Wie sagten unsere Großmütter: “Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es erlebt wie Du den Schmerz”. Ethische Gesichtspunkte sind für mich mehr als ausreichend tierische “Produkte” zu meiden, denn Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Einfühlungsvermögen und Leidensfreiheit gehören für mich untrennbar zusammen.
“Regulierende Dynamik”, “Spieltheorie” – spätestens seit Nash gilt der mathematische Nachweis, dass Kooperation die Antwort auf die Frage nach langfristigem (wirtschaftlichen) Erfolg ist.
Nicht ohne Grund (Jahrmillionen von Entwicklung!) hängt die Qualität der Ausschüttungen wesentlich davon ab, wie gut wir etwas insgesamt gemacht haben. Verdienen wir eine Menge Geld, zerstören dabei aber die Umwelt, benachteiligen andere, die uns dafür an den Kragen wollen, gefährden wir uns direkt und indirekt selbst, weshalb wir auf diese Weise das höchstmögliche Maß an Glück nicht erlangen. Die Bedingungen sind dann nicht optimal. Glück äußert sich in ganzheitlichem Wohlbefinden, ist also der Indikator für eine ganzheitlich gelungene Überlebensstrategie.
Link zu Wissenschaft.de: Gerechtigkeit macht glücklich
Noch ein Link zu Wissenschaft.de: Geben macht seliger denn Nehmen
Geben hat nichts mit Selbstlosigkeit zu tun, sondern verschafft uns Wohlwollen, und Wohlwollen ist gut für uns, zum Beispiel wenn wir selbst einmal Unterstützung benötigen. Eine gut funktionierende Soziologie gewährleistet die Erfüllung aller Triebe, und gibt dem Individuum die Sicherheit und Geborgenheit, die es für seine freie Entfaltung benötigt.
Die Qualität wie wir am besten mit- und füreinander wirksam sein konnten bestimmte einst wie erfolgreich wir waren – daraufhin sind wir nach wie vor physisch optimiert, finden darin das höchstmögliche Maß an Erfüllung.
Erfolgschancen sind eine Frage der Rangordnung. Sind die Eltern *unbedeutend* vererben sie das auf ihre Kinder. Wollen die mehr, haben sie auch mehr Hierarchiestufen zu überwinden. Die waren noch nie so krass wie heute, die Kluften noch nie so groß, und das wird auch nicht von heute auf morgen aufhören. Es gibt kein gefühltes *Genug* an Geld, Macht, Vermögen. *Gewinn*. Wenn Milliarden von Gehirnen sich nur noch daran orientieren (und alles dafür tun – nicht für den Erhalt der Lebensumgebung, nicht füreinander, nur noch für Geld), wirkt sich das natürlich auf das globale Bild entsprechend aus. Durch die Auslagerung der Werte auf äußere Faktoren fehlt uns die Fähigkeit der umfassenden emotionalen Einschätzung.
Je weniger der einzelne noch durchblickt, umso stärker sind wir vom Zustand der totalen Kontrolle bedroht. Für jede Kleinigkeit braucht es Vorschriften, Regelungen, ein Gesetz, und es werden immer wieder neue Nischen entdeckt, die zugenagelt werden müssen. All das, was uns an inneren Werten fehlt, müssen wir außerhalb von uns manifestieren, damit das Zusammenleben überhaupt noch funktionieren kann. Und je mehr wir auf diese Weise fixieren, umso unflexibler werden wir, weil jede neue Idee, jeder Versuch sich doch irgendwie aus der Masse abzuheben, immer noch mehr Hürden überwinden, noch mehr Regeln entsprechen muss, bevor daraus was werden kann.
Sei es nun absichtlich oder unbewusst (was ich für wahrscheinlicher halte), aber alles was geschieht, selbst die Gesetzgebung, zementiert die Hierarchien nur noch. Dem Stärkeren zu entsprechen bringt vermeintlich mehr Vorteile. Hier ging uns eine Weisheit verloren, die unsere Vorfahren noch hatten, die aber irgendwo als Schnittstelle zwischen den Trieben und dem Verstand angesiedelt war, einer Region des Gehirns die für empatische Fähigkeiten und soziales Gewissen zuständig ist, die bei uns ziemlich ausgedünnt ist, bzw. verwalten wir mit diesen Kapazitäten jetzt *Dinge*.
Unser Gehirn wurde ja nicht größer, besser oder schneller. Für alles was dazukam, ließen wir was anderes dafür weg. Das wäre nicht mal nötig gewesen, da Entwicklung auf Bestehendem aufbaut, und mit emotionaler Beteiligung lernt es sich um ein Mehrfaches schneller. Es hat aber sehr lange gedauert, bis die Wissenschaft überhaupt auf die Idee kam, dass Lernen und Denken etwas mit Emotionen / Gefühlen zu tun haben könnte, dabei gäbe es ohne sie überhaupt kein Denken.
Und das ist der Knackpunkt – was uns emotional nicht tangiert, bewegt auch nicht unser Denken. Dass die Einbußen die der Nachbar hinnehmen muss, dasselbe sind wie jene die uns (dann früher oder später) auch treffen können, haben wir vollkommen verlernt. Und so haben wir auch kein Gespür mehr für drohende Gefahren, zum Beispiel die Katastrophen die uns durch den Raubbau an der Natur drohen. Die Ängstchen die wir stattdessen haben stehen dazu in keinem Verhältnis, verzerren aber das gesamte Bild, denn wir orientieren uns an ihnen.
So ein Menschengehirn ist potentiell ein leistungsfähiges Konstrukt, aber schon ein falsch gesetzter Wert führt an der Oberfläche zu massiven Auswirkungen. Das gilt nicht nur für Software die wir programmieren, sondern auch für das, womit wir uns selbst *programmieren* und unsere Kinder. All das, wozu uns die Bezüge fehlen, erfährt keine Bewertung, und hat damit in unserem Denken kein Gewicht, denn unsere Werte sind die Berechnungsgrundlage für alles, was sich in unseren Köpfen abspielt, und mehr als das können wir nicht abbilden.







