens des Gehirns. Der bewusste Gedanke ist nur die Oberfläche, die Spitze des Eisbergs, das Fazit. Wenn es darum geht, Bereiche unserer Informationsverarbeitung zu verstehen, die dem Verstand nicht vordergründig zugänglich sind, kommt gerne der Einwand, das sei zu philosophisch, esoterisch oder mystisch.

Dabei handelt es sich bei unseren intuitiven Fähigkeiten um eine ganz natürliche Funktionalität eine der großartigsten Erfindungen der Natur, dem menschlichen Gehirn. Worte aneinanderzureihen und damit Sinnbilder zu übertragen ist nur ein kleiner Teil dessen, was unser Gehirn kann. Der eigentliche Gehirncode liegt tiefer, und natürlich ist er averbal. Was auf der Ebene wahr-genommen wird, kann bestenfalls komprimiert übertragen werden, schon daher, weil es für die lineare Verarbeitung (Verstand) viel zu datendicht ist. Intuition ist die geeignete Methodik mit Komplexität umzugehen. Und diese wiederum hat sehr viel damit zu tun, wie wir (mit)fühlen. Man hat dann ein “Gespür” für was, ein Gefühlsbild, das verblüffend konkret werden kann. Manche Menschen lösen damit komplexe mathematische Aufgaben.

Unser Gehirn ist nicht als objektive Faktenkopiermaschine konzipiert. Orientierung durch Fühlen ist geradezu die Essenz des Konzepts. Fürs Rechnen haben wir Computer, so dass wir uns der aus Subjektivität hervorgehenden Individualität und Vielfalt erfreuen könnten. In einem Universum unzähliger Unds, reiben wir uns stattdessen an Entweder-Oders auf.

Zweifelsohne sind aus unserer Fähigkeit scharf zu denken und zu modellieren erstaunliche Entwicklungen hervorgegangen. Doch der Wohlbefindensindex der Menschheit ist damit nicht gewachsen. Der Börsenindex ist uns außerdem viel wichtiger. Um dasselbe Wohlbefindensniveau zu erhalten, werden die Anstrengungen immer größer, und damit sinkt der Zugewinn auch gleich wieder, immer schneller.

Hierarchisches Denken (Verstand) befördert hierarchische Strukturen. Ganzheitliches Denken (Intuition) muss hingegen nicht so selektiv sein. Stell Dir Intuition (die ganzheitliche Landkarte des Gehirns / virtuelles Abbild der Welt) als (je nach Bandbreite großer Teil einer) Zielscheibe vor. Der Punkt auf den der Pfeil trifft, ist der relevanteste Verarbeitungsrest, der sich über den Verstand als bewusster Gedanke manifestiert. Manches Gehirn weiß überhaupt nichts mehr von einer Zielscheibe, zum Beispiel wenn es grade mal einen winzigen Ausschnitt der Welt kennt. Folglich weiß der Verstand nichts darüber, wie nahe an der Mitte sein Schuss treffen wird, und ob überhaupt. Die Mitte berücksichtigt die ganze Scheibe (innere und äußere Welt), ohne jedes ihrer Details kennen zu müssen. Die Mitte zu treffen ist also die eigentliche Kunst intelligenter Kognition.

Am technischen Modell ist es leichter zu erkennen – Werte sind der Schlüssel der Informationsverarbeitung und die Kompatibilitätsschnittstelle zwischen intelligenten Informationssystemen (eine der Ideen die wir mit unserem Datenmodell verbanden war, „Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden“). “Werte” ist ein treffender Begriff dafür, da unsere Realität (die Summe) anders aussieht, kalkulieren wir sie in das was wir wollen, mit ein oder nicht. Die Mathematik des Gehirns rechnet nicht mit Zahlen. Doch worauf sie hinaus will, steht fest. Denken und Tun gehen dahin, wo die Wohlbefindensaussicht am Größten ist. Von der Einschätzung was dafür alles erforderlich und hinnehmbar ist hängt ab, für welche Lösungswege sich das Gehirn entscheidet. Wenn wir unser Belohnungssystem also falsch trainieren, verrechnen wir uns, und das kann uns die Zukunft kosten.

Mrz
06

Unsere Folgerungen sind daran gemessen, woran wir uns orientieren, immer richtig. Um also die Folgerungen zu ändern, müssten wir die Orientierung verändern, und sei es virtuell, als "was wäre wenn"-Szenario. Heisenberg sagt ja eigentlich, die anderen werden einen nie so sehen wie man ist, denn was Menschen beobachten, verändern sie dabei. Auf dieser Ebene bleibt das Entwicklungspotential also ungebrochen.

"Erfolg bedeutet, ehrlich sein zu können."

Authentizität als Marketinginstrument einzusetzen wirkt fortdauernd. Denn Authentizität ist Wahrheit, das einzig Urgültige, dem wir aber immer nur so weit entsprechen können, wie wir uns selbst verstehen. Als Beobachter unserer selbst verändern wir uns in das, was wir sehen. Besonders deutlich wurde dies nach der Formulierung der Evolutionstheorie, aus welcher der Sozialdarwinismus abgeleitet wurde.

Nicht etwa, dass sich nach der Veröffentlichung von Charles Darwins Werk Entstehung der Arten etwas an unserer komplexen, faszinierenden Zusammensetzung geändert hätte. Physisch waren wir immer noch dieselben. Wir sahen uns fortan nur anders, temporär simplifiziert, obwohl Darwins Überlegungen keineswegs simpel waren. Die Sicht auf die Dinge verändert sich jedoch gerade, weil uns nicht nur die Genetik vor Augen führt, dass vielschichtig verschränkte Gruppen die Komplexität des Vernetzten hyperexponentiell erhöhen (vernetzte Gruppensystematik). Es braucht nicht Tausend mal so viele Gene, um ein Tausendfaches an Komplexität hervorzubringen. Für die Vernetzung in unseren Gehirnen, also unser Denken, gilt das ebenso.

Erfolgreich zu sein erfordert immer mehr Wissen. Wer die Nase nach vorne bringen und dort halten will, kann es sich nicht mehr leisten, je mit dem Lernen aufzuhören. Um sein Wissen dauerhaft verwerten und aktualisieren zu können, kommt der Mensch um eine zunehmend tiefere Befassung mit sich selbst und dem was ihn umgibt nicht herum. Das führt zu mehr Intimität, und offenen Schnittstellen. Wenn es um Komplexität geht, ist unsere Intuition dem Verstand überlegen. Ihr Eingreifen – sozusagen aus der Not heraus – verbessert die natürliche Fähigkeit des Gehirns Muster zu erkennen. Das wiederum erhöht die Aufnahme- und Verständnisfähigkeit. Ein Kreis nach dem anderen schließt sich.

Authentizität ist die letzte Stufe der Entwicklung der Werbung. Das Universum hat nichts besseres als die Wahrheit zu bieten, außer die Vision, die zur Wahrheit werden kann, sofern sie umgebungskompatibel ist. Je stärker sie sich an der Wirklichkeit orientiert (Wahrhaftigkeit), umso näher gelangen wir an ihre Erfüllung. Die Beschaffenheit unserer Zukunft wird aus dem hervorgehen, was wir uns heute vorstellen, so wie die Gegenwart das Ergebnis menschlicher Vorstellungen aus der Vergangenheit ist.

Aug
25

Ein Nebeneffekt der Sprachentwicklung war, dass sie eine Art Programmierschnittstelle zwischen den Menschen schuf, in der die Gewichtung immer stärker auf die Symbolik gelegt wurde. Daher streiten sich Menschen heute um die Wahrheit in ihren Vorstellungen und übersehen dabei, dass es immer noch auf die Wahrheit ankommt, die in den Wirkungen liegt. Auf sein Inneres zu hören wäre der beste Schutz gegen Manipulation, doch massenmedial gestützte Mainstreamkompatibilität definiert die *Denk*-Standards, und überschreibt das ureigene Empfinden. Nun ist auch die nicht *normal*, das vergessen wir leicht, wenn wir uns nur den momentanen Ausschnitt der Entwicklungen betrachten.

Intuitives Denken ist nonverbal, datendicht und unmittelbar an den Werten angesiedelt. Es in Worte zu fassen ist Übersetzungsarbeit und Reduktion. Durch KI-Forschung und Rückadaption auf den Menschen wurde mir der Zusammenhang zwischen Werten und Informationsverarbeitung klar. Das machte Intuition für mich sichtbar und konkretisierbar – wenn auch erheblich reduziert, da ich mich nur den relevantesten Aspekten zuwenden kann. Die sind aber eigentlich schon wieder subjektiv, denn ich orientiere mich bei der Auswahl *meiner* Relevanzen am Leitsatz: “keiner verliert, wenn alle gewinnen”, Win-Win weiter gedacht – es auszuweiten ist im Grunde nur eine Frage berücksichtigter Parameter. Neuronale Logik ist wie Mathematik, jedoch mehrdimensional und grundlegender. Grenzen betonieren wir selbst, denn unser Neuronennetz ist anfänglich *nach oben offen*. Ich sehe keine physischen Grund, der es erforderlich macht, den Deckel zu schließen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, sich gegeneinander zu stellen, dafür gibt es nur biologische. Doch niemand kann einfach so abschütteln, dass da ein ganzer Tiergarten in ihm wohnt. Der will gefüttert, bestätigt, akzeptiert, bewegt und gestreichelt werden. Ich denke nicht dass Zwänge oder noch mehr Regulierungen nachhaltige Lösungen sein können. Was nicht freiwillig ist, wird auf Dauer nicht funktionieren.

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass alle Überlebensaspekte für unsere Überdauerung relevant sind. Ökonomisches Denken tut so, als wäre es nur Geld. Dies ist aber nur ein Symbol, und dieses Symbol hat den Stellenwert von *Gott* eingenommen. Sich am Versorgungsbedarf der (ihrer Subsistenz verlustig gewordener) Menschen zu bereichern kommt mir heute vor wie (legalisierter) Diebstahl. Mit welchem Recht vereinnahmen Unternehmen Ressourcen und unter Wert bezahlte Potentiale für sich, beuten sie systematisch und vernichtend aus? Nur weil sie sich eine große Menge Geldes angeeignet haben? – Das also macht unsere Interessen, unseren Wunsch diese Welt für unsere Nachkommen zu erhalten, weniger wert als deren Wunsch, sich über alle Maßen zu bereichern? Was sie sich da herausnehmen, steht doch in keiner Relation mehr zum Nutzen für die Menschheit.

Wir brauchen wieder echte Unternehmer, keine Luftblasen die nur noch Gelddruckmaschinen sind. Arbeitslose müsste es nicht geben – jeder kann was tun, alleine Gesetzgebung und Auflagen behindern besonders die Kleinen. Wer was leisten will, wird mit Einschränkungen und Substanzentzug bestraft, und “gefördert wird nur, wer schon Geld hat” (Zitat, Innovationsförderungsberatung). Die Konzentration von Potentialen und Entscheidungsgewalt verteilt auf wenige bewirkt (ähnlich wie es parallel dazu in unseren Gehirnen stattfindet) eine Ausdünnung der emotionalen-sozialen Vernetzung. Wenige entscheiden über die Geschicke von mehr Menschen als ihr Gehirn sozial verwalten kann, weshalb der Sozialtrieb dann nicht mehr zur Geltung kommt. Wir sind denen egal…

Je weniger Werte in Entscheidungen einfließen, umso höher sind diese im Einzelnen gewichtet, und ist die Einzelwirkung, und umso schneller wird was wir mit wachsendem Fortschritt verwechseln. *Wirtschaftliches Denken* ist Reduktion auf einen einzigen *Wert*, was den Veränderungsprozess durch dessen Übergewichtung (isolierte Entwicklung, linear, progressiv dynamisch, alles mitreißend, da ja nach wie vor alle Aspekte miteinander verbunden sind, auch wenn wir diese isoliert betrachten und behandeln) extrem beschleunigt. Zu viel Dynamik zerstört was besteht. Bestandhaftigkeit bedarf der Berücksichtigung aller Überlebensaspekte > verteilte Relevanzen, Risikostreuung, Vielfalt.

Wir orientieren unser Streben an einem Geldsystem, das derzeit gegen die Lebensumgebung wirkt. Wie müsste es beschaffen sein, um diesen bedrohlichen Gegensatz aufzuheben? – Auch das verrät uns bereits unsere eigene Natur. Es dürfte kein Selbstzweck mehr sein, sondern ein Indikator für geschaffenen Nutzen > gemessen an der Qualität und Nachhaltigkeit des Ergebnisses. Ausschüttung als Selbstzweck ist Suchtverhalten. Es wirkt sich destruktiv auf das Leben und Umfeld des Betroffenen aus. Was gerade mit der Welt passiert, spiegelt es wider. Das ist wohl effektiv, aber nicht intelligent (messen wir Intelligenz doch einfach mal an der Summe allen Glücks [ganzheitliches Wohlbefinden] der Menschheit). Spürst Du hier den Widerspruch? – Ein glücklicher Mensch wäre ein schlechter Fütterer der Wirtschaft. Die Wahrheit ist nun mal, nur Bruchteile von dem was sie produziert brauchen wir wirklich, immer mehr ist nur noch dafür gut, undifferenzierte Insuffizienzeindrücke (Sehnsucht, da füllen vorherrscht statt Erfüllung) kurzfristig zu erschlagen – nicht einfach nur für Geld, nein – auf Kosten der Ressourcen anderer, unserer eigenen von morgen.

An Kenntnissen fehlt es nicht. Allerdings habe ich eine recht bildhafte Vorstellung davon wie schwer es ist, aus tief eingegrabenen Paradigmen raus zu klettern, um endlich die Luft freien Denkens zu atmen. Paradigmen sind wie Programmierung, feste Verdrahtung, da laufen die Denkimpulse (Routinen) bevorzugt entlang. Es ist Schwerarbeit, sie umzulenken, dafür müssen zuerst emotionale Barrieren fallen, damit neue Werte in das Denken einfließen können und eine umfassendere Differenzierung erlauben. Ein offener Geist braucht ein offenes Herz (heißt ja auch Trägheit des Herzens UND des Geistes > da besteht tatsächlich ein physischer Zusammenhang). Systematisches Lernen wird vom Gehirn nicht belohnt, Wissen muss erlebt werden, damit das geschieht (AHA-Erlebnisse > “ich denke also bin ich” war m.E. von einer gehörigen Ausschüttung begleitet ;-)). Dann bleibt auch die Motivation da, Wissen eigenständig zu erschließen, offen für neue Eindrücke zu bleiben, und selbstgelenkt zu denken. Das ist eine Entscheidung mit nachhaltigen Folgen, denn ein Zurück gibt es dann nicht mehr, und das ist gut.

Aug
24

Intuition ist natürlich nicht esoterisch. Außerdem – auch Esoterik entspringt unseren Gedanken. Daher stellt sich für mich nie die Frage ob, sondern wie etwas wahr ist. Intuitives Denken ist mehrdimensional und so datendicht, dass eine einzige Momentaufnahme den Verstand ein Leben lang beschäftigen würde, könnte sie festgehalten und vollumfänglich analysiert werden.

Auf Werteebene haben kleinste Justierungen und Ausweitungen massiven Einfluss auf die gesamte Informationsverarbeitung (Denken). Doch dahin bemühen wir uns nicht mehr, das hält uns leicht mal in Paradigmen gefangen. Dabei steckt in jeder Veränderung auf Werteebene ungeheures Kreativitäts- und Innovationspotential drin.

Wir gehen davon aus, dass das Vermitteln abstrahierter *Wahrheiten* an Kinder bereits Bildung sei. Wie der Name BILDUNG schon sagt, steckt dahinter Formgebung, nämlich emotionale, soziale und geistige. Die emotionalen und sozialen Komponenten, die weitaus verknüpfungsdichteren Anteile (die uns das weitere Verständnis auch noch erheblich erleichtern würden) auf denen unsere Mentalität gewissermaßen aufsetzt, werden vernachlässigt. Die Wertezuordnung ist in der Folge einseitig und unzureichend, was sich abträglich auf die umfassendste Methodik der Informationsverarbeitung auswirkt, Mustererkennung und -vervollständigung. Das Gespür für globale Zusammenhänge kann sich nicht herausbilden. Um zu Überleben brauchen wir weit mehr als nur Geld. Damit uns das gegenwärtig bleibt, müssen wir es erfahren (Werte setzen) – auf die eine oder andere Weise (die Phrase *dran glauben müssen* entstand nicht von ungefähr), dann haben wir es auch drin, im Fühlen, Denken und Handeln und wollen/können es berücksichtigen.

Jedes Informationen verarbeitende System kann nun mal nur mit den Werten rechnen, die es hat. Sie sind die grundlegende Ebene intelligenter Datenverarbeitung, und nicht die Semantik (lassen Sie also das Chinese Room Argument oder die Turingmaschine einfach mal außern vor, denn sie könnten es erschweren, eine Vorstellung von Intelligenz zu entwickeln).

Das grundlegende Konzept von Bildung und *Wirtschaft* könnte es genau so gut sein, alle Menschen gleichermaßen zu fördern und zu fordern, danach zu streben, das beste für- und miteinander zu erreichen (Ausschüttung als Effekt, nicht als Selbstzweck, Vorbild: die Funktionalität des Gehirns, an dem wir Ausschüttung als Selbstzweck längst als Kompensations- und Suchtverhalten mit den Organismus schädigenden Folgen erkannten). Durch werteorientierte (breitbandige) Bildung erlangte Intelligenz würde unsere Kinder besser vor Manipulation und Suggestion schützen, weil kritisches Hinterfragen ein Merkmal davon ist. *Unkonformes* Verhalten wurde viel zu lange eher geächtet, denn gefördert, und so mancher Ansatz genialen Denkens im Keim erstickt. *Ich will so sein wie alle anderen*, wünschen betroffene Kinder sich dann – und resignieren.

Nach eingehender Analyse hat sich für mich die Intuition als konkrete, fundierte, umfassende und treffende Form der Informationsverarbeitung herausgestellt. Unscharf hin oder her, um den Rest kümmert sich ohnedies der Verstand, auf einer anderen Wertebasis allerdings, mit anderen Ergebnissen und Erkenntnissen – und viel mehr Spaß am Lernen, denn auf der Ebene schüttet das Gehirn noch was aus ;-).

Aug
10

Wenn Menschen versuchen, das Denken zu erklären, dann denken sie dabei an den Verstand. Verständlich, denn averbales Denken ist schwer in Worte zu fassen. Doch was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken (Routinen abarbeiten, weil es nötig ist seinen Job zu erledigen, meine ich mit Denken allerdings nicht, sondern eigenständiges [Er]Fassen von Gedanken…), denn unsere Datenverarbeitung basiert auf Werten (die erfassten Werte bilden entsprechend dem Ausmaß ihrer jeweiligen Gewichtung die Empfindungs- und Denkmuster an der Beziehung zur Aufgabenstellung aus). Dies ist ein Versuch der verbalen Annäherung.

Die Wahrnehmung war von Anfang an beschränkt. Im Lauf der Entwicklung dehnte sich das Spektrum mit der Komplexität der Lebewesen aus. Die Gewöhnung (Routine) ist neben der Ignoranz ein starkes Mittel, sich auf das (gerade) Wesentliche zu konzentrieren. Ignoranz ist sogar eine der wichtigsten Methoden der kognitiven Entwicklung, die ebenso auf dem Bestehenden aufbauen muss, wie die biologische. Das neu Betrachtete, das entweder nicht mehr ignoriert wird oder neu vorstellig, ist vom bekannten Datenstand zu trennen. So ist es isoliert betrachtbar und mit dem vergleichbar und darin genauer verankerbar, was man schon weiß. Würde stets die komplette Umgebungsinformation auf einen einwirken, wäre die Verwirrung zu groß um die Aspekte unter- und voneinander zu differenzieren. Allerdings führt alles zu einem möglichst umfassenden Verständnis hin. Die Simplifikation ist so kein Ziel sondern nur eine Methode von mehreren.

Das ursprüngliche Denken des Gehirns (ge)braucht keine Worte. Intuition – Gefühlsbilder – funktioniert wesentlich umfassender als der fokussierende Verstand. Der Verstand wäre mit der Informationsdichte eines intuitiven Eindrucks überfordert. Daher wendet er sich nur dem gerade relevantesten Aspekt zu (Reduktion). Ignoranz ist zwar durchaus Bedingung dafür, scharf zu denken und zu modellieren, was jedoch leicht zu Einseitigkeit und einer Verzerrung der Perspektive führen kann. Ist die Basis eines Denkmodells beispielsweise ein falscher Schluss, pflanzt sich dieser in allem was darauf aufbaut fort und leitet die Orientierung des Gehirns in abweichende Bahnen (Werteverschiebung).

Ich bin nahezu überzeugt davon, dass wir dem Verstand die Hierarchien verdanken, die wir heute global abbilden. Das ignorierte Wohl vieler setzt diese *unten* ab, so wie wir heute weite Teile unserer nicht begriffenen Informationsverarbeitung ins *Unterbewusste* abschieben und weitgehend aus unseren Entscheidungen ausklammern (Folge: diese *Werte* fehlen dann natürlich im Ergebnis). Daher kann ich die Überzeugung mancher Menschen, wir *müssen nicht alles über uns wissen* nicht teilen, obgleich ich einräume, dass nicht alle Menschen dieses Wissen nötig haben, um es anwenden zu können. Das sind jedoch augenscheinlich nicht jene, welche die für uns alle relevanten Entscheidungen treffen, orientiert an nur einer Relevanz. ALLE ÜberLebensaspekte sind für unsere Überdauerung relevant! – Reduktion über den Betrachtungsmoment hinaus ist daher verwerflich. Wir müssten die jeweilige Detailbetrachtung immer auch wieder in den Gesamtkontext zurückführen und diesen ebenfalls berücksichtigen.

Interpretation neigt leicht mal dazu, Effekte mit Idee oder Zweck zu verwechseln. Heute entstehen daraus zum Beispiel Verschwörungstheorien. Als wir noch nichts oder wenig über den faktischen Hintergrund unseres Seins wussten, kamen dabei für neuzeitliches Empfinden fantastisch anmutende Bilder zum Vorschein. Letztlich konnten wir jedoch nichts davon einfach aus der Luft greifen, sondern nur aus dem Fundus des Vorstellbaren (das Vorstellbare ist machbar) schöpfen, so dass sich für mich heute nicht mehr die Frage stellt ob, sondern wie etwas wahr ist. Wir sind stark auf den Wahrheitsgehalt unserer Vorstellungen ausgerichtet. Letztlich kommt es aber auch für uns immer noch auf die Wahrheit in der Wirkung an.

Ein Mensch ist kein Mensch. Handelt er ego-zentrisch wie es ihm sein Wille vorgibt (seine Triebe), nimmt er Vorteil am Schaden anderer, was der Gesellschaftsentwicklung hingegen nur unter massiven Einbußen *hilft*. Das ist letztlich auch zu seinem Schaden. Seinen Trieben ist das egal, weil sich die anderen nicht alle in seiner direkten Lebensumgebung befinden, wodurch der Sozialtrieb zur Geltung käme. Eine Gesellschaft aus Individuen die sich in einer hinreichend optimalen (auch sozialen) Umgebung entfalten und verwirklichen können wäre so wieder als ein homogenes hochentwickeltes Wesen zu verstehen, auf das sich unsere aktuell disharmonischen Zustände vielleicht versuchen einzusteuern. Die Idee vom globalen Frieden und das Wohl aller Individuen ist dann ein Ziel.

Da die Intuition ein Vielfaches an Zeit hatte, den Umgebungsbedingungen umfassend zu entsprechen und sich darin zu bewähren, weiß sie es vielfach einfach besser. Daher ist es grundsätzlich keine so gute Idee, gegen seine inneren emotionalen Einwände (Empathie, soziales [Ge]Wissen) zu handeln und seine Entscheidungen dahingehend nicht auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass wir die systematische Instrumentalisierung und Massentötung von Lebewesen als selbstverständlich hinnehmen um damit ein lineares Ziel zu erfüllen, das genau betrachtet eigentlich keines sein kann. Auch Menschen waren in nicht allzuferner Vergangenheit von solchen Maßnahmen betroffen. Ihre Instrumentalisierung ist hingegen zur Selbstverständlichkeit geworden, was zum Verlust der Subsistenz führte. Jedes Kind mit einigermaßen Gerechtigkeitsempfinden (und es gibt kaum ein Kind ohne) würde beim Betreten eines *Fleischproduktionsbetriebs* in Tränen ausbrechen, oder ihm vor Entsetzen der Mund offen stehen. Dass wir uns daran kein Beispiel nehmen, ist nicht etwa ein Zeichen von Fortschritt, sondern von (Selbst)Reduktion (an einer oder wenigen Relevanzen, die jedoch subjektiv sind, denn für uns kommt es objektiv betrachtet nämlich nach wie vor auf die Summe aller ÜberLebensaspekte an – und sie sind vom natürlichen Denken des Gehirns auch berücksichtigt worden, sonst wären wir kaum so weit gekommen).

Die Blockade zwischen Intuition und Verstand wird uns im Zuge unserer Ausbildung geradezu gewaltsam ins Gehirn genagelt, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt dessen berücksichtigt, was wir sind. Die meisten Menschen halten jedoch ihr Leben lang daran fest. Davon befreit, das (Selbst)Vertrauen aufzubringen, diese Blockade loszulassen. Die Fähigkeit zur Mustererkennung greift, schnelles Erfassen komplexer Zusammenhänge und Verstehen sind (wieder) ganz normal. Dann wird Intuition zu einer unerschöpflichen Quelle, die den Verstand mit Dauerinspiration versorgt (Synergieeffekt > Vernunft), und die individuelle Lebensqualität deutlich anhebt.

Aus etwas, das *nicht* genügt, entsteht in der biologischen Evolution nichts. Kognitive Entwicklung (Lernen) ist an der Erfahrung auch durch Ausschluss des nicht Genügenden möglich. In der Biologie verbleibt dafür keine Basis, nicht Genügendes besteht nicht fort. Die verbesserte Entsprechung ist dort grundsätzliche Zielrichtung. Daher ist Reduktion (wir nennen es gerne mal *Optimierung* oder *Konsolidierung*) die falsche Richtung, weil damit Berührungspunkte verloren gehen, statt mehr zu werden (dies war für die Entstehung unserer Intelligenz geradezu Bedingung).

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