Feb
12

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… Dasselbe machen sie grade mit uns. Wir müssten aus dem Kessel rausspringen, bevor der Deckel zugeht. Der Topf steht symbolisch für alle falschen Paradigmen, deren Wände in den Hirnen so hoch geworden sind, dass man nicht mehr darüber hinaussehen kann. Und schon ist der Raum in den die Neuronen hineinfeuern, zum winzigen Labyrinthchen geschrumpft, das Vorstellungsvermögen darauf beschränkt. Das nennen sie dann “Realismus”. Realistisch ist, wenn (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Davon sind wir ganz weit weg. Das, woran sich seine Elemente orientieren gibt dem System die Form. Eine falsche Orientierung führt zu falschen Schlüssen und Maßnahmen (Maßnahmen sind keine Lösungen!), das System verformt sich weiter ins Destruktive. Fehler erkennt man spätestens an ihren Auswirkungen. Doch die halten wir dann ja auch für “normal”…

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

Der Überfluss den wir permanent sehen, besteht so nicht. Er wird dem Planeten unter hohen Verlusten abgetrotzt und anderen Menschen dafür Lebenswichtiges vorenthalten. Das Hauptproblem das ich mit unserer Lebensweise habe ist, dass sie nicht einmal mehr für uns ausreicht, geschweige denn für alle Menschen. Wir müssten uns dafür entscheiden, schon jetzt so zu leben, dass diese Differenz nicht mehr besteht und weder die Ausbeutung von humanen noch nichthumanen Tieren weiter zu unterstützen. Instrumentalisierung in jeder Form ist das Grundübel, da ihre “Optimierung” zwingend in die Ausbeutung führt. Sämtliche daraufhin gebundenen Potentiale sind für die weiteren Entwicklungen verloren. Wenn es erst die Umstände sein werden, die uns dazu bringen unsere Lebensweise zu ändern, wird das Zerstörungswerk bereits bis zu seinem Ende durchgelaufen sein. Die zerstörerische Verschwendung hat nebenbei einen brutalen psychologischen Effekt: Neid auf die Schwächeren! Irgendwie wissen wir, dass wir den Ärmeren gar nicht helfen können ohne dabei selbst zu „verlieren“, und das bedeutet, wir wollen es nicht wirklich.

Unsere (evolutionäre) Beschaffenheit halte ich als Ausrede hingegen für ungeeignet, denn ist die erst einmal verstanden, sehen wir auch die Flexibilität und das nahezu unbegrenzte Entwicklungspotential darin. Intelligenz = die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapaziäten. Sich Marken ins Gehirn brennen zu lassen (branding > Brandmarkung) ist davon das Gegenteil. Konsum ist per se etwas Uneigenständiges (Nachhaltigkeit ging mit dem Verlust der Subsistenz verloren > Abhängigkeiten entstanden, die Entscheidungsgewalt konzentrierte sich auf wenige Menschen, die weniger Werte umfassten und berücksichtigten als eine ganze Gemeinschaft es konnte). Umso wichtiger ist es, dass er sehr kritisch vollzogen wird.

Nehmen und Geben gleichen sich in der Natur aus. Der Mensch nimmt sich heraus, vom Geben will er nichts wissen, denn es geht um Profit, das ist die Differenz zwischen Wirkungsrahmen und wahrgenommener Verantwortung. Profit entsteht durch Raub an der Natur, ihren Lebewesen, auch Menschen. Das, was wir unter Wirtschaft verstehen hat mit Wirtschaftlichkeit überhaupt nichts zu tun. Wir müssen (wieder) lernen, in echten Werten zu denken, bevor wir sie alle verunwirtschaftet haben.

Was wir global abbilden ist ein großes Gehirn mit extrem ausgedünnter emotionaler und sozialer Vernetzung (da Mitgefühl und soziales Gewissen bei wirtschaftlichen Entscheidungen außen vor gelassen werden, ist es ein soziopathisches Gehirn, also eigentlich krank). You only get out (values) what you input… Es ist keineswegs überlegen, geschweige denn intelligent, sich von den Gemeinheiten, die Anderen zugefügt werden, nicht berühren zu lassen. Ehe man sich versieht, ist man selbst betroffen (oder Täter). Werte die aus dem (Mit)Gefühlsbreich kommen sind immer höher entwickelt (und damit intelligenter) als jene aus dem Triebsystem. Zudem ist ihr Erfüllungsniveau höher, unseren Sehnsüchten verlangt es daher danach. Der Verstand ist nur das Werkzeug, mit dem unseren Werten entsprochen wird. Vielwertigkeit ist der Schlüssel um – was der Verstand alleine nicht schafft – Komplexität zu erfassen. Daher macht Egozentrik (arm an Werten) Menschen zwar hoch effektiv, aber dümmer, die kurzfristigen Erfolge bedeutungslos da nicht von Dauer.

Der gesündeste und nachhaltigste Egoismus ist die Kooperation (mit allem was einen umgibt), da sie der einzige Weg zur Unerschöpflichkeit und damit Nachhaltigkeit ist. Nachhaltigkeit wiederum betrifft alle(s). Man kann sie nur ganz leben oder gar nicht. Der bevorstehende Gesinnungswandel kann nur ein sehr grundlegender sein – und muss – verarbeitungstechnisch bedingt – auf Werteebene stattfinden – und ops, ja, das ist radikal. Nebenbei die großartigste Erfahrung die ein Menschengehirn machen kann, natürlich verbunden mit vorher nie erlebten Ausschüttungen. Es ist ja längst nicht so, dass unser Gehirn nicht zwischen Sein und Schein differenzieren könnte – schließlich ist es ja um einiges intelligenter als der kleine Rest von Daten die unser Bewusstsein bilden. Doch muss es den Unterschied irgendwann auch erfahren um ihn als erstrebenswert (an) zu (er) kennen, und hier besteht eine gigantische Bildungslücke.

Es zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Technisch sehe ich kein Problem, menschlich auch nicht. Aber menschlich zu werden bedeutet, die Entwicklung nicht mit dem “Ichbewusstsein” einzustellen. Je verfahrener die Situation, umso älter – und leider auch dümmer – die “Notfallprogramme”. Die Wettkampfgesellschaft ist ein künstlich erzeugtes Dauernotfallprogramm das zunehmend extremer wird. Und alles was wir verändern, verändert uns, daher: Stress, Ungerechtigkeit, Angst, Neid, Gier, Psychosen – und Schlachthäuser. Ja, es ist ein Mangel an (Mit)Gefühl, denn in unseren Entscheidungen zählt letztlich nur, was unser Belohnungssystem gewichtet. Objektivität gibt es so gesehen nicht, denn auch Denken besteht aus einer linearen Abfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen.

Daher zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Aug
23

Stell Dir einen Taschenrechner vor. Wir nehmen so ein Ding, tippen Werte ein und erhalten eine Summe. Die Summe kann nur jene Werte enthalten, die wir in den Taschenrechner eingegeben haben, bevor wir auf = tippen.

Mir ist klar, dass es nicht naheligend ist, die Verbindung zwischen Zahlenwerten und Gefühlen herzustellen. Darauf kam ich eigentlich erst nach mehreren Jahren KI-Forschung (künstliche Intelligenz). Nur nennen wir sie auch nicht von ungefähr “Werte”. Wenn Du Dich eingehend selbst beobachtest wird Dir auffallen, dass Du Dir über nichts den Kopf zerbrichst, das Dich nicht in irgendeiner Weise berührt. Es liegen Dir dann gewissermaßen Werte (Befindlichkeitseindrücke) darüber vor. Dass davon unmittelbar abhängt, welche Summe hinten raus kommt, ist – so hoffe ich – einleuchtend.

Wut bewirkt ein anderes Verhalten und schafft demnach eine andere Realität als Liebe das tut. Bei Werten geht es nicht (nur) um Meinungen. Es geht darum, was für unser Überleben und unsere Entwicklung wichtig ist und was nicht. Letztlich sehen wir uns in Relation zu allem was uns umgibt. Schätzen wir das schon gering, überträgt sich diese Geringschätzung nicht nur auf andere Menschen, sondern letztlich auch auf uns selbst. Wir brauchen immer mehr Material um unser Selbstwertgefühl auf dem gleichen Niveau zu halten, und wachsen dadurch in eine verhängnisvolle Richtung.

Jene Faktoren die sich nun kumulieren und gegen uns wenden haben ihren Ursprung bereits viel früher. Sie liegen sozusagen am Grund eines tiefen Meeres, und wir sind nach wie vor an dem Punkt, wo wir so tun, als wäre es damit getan, dessen Oberfläche zu polieren. Die Wogen werden wir damit aber nicht glätten können, sie werden mit jedem Versäumnis höher und gewaltiger, bevor sie über uns hereinbrechen.

Wie soll es weitergehen? – Manch politische Stimme meint, die Krise sei überwunden, wenn wir alle wieder so weitermachen wie vorher. Ich frage mich, was in diesen Gehirnen vor sich geht, denn intelligente kognitive Leistung kann es ja wohl nicht sein. Dafür sind neue Werte vonnöten. Damit sind wir in der Lage, neue Denkmuster, neue Ideen zu generieren und umzusetzen. Die Erde hat keine Rettungsboote, sie IST das Rettungsboot, und wir alle sitzen drin.

Da wir uns eine funktionierende Natur nicht kaufen können, sind wirtschaftliche Gründe keine taugliche Überlebensstrategie (im Gegenteil, Wirtschaft ist eine Folgeentwicklung, die uns genauso evolutionär verdrängen und vernichten kann wie ein biologisches Nachfolgemodell, denn Evolution ist universell). Es gibt außerdem Motivatoren jenseits von Gier, so dass ich Frieden und Versorgung keineswegs gefährdet sehe, wenn wir uns von reiner und ohnedies ewig unbefriedigt lassender Gewinnsucht als Motivator verabschieden. Unverständlicherweise werden die Gierigsten immer noch als “Elite” bezeichnet. Die Wahrheit ist, dass ihre Kapazitäten nicht ausreichen, über den eigenen schnellen Kick hinauszudenken. Und weil sie das nicht können, tun sie es uns gegenüber ab, das betrifft auch die so genannten pragmatischen, weniger “erfolgreichen” Modelle – und jene die es anders sehen nahmen es bislang dennoch hin, weil sie einer knappen inhaltsarmen Argumentation nicht etwas ebenso knappes, inhaltsarmes entgegenzusetzen haben und sich dann hilflos, ja geradezu unzulänglich fühlen.

Geldkalkulierer können nicht rechnen. Statt es zu fördern und zu schützen vernichten sie Leben(sgrundlagen). Denn wir haben die Lüge, und falsche (oder unvollständige) Daten führen zu den falschen Schlüssen und Entscheidungen. Was im Verborgenen geschehen muss, um gebilligt zu werden, kann niemals nachhaltig sein. Tansparenz ist daher eine Lebensnotwendigkeit, und sich so zu verhalten, dass man alles offenlegen kann was man tut, die einzig wahre Zukunftsstrategie.

Mit den Tieren die wir ihres Fleisches oder ihrer Pelze wegen töten, sterben auch Menschen, deren Nahrungsgrundlage an “Nutzvieh” verfüttert wird, damit wir viel zu viel von dem bekommen, was wir nicht wirklich brauchen. Das ist eine Tatsache. Natürlich kann man das verdrängen, das habe ich auch eine Weile lang gemacht und schäme mich heute zutiefst dafür.

Hast Du Kinder? – Sahst Du diese jemals hinter einem Tier herjagen als wollten sie es reißen? – Wenn Kinder hinter Tieren her sind, dann um sie zu streicheln! – Das sollte allen Eltern zu denken geben, noch bevor sie etwas verfüttern, über dessen grausamste “Gewinnung” ihre Kinder noch völlig ahnungslos sind, die aber wohl fast jedes Kind zutiefst bestürzen würde, wäre sie ihm gegenwärtig. Wenn die Ausbeutung anderer dann als “normal” in ihr Gehirn tätowiert ist, bewegt es sie nicht mehr. Das macht es aber damit noch lange nicht richtig, und sei es auch “legal”. Dann den jungen Menschen vorwerfen, dass sie “verroht” seien und “respektlos” ist doch etwas eigenartig, vergenwärtige ich mir, woran wir sie alles “gewöhnt” haben, bevor dieser Effekt eintrat. Haben wir uns überhaupt den Respekt unserer Kinder verdient?

Auf die Ausbeutung fühlender Lebewesen gänzlich zu verzichten würde eine vollkommen neue Gesellschaft hervorbringen, schon alleine deswegen, weil wir uns dann nicht mehr wie Jäger aufführten, die sich gegenseitig die Beute neidisch sind. Wir leben im Überfluss und verhalten uns dennoch so feindselig, als würden wir Mangel erleiden, denn alles um uns ist darauf ausgelegt, uns Defizite vor Augen zu führen die es angeblich zu füllen gilt. Ob echter Mangel oder gefühlter – wir handeln das immer gleich ab. Die Phase der Befriedigung wird mit dem Qualitätsverlust jedoch zunehmend kürzer, daher muss es immer mehr sein.

Gier füllt, und sie reicht bis zum Zerplatzen (der Geldblase zum Beispiel) – doch Erfüllung bringt sie keine, niemals, zu keiner Zeit. Sie ist unserer und der Komplexität unserer Lebensumgebung bereits nicht mehr gewachsen seit es Gefühle gibt, die eine differenziertere Bewertung erlauben. Komplexität ist nicht mit Kompliziertheit zu bewältigen, und auch nicht mit Regelprogression (dadurch laufen sich nicht nur neuronale Netze tot), die nicht alles berücksichtigt und daher zu neuen Fehlern führt, die wieder nach neuen Regeln verlangen. Das Wesen von Komplexität ist ihre Vielwertigkeit, daher sehen viele Menschen nicht (mehr) die Einfachheit darin. Es wäre leichter, sich an Grundprinzipien zu orientieren, deren oberstes Gebot die Unversehrtheit von Körper und Geist ist.

Das wurde mir im Zusammenhang mit der Turingmaschine gegenwärtig, deren Beschreibung mich dazu verleitete, Intelligenz als etwas so ungeheuer Kompliziertes wahrzunehmen, dass es mir nicht möglich sein würde, ihre Mechanismen zu verstehen. Das kostete mich ein halbes Jahr, dann gelang es mir, sie losgelöst vom Mechanismus zu begreifen der sie anwendet, und ich sah meine eigene Dummheit. Damit veränderte sich für mich ALLES. Dieser Schritt steht uns als Gesellschaft noch bevor, aber er wird unweigerlich kommen, und hoffentlich tun wir (dieses Mal) das Richtige…

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Mai
21

Web 2.0 gab den Menschen etwas Verlorenes wieder, nämlich die Bereitschaft einzuräumen, dass “man es nicht erklären kann”, sondern “erleben” muss. Der Microbloggingdienst Twitter ist konzentrierte Verkörperung davon. Die Antwort auf “was bringt Dir Twitter eigentlich?” würde jeder anders formulieren. Wer den Nutzen von Twitter für sich ermitteln will, kann sich dabei nicht auf Urteile Dritter verlassen, nur auf sein eigenes. Denn er betritt einen Raum, der ungewohnt für uns geworden ist. Den einer ihren eigenen Impulsen folgenden Individualität, die unweigerlich, bereichert von den Beiträgen ihrer Followings, zu einer Erweiterung der eigenen Sichtweise führt. Weil es so schnell geht, ist die Selektion weniger kritisch. Kurzentschlossener als sonst gibt man sich den Klick auf Nachrichtenmeldungen oder anderer Menschen Blogs mit deren Themen und Sichtweisen, lässt seine Augen darüberschweifen und nimmt, selbst wenn man nicht darin liest, ein paar neue Eindrücke mit.

Angeblich wäre Twitter zu schnell, um überhaupt Zeit dafür zu haben, die Vielzahl an ständig neuen Eindrücken emotional zu verarbeiten. Doch was hierbei nicht in die Tiefe gehen kann, wird durch die Vielzahl an Impulsen ausgeglichen. Die Relevanzen werden durch die Häufigkeit des Auftretens eines Eindrucks geprägt statt durch seine Intensität. Durch die breite Streuung schwindet das Risiko eines massiven Fehlurteils am Einzelfall. Das Ergebnis muss keineswegs oberflächlich sein, zumal wenn die Bandbreite hoch ist. Auf diese Weise erhöht sich die Anzahl beteiligter Werte, und viele davon sind von anderen beeinflusst, die sich jedoch die Relevanz teilen müssen, was insgesamt zu mehr Ausgewogenheit führt. Das ist ein bisschen, wie wenn die Gehirne sich zusammenschalten, und allen Beteiligten eine gemeinsame größere Bandbreite zur Verfügung steht.

Das Internet als Verbindungs- und quellenreiches Differenzierungswerkzeug ist zum Wegbereiter einer neuen Haltung avanciert. Neue Lebensmodelle werden vorstellbar, und somit greifbar. Social Aggregation aggregiert menschliche Werte, entfaltet dadurch eine größere Intelligenz. Es ist ein ungeheurer Entwicklungsschritt, der da gerade stattfindet und wird meines Erachtens darauf hinauslaufen, Menschen an ihren Werten miteinander zu verbinden. Die Semantik erfüllt das zum Teil schon.

Dez
30

Das bevorstehende Jahr 2009 verheißt eine spannende Zeit. Einerseits steht es als Astronomiejahr 2009 im Zeichen der Sterne. Längst nicht allen ist das Verwandtschaftsverhältnis bewusst, das uns mit den Sternen da draußen verbindet. Die Elemente aus denen wir bestehen, wurden durch Kernfusion in Sonnen gebildet.

Charles Darwins Geburtstag jährt sich am 12. Februar zum 200. Mal. Seine Theorie wird mit neuen Aspekten neu beleuchtet, neu verstanden, und unser Selbstverständnis als Menschen erweitern. Evolution ist ein hoch komplexer, fein vernetzter, aufeinander abgestimmter, vielschichtiger Vorgang, der sich in unserer Gedankenwelt fortsetzt. Die ihr zu Grunde liegenden Mechanismen machten wir nutzbar, lange bevor wir sie konkret benennen konnten.

In der Mathematik bilden (Zahlen)Werte die Basis der Informationsverarbeitung, und in der Informatik ebenso, sei sie nun konventionell oder intelligent. Da es sich bei unserem um ein Kognitionsmodell handelt, vermute ich die Basis der Informationsverarbeitung am Menschen ebenfalls auf dieser grundlegenden Ebene. Sie hat den Vorteil in ihrer Verarbeitung sehr schnell zu sein, da sie Mustererkennung und -vervollständigung nutzt und in Form eines komplexen Mischeindrucks (Gefühl) biochemisch abbildet. Bis zu dem Punkt entrinnen wir bei der Ergebnisfindung dem Effekt massiver Verlangsamung durch Progression. Ich vergleiche Intuition daher gerne mit Wasser, das unmittelbar in der Lage ist, die Form des Gefäßes anzunehmen, in das man es gießt. Die Zahl seiner Berührungspunkte mit der Umgebung ist kaum zu beziffern.

Vergleichbar verhält es sich mit dem intuitiven Eindruck, bei dem der Erfahrungshintergrund unseres ganzen bisherigen Lebens beteiligt ist. Derart viele Daten führen bei der im Gegensatz dazu linearen Verarbeitung zu einer Verlangsamung der Ergebnisfindung, wenn das System zum Beispiel jeden Aspekt mit jedem vergleichen muss, um sich ein Urteil zu bilden. Da hilft nur eines – wenn nicht das gesamte Bild erfasst werden kann, muss der Verstand das eben Pixel für Pixel tun. Irgendwann, vielleicht erst nach Generationen, ergibt sich aus vielen Einzelteilen ein stimmiges Gesamtbild, auch wenn wir uns womöglich damit abfinden müssen, dass da immer Unschärfen bleiben werden. Nun haben wir unser Wissen jedoch auf viele Gehirne verteilt, und der interdisziplinäre Austausch gestaltet sich nicht so einfach, doch immerhin wurde seine Bedeutung bereits erkannt, und er findet statt.

Die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Verstandes ist im Gegensatz zu jener der Intuition von der Progression betroffen, was unter anderem dazu führte, dass Lehrpläne gestaucht werden, und wir von zunehmend komplizierteren und zum Teil sich widersprechenden Regelwerken umgeben sind, die unser Verhalten unter Kontrolle halten sollen, was durch gezielte Kanalisierung um die Regeln herum jedoch zum Kontrollverlust zu führen droht. Eine Wiederherstellung der Bezüge zu den grundlegenden Werten könnte dem entgegen wirken. Fundamental wäre nach meiner Definition eine Denkebene unterhalb des Verbalisierbaren, die sich direkt auf Werte bezieht und diese – auch losgelöst von mit ihnen verknüpfter Symbolik – versteht und aktiv anwendet, gewissermaßen prinzipienorientiert funktioniert, um die nach wie vor sehr schnelle Mustererkennung zu re-integrieren und ihre eklatanten Vorteile zu nutzen. Das wiederum hätte massiven Einfluss auf die Lernfähigkeit, fast schon egal, um welchen Themenbereich es sich handelt.

Die Anpassung des Menschen ist jedoch keine Frage ermittelter Fakten, sondern der Berührtheit. Denn was immer wir denken und tun ist daraufhin orientiert, das individuelle Wohlbefinden zu steigern. An der Botenstoffformel führt kein Weg vorbei, da sie die Überlebensformel ist, seit es Gehirne gibt. Dass wir danach streben was wir wollen (Gewichtung > auch die Entscheidung gegen das eigene Interesse zu handeln, z.B. zugunsten der Gruppe, entsteht so), können wir also nicht beeinflussen, sehr wohl aber Anzahl und Art der Parameter (Aspekte, zu denen wir eine Beziehung herstellen, um sie werten zu können) die wir in unsere Wunschvorstellungen hineinpacken. Die können sich nur an der Landkarte orientieren, die sich das Gehirn im Laufe seines Lebens von der Umgebung und dem Wesen selbst (Selbstverständnis/[Selbst]bewusstsein), gebildet hat. Je höher der Anspruch an uns selbst dabei ist (bis hin zur Erfüllung aller Bedeutungskriterien > fließende Entwicklung, wie sie heute durch das hierarchische Denken und Verhalten blockiert wird, und begünstigt wurde ihre Entstehung durch die Haltung, dass jeder nur auf sich schaut), umso gewaltiger wird das Feuerwerk in unserem Gehirn, wenn die Rechnung dann aufgeht.

Man könnte also sagen, sozial orientierte und umweltbewusste Menschen sind die wahren Egoisten. Sie werten mehr von dem, was für ihr Überleben wichtig ist. Die vielen Berührungspunkte zur Umgebung haben noch einen weiteren Vorteil: das Belohnungspotential ist höher. Sie müssen nicht ständig Reizschwellen hochschrauben, um an immer wieder derselben Sache einen Kick, eine Ausschüttung, zu erzeugen. Die einseitige Fokussierung des einwertigen Verhaltens erzeugt Stress, wohingegen vielwertige Menschen ein flexibleres und ausgewogeneres Leben führen können. Da sie sich allerdings der globalen Zusammenhänge stärker bewusst sind, ist es furchtbar für sie, mit Ignoranz und deren Folgen konfrontiert zu sein. Entziehen kann sich dem ja keiner, und niemand weiß (spürt) das besser als sie.

Wir sind einzigartige Lebewesen, die einen aktiven Einfluss auf die Beschaffenheit ihrer Gehirnstruktur ausüben können. Jedoch immer dann, wenn wir uns feste Urteile bilden, gehen Schnittstellen verloren an denen wir andernfalls noch lernen könnten (bzw. feiner auflösen, besser differenzieren). Da sind wir dann nicht mehr wie Kinder, nämlich so offenherzig. Unabhängig von ihrer Herkunft oder Rasse begegnen sie sich freundlich, im Vertrauen darauf, voreinander nichts zu befürchten zu haben. Erwachsen werden geht also in gewisser Weise mit Verlusten einher, von Vertrauen, Offenheit, Träumen, Visionen, Vorstellungsvermögen. Ein Mensch, der potentiell alles werden könnte, wird auf das zurechtgestutzt, was in seinem späteren Leben relevant für seine Existenzsicherung sein wird, die Geldbeschaffung. Und plötzlich ist alles Denken nur noch auf einen Wert reduziert. Die Verstandesebene ist dabei dominant, schließlich muss man mit Geld ja nur rechnen.

Menschen lernten, ihre Vorurteile mehr zu lieben als die Wahrheit, zumal sie vom Gehirn bereits belohnt wurden, und ihre Bestätigung erneut eine Belohnung zur Folge hat, was sie noch tiefer prägt. Konnten wir bei der mündlichen Überlieferung diese fließend entwickeln und an neue Gegebenheiten anpassen, war die Weiterentwicklung der Inhalte durch fortlaufende Erweiterung des Wortschatzes mit der schriftlichen Überlieferung abgeschlossen. Entwickeln konnte sich nur noch die Interpretation. Bereits die Anwendung von Schriftzeichen hatte Kritiker. Die befürchteten, die Menschen würden dann weniger auf ihre eigenen Erkenntnisse bauen, sondern sich stattdessen zu sehr auf Geschriebenes verlassen. Lesen und verstehen sind jedoch völlig unterschiedliche Vorgänge. Wir werden die Dinge niemals so verstehen wie sie sind, sondern wie es unserem Auffassungsvermögen entspricht. Die geeignete Haltung, seiner eigenen Fehlbarkeit zu entsprechen wäre – Demut, ihre Missverständnisse fortlaufend zu korrigieren hingegen Wahrhaftigkeit.

Sprache konnte immer nur das festhalten, was der Mensch in der jeweiligen Epoche in Worte fassen, in Worten erfassen kann. Schon daher habe ich die Frage ob etwas wahr ist durch die Frage ersetzt, wie etwas wahr ist. Denn Fakten können niemals gegeneinander stehen. Sie existieren nebeneinander. Was unser Gehirn daraus macht, ist nur unsere Realität. Die Wirklichkeit, Summe all dessen, was in und um uns wirkt, kann hingegen ganz anders sein als wir sie – ohnedies nur bruchstückhaft, da nach biologischen Bedeutungskriterien gefiltert – erfassen.

Eine Kernbotschaft in allen Weltreligionen die ich verstanden zu haben glaube ist jene, dass solche Behauptungskämpfe für ein Wesen unseres – stets steigenden – Aktionspotentials nur in den Untergang führen können. Das ultimative Mittel gegen Gewalt ist – unschwer zu erraten – Liebe. Wir kennen ja mittlerweile, was biochemisch in uns abgeht, wenn wir lieben. Der biochemische Aspekt ist nur das physische Abbild einer anderen gegenüber offeneren Haltung von Gewogenheit, Vertrauen, Schnittstellen nach außen anbietend, Austausch, Informationsfluss, Synergien, Überleben durch die Sorge umeinander. Den, der dieselben Ansichten mit uns teilt zu akzeptieren, das ist leicht. Erst bei Andersdenkenden wird das Üben von Akzeptanz zu einer mentalen Herausforderung. Doch je größer die Differenz der Anschauungen, umso mehr könnten wir voneinander lernen. Die Gegenposition hingegen lehrt uns – nichts.

Wenn jeder gibt, haben alle genug. Wenn jeder nur immer mehr für sich nehmen will, wird es nie für alle reichen. Seit Jahren bin ich hin- und hergerissen zwischen Argumenten die dafür sprechen, dass wir ein Miteinander hinbekommen können und solchen, die dagegen sprechen. Je nachdem, was gerade präsenter ist, bin ich dann am Boden zerstört oder voller Zuversicht und Tatkraft. Die Wahrheit ist: ich weiß es nicht und habe mich damit abgefunden, dass ich darüber keine Gewissheit erlangen werde. Aber die Hoffnung darauf dass vor uns eine großartige Zukunft liegen könnte, lasse ich mir nicht nehmen. Wo Entwicklung stattfindet, sind Veränderungen unvermeidlich. Worauf wir dann am meisten Wert legen, bestimmt die Richtung unserer weiteren Entwicklungen. Nur Werte, die wir in der Verarbeitung berücksichtigen, gelangen in das, was wir manifestieren. So subjektiv Gefühle auch sein mögen, so ist es die Realität, die sie um uns schaffen, schon nicht mehr. Unsere Kinder und wir müssen mit all dem leben, worin wir keine Liebe investieren, und was sie demzufolge auch nicht widerspiegeln, nicht vermitteln kann. Selbst an das Gefühl, kein Gefühl zu haben, gewöhnt man sich dann als Mensch. Die verbleibenden undifferenzierten Insuffizienzeindrücke werden auf eine Art und Weise kompensiert, die uns alle teuer zu stehen kommt.

Wir sind nicht mehr wie andere Lebewesen. Niedrige Beweggründe mögen wir in unserem Handeln auf Grund der fortgeschrittenen Abstraktion daher nicht mehr vermuten. Dass ein Planet von einer Spezies derart malträtiert wird wie die Erde durch uns, ist jedoch schwerlich mit Vernunft zu begründen. Wir geben uns mit Prognosen über Vernichtungsgrade zufrieden als könnten wir nichts dagegen tun. Das fand ich als Kind schon befremdlich. Heute nur noch mehr. Jeder kann. Und es kommt viel mehr dabei heraus, als es nur von anderen zu fordern.

Der als Motivator eher bedeutungslose Verstand ist dabei für die scharfe Detailsicht zuständig und unterstützt uns dabei, die emotionale Differenzierung zu vervollkommnen, und einen Menschen so zur Vernunft zu bringen. Je höher der Anspruch an uns selbst ist, umso gewaltiger wird das Feuerwerk in unserem Gehirn, wenn die Rechnung dann aufgeht.

Nächstenliebe (Akzeptanz) ist meines Erachtens die vernünftigste Konsolidierung, die den Menschen jemals nahe gebracht worden war. Kein Unwohlbefinden würde in einer umsorgenden Umgebung lange vorhalten. Die nächste “Aufklärung”, die aus weiträumigen interdisziplinärem Denken hervorgeht (Kreise schließen sich), wird uns an große, mit unserem Verstand einhergegangene Missverständnisse führen, was aber ein riesen Entwicklungsschritt, eine riesige Chance für uns sein kann. Wir sind einfach besser, wenn wir mit einem Werkzeug umgehen, das wir verstehen. Das mächtigste Werkzeug das wir haben, ist unser Gehirn, als kreatives Gestaltungsmittel und intelligent bewertender Indikator für die Realität in der wir leben wollen.

Unsere Visionen sollen größer sein als wir, damit wir über uns hinaus, und in die Visionen hineinwachsen können. Auf menschliche Visionen, Hoffnungen, Träume, von denen sich 2009 viele erfüllen mögen, wünscht witscore.

Aug
31

Zur selbstorganisierten Vernetzung (lern)fähige Mechanismen – wie auch unser Gehirn einer ist – sind in der Lage Intelligenz abzubilden, aber das heißt nicht automatisch, dass das in jedem Fall zu einem den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechenden, nachhaltigen Ergebnis führt. Sie können nur mit jenen Werten umgehen, die sie kennen, und die können daneben dass sie unvollständig sind, auch fehlerhaft (kopiert) sein. In diesem Fall bewahrt einen auch ein hohes Abstraktionsvermögen nicht vor – Dummheit. Im Gegenteil, deren Folgen werden dadurch nur viel schlimmer.

In einem Umfeld des gegenseitigen Vertrauens hat jeder die Chance, seine individuellen Fähigkeiten zu entwickeln. Ein Umfeld der Angst (vor existentiellen Verlusten) lässt dies nicht zu. Immer mehr Regulierungen sind nötig, um die *Kontrolle* aufrecht zu erhalten, mit denen das gegenseitige Misstrauen weiter wächst. Sich von unten hochzuarbeiten, wird immer schwerer, je mehr Regeln dabei zu beachten sind. Trotz steigender Produktivität trägt das *Sozialsystem* immer weniger.

Um die Intelligenz zu steigern, muss sich die Vernetzung steigern. Vernetzung ist der Schlüssel – je dichter, umso differenzierter, die Auflösung des inneren Weltbildes ist dann höher.

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