Nov
04

Jeder Burger(!) kostet 50 Quadratmeter Land, in den letzten 30 Jahren wurden 80% der Regenwälder vernichtet:
http://www.roh-vegan.de/artikel/fleisch%20zerstoert%20die%20welt.htm

Nachhaltigkeit ist deswegen ein Thema, weil die “westliche” Lebensweise (den Rattenschwanz an Verhaltensweisen darfst Du Dir denken) keinen langen Fortbestand mehr verheißt, jedenfalls nicht der Welt wie wir sie heute kennen. Nur eine nachhaltige Lebensweise ist nachhaltig, also eine deutlich andere als die übliche heute. Man kann auch schwer einräumen, dass das noch Privatsache ist, da alle die Folgen tragen müssen, auch die, die bereit sind alles zu tun, um zu retten was noch übrig ist. Auch sie (speziell sensitive Menschen) zu übergehen ist eine Form von Ungerechtigkeit, und war noch nie besonders klug. Das süße Geheimnis menschlicher Intelligenz ist die Wertesteigerung durch gehirnübergreifende Vernetzung. Ausschluss reduziert entscheidungsrelevante Werte hingegen, und ja, das hat was damit zu tun, dass in der Summe die hinten rauskommt, dann was fehlt – Werte nämlich.

Auch was wir nur unscharf wahrnehmen (Intuition / Gefühle) funktioniert nach einer nachvollziehbaren Logik. Die Westlichen lächeln ja gerne über Naturvölker und ihre Weltbilder und Rituale die sie von Generation zu Generation weiterreichen. Die sind immerhin noch nachhaltigkeitstauglich, was man von unserem Weltbild nicht behaupten kann. Die Flexibilität des menschlichen Gehirns hat auch ihre Schattenseiten. Menschen können von Grund auf falsch programmiert sein und würden es nicht einmal merken aus dem einzigen Grund, weil alle die gleichen falschen Werte haben. Dann halten sie die nämlich für richtig, und darin liegt die größte Gefahr – der Wahnsinn wird zur Normalität, und nur eine Minderheit sieht es.

Die pharmazeutische Industrie hält mit Hilfe der Fleisch- und Milchindustrie Millionen Blutdruckkranke in ihren Fängen. Bei erschreckend vielen westlichen Menschen geht es etwa ab Mitte 50 los, und sie sind dann für den Rest ihres Lebens von Tabletten abhängig, um ihren Blutdruck auf verträglichem Niveau zu halten. Wir halten das für völlig normal, doch das muss so gar nicht sein.

Hände, Farbsehen, die Unfähigkeit Vitamin C zu synthetisieren, erhöhte Entzüdungsneigung, eine erhöhte Belastung von Nieren, Herz- und Kreislauf bei fleischlicher Kost, sind Indiziden dafür, dass die Pflanzenkost unsere native Ernährungsform darstellt, auch wenn der Körper gelernt hat, Tierisches zu verwerten – wenn er denn muss. Was uns in der Vergangenheit vielleicht das Überleben rettete – wirkt sich heute umgekehrt aus. Wir können ohne, und das ist der springende Punkt. Es bedeutet eine Umstellung, keine Einschränkung (zumal die Produktvielfalt sehr schnell anwachsen wird), die für die nächste Generation schon ganz normal sein wird, so wie für uns heute das Gegenteil. Das menschliche Gehirn ist ein fantastisches Organ und ungeheuer flexibel. Sogar wenn es bereits für ein bestimmtes Leben geprägt ist, ist ein Neuanfang immer noch drin.

Technologien werden unsere Probleme nicht lösen, weil deren Ursache unsere Haltung ist. So lange sich die Haltung nicht ändert, werden neue Technologien die Lage nur noch verschlimmern, selbst wenn die Absichten dahinter erst mal gut sind. Die Politik wird das nicht einfach so richten, die Wirtschaft 1.0 kann es nicht wollen, weil es ihr nur auf Profit ankommt, und sie dabei völlig verlernt hat nach links und rechts zu schauen, wo all das liegen bleibt, was sie mit ihren Scheuklappen übersieht. Profitdenken steht in evolutionärer Konkurrenz zur Natur höchstselbst. Klar, alles was es vernichtet, muss “ersetzt” (am liebsten sogar schon vorher, um den Prozess zu beschleunigen) werden (z.b. müssen Bauern gentechnisch veränderten Samen jedes Jahr neu kaufen), das bringt Macht und Geld – und das bedeutet spätestens zum Ende der natürlichen Ressourcen die totale Abhängigkeit aller Menschen von niemals satten Produzenten, oder Tod, wenn sie kein Geld haben. Davon sind heute schon Zigtausende pro Tag betroffen, Tendenz steigend.

Was manche für eine große Verschwörung halten ist wohl eher nichts weiter als der Effekt menschlicher emotionaler Beschränktheit. Wir können noch so viel wissen. Wenn uns kalt lässt, was wir damit anrichten, bringt es uns nirgends hin. Wem Nachhaltigkeit ein echtes und tiefes Anliegen ist, isst grün, weil er es als folgerichtig erkennt, und dann gar nicht mehr anders kann.

Die Ethik der meisten Veganer wird von Mitgefühl getragen, und dafür bewundere ich sie (mein Motiv war nicht so edel, ich lebe nur lieber mit ungereizter Haut – alleine wie sich das auf meinen Schlaf auswirkte ist unbezahlbar – ohne Gewichtsprobleme – und ach ja, nachhaltig, und das ist für mich untrennbar mit Gerechtigkeit und Vermeidung unnötigen Leidens verbunden). Es sind sehr bewegte und ausgeprägte Persönlichkeiten. Allerdings gibt es auch welche unter ihnen die Menschen nicht mehr besonders mögen (für das, was sie anderen Lebewesen antun), was zwar verständlich, aber auch bedauerlich ist. Wer Tiere liebt, sollte auch Menschen lieben, denn in ihnen drin steckt ja ein ganzer Tiergarten, der es vielfach einfach nicht besser weiß. Die bloße zur Kenntnisbringung von Fakten ist nicht geeignet menschliches Verhalten zu ändern, denn auch sie berücksichtigen in ihren Entscheidungen nur, was das Belohnungszentrum stimuliert. Was sie so tief berührt, dass es in ihnen drin einen Wert (neu) setzen darf, können andere nicht für sie bestimmen.

Live long & prosper ;-)

Mai
16

Kaum ein Geschäftszweig saugt die Erkenntnisse der Gehirnforschung interessierter auf als das Marketing. Es eröffnen sich dadurch neue Wege, die Emotionalität und das Triebverhalten von Menschen noch gezielter anzusprechen, als das bisher der Fall war. Die Botschaft soll letztlich immer dasselbe bewirken, nämlich Kaufreiz auslösen. Vielfach endet das Denken an der Verkäuflichkeit von etwas. Die meist unerfreulichen Folgewirkungen sind vom *Konsumenten* zu tragen und zeigen sich später. Denn beim Verkaufen geht es vielfach nicht mehr um das Wohl des Kunden, sondern um *Gewinn*. Meines Erachtens bedürfen echte Werte keiner Inszenierung, weil sie aus sich selbst heraus wirken.

“Du weißt doch so viel über das Gehirn, warum gehst Du nicht ins Marketing?”, diese oder ähnliche Fragen wurden mir gestellt. Tatsächlich würden mir eine Menge treffender Werbeslogans einfallen, nur bin ich gar nicht motiviert, diese auf Produkte anzuwenden, die dem Menschen und seiner Lebensumgebung auf lange Sicht nur schaden und die er vielfach nicht einmal wirklich braucht. Es sträubte sich auch alles in mir, unser Projekt in wirtschaftlichen Kennzahlen zu rechtfertigen. Nun gehe ich immer davon aus, dass ein Gefühl das sich einstellt, einen informellen Hintergrund hat, und daher arbeite ich darauf hin, dass Emotionen und faktisches Wissen konsistent sind. Ich will wissen was ich fühle, und fühlen was ich weiß.

Ich gehe der Sache (in dem Fall dem unguten Gefühl) also nach, denn mein Gehirn weiß eine Menge mehr über das Universum, das Leben und alles als ich, schließlich bildet es geschätzte 15 Milliarden Jahre Entwicklung ab. Es gibt mehr als genug Erkenntnisse, an denen wir emotionale Ergebnisse überprüfen können und so zu einer differenzierteren emotionalen Bewertung gelangen, die wiederum unserer Intuition bzw. Mustererkennung zuträglich sein wird. Das bevorteilt sich gegenseitig und geht dann auch zunehmend schneller. Mit der Zeit versetzte ich mich außerdem immer häufiger in das theoretische Funktionsmodell kognitiver Informationsverarbeitung, um mein Gehirn nach dessen Schema anzuwenden, wobei ich natürlich nie so objektiv sein kann. Meine emotionale Beteiligung ist sogar sehr stark, daraus rekrutiert mein Denken nämlich seine Werte. 

Meine persönliche Hoffnung ist, dass das tiefe Verstehen intelligenter Prozesse (Intelligenz ist Anwendungssache) neue Perspektiven eröffnet, das Bewusstsein von der breiten Oberfläche wieder in die Tiefe führt, sich in den weiteren Entwicklungen stofflich manifestiert, und so unsere Zukunftsfähigkeit steigert. Vernetzung ist der Schlüssel, sowohl in uns, als auch um uns herum, indem wir Berührungspunkte mit anderen herstellen, nicht alleine um unseren Status zu ermitteln, sondern voneinander zu lernen, und uns im anderen zu erkennen.

Es gibt nur eine Richtung die uns in eine nachhaltige Entwicklung führen kann, und das ist die Verteilung der Relevanzen auf alle (Über)Lebensaspekte. Menschen sind davon ein Teil, denn durch Benachteiligung generiertes Unwohlbefinden hat das Potential zu einem destruktiven Umweltfaktor zu werden, zumal wenn sich die Benachteiligungen häufen. Die Relevanzenverteilung fängt aber schon im Fühlen an, weil das, was wir global abbilden dem entspricht, woran sich unser Denken orientiert. Hierbei zeigen sich eben auch die Lücken in der emotional-sozialen Vernetzung unserer Gehirne. Die Kluften die wir im Gehirn haben, wachsen aber exponentiell weiter, vergrößern immer schneller den Abstand zwischen Arm und Reich, und wir nennen das dann *Konsolidierung* oder *Optimierung*, diese bezieht sich einzig auf *mehr Geld* und *weniger Kosten* – ein evolutionäres Deadlock also.

Als ich mir vor acht Jahren die harmlose Frage stellte, was Intelligenz eigentlich ist, hatte ich nicht den Schimmer einer Ahnung, was sich auf der interdisziplinären Suche (von Verhaltensforschung und Evolutionsbiologie über die Relativitätstheorie bis hin zu Wirtschaft und Politik) alles erschließen würde. Obwohl die Zustimmung steigt, fand ich bis heute niemanden, der unsere Forschungen unterstützt – was nicht nur damit zusammenhängt, dass ich mich weigere, unsere Arbeit in wirtschaftlichen Kennzahlen zu rechtfertigen. Obwohl es nicht immer leicht war, nach acht Jahren Forschung geht es immer noch weiter. Gewinn bedeutet für mich mehr als *nur* Geld.

Die Kumulation von Geld an sich selbst schließt aus, dass neue Erkenntnisse und Entwicklungen allen zugute kommen können. Wenn sich aber beispielsweise nur wenige Menschen neue umweltfreundliche oder anders förderliche Entwicklungen leisten können, sind all die anderen gezwungen anzuwenden, was ihnen zum Überleben nur verbleibt. Die breite nachhaltige Wirkung bleibt dann aus.

Ich höre manchmal, dass ich schreibe, was andere *immer schon fühlten* oder *wussten*, aber dafür keine Worte fanden. Daher sehe ich mich unter anderem auch als Schnittstelle zwischen *Rationalität* und Emotionalität, zwischen Faktischem und Spirituellem, da ich beide sehr gut nachvollziehen kann – alleine das Finden der Worte bereitet mir Denkarbeit, die eigentlichen Folgerungen sind nahezu reine Intuition (jedoch an Fakten geprüft). Die *Übersetzung* bewahrt mich nun nicht davor, fallweise den einen oder anderen womöglich wichtigen Aspekt zu übersehen. Für diesbezügliche Hinweise bin ich dankbar.

Die Erkenntnisse aus der Gehirn- bzw. Kognitionsforschung sind für alle Lebensbereiche relevant, auch Bildung, Wirtschaft und Politik. Alles was wir tun basiert letztlich darauf, was sich in unseren Köpfen abspielt. Mein Wunsch ist, das Wissen darüber dafür anzuwenden, jene Dinge relevant zu machen, die wirklich wichtig sind (die eigentlichen Werte, nicht das, was sie lediglich beziffert zum Beispiel) und der persönlichen wie gesellschaftlichen Entwicklung förderlich. Was das für jeden im Detail ist, darüber gibt die Qualität der Ausschüttungen des Gehirns Aufschluss. Es erkennt den Unterschied zwischen Füllen und Erfüllung, doch müssen die adäquaten Erfahrungen dazu gemacht werden. Aus dieser Haltung heraus entstand schließlich der Slogan *das Maß aller Arbeit ist das Wohl des Menschen*.

Ich bin durchaus für Marketingmaßnahmen zu haben, zugunsten des Menschen, seiner Lebensumgebung, seiner Zukunftsfähigkeit. Hierbei geht es nicht um Manipulation durch vorsätzliche Relevanzveschiebung oder anderen was vormachen, sondern um die Bewusstmachung all dessen, was es in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung zu gewinnen gibt.

Dez
23

Leistungsschwankungen werden absichtlich erzeugt, um daraus zu lernen

Anders betrachtet

Leistungsschwankungen sind ein Effekt der Funktionalität des Gehirns (des Existierenden überhaupt), keine mit einer Absicht verbundene *Entwicklung* – Entwicklung ging vielmehr daraus hervor. Ohne Variationen hätte keine Entwicklung zum Menschen stattfinden können.

Wer anders denkt, dem wird gerne Realitätsverlust vorgeworfen. Von welcher / wessen Realität sprechen wir da? – Und was für eine Normalität soll das sein, um die sich heute alles dreht? Der *normale* Mensch bläst heute CO2 in die Luft, produziert massenhaft Müll, verbraucht weit mehr Ressourcen als er benötigt, sieht zu, wie währenddessen Zigtausende am Tag verdursten und verhungern, und lässt sich die Markierungen Dritter sogar in sein Gehirn p….

Ein Irrtum, millionenfach kopiert, bleibt immer noch ein Irrtum. Nur weil alle dasselbe tun, ist Mainstreamverhalten noch lange nicht *richtig*. Wir haben nur nichts anderes zur Orientierung, weil wir nicht feststellen können, sondern nur differenzieren, also uns, wie das Ratten schon können, aneinander auszurichten. Ich verstehe nicht, warum so wenige begreifen, was das für uns alle BE-DEUTET und welche Konsequenzen daraus abzuleiten sind.

Vor dem Hintergrund seiner individuellen Beschaffenheit (Kenntnisbasis, Gehirnstruktur) haben die Schlüsse eines jeden Menschen dieselbe Existenzberechtigung. Anders ist nur anders, deswegen noch nicht gleich falsch. Wir haben die einmalige Chance in unserer Geschichte, konkret zu durchschauen, was uns immer wieder in Kriege und Zerstörung treibt – und trotzdem läuft alles so weiter, als könnte es das endlos.

Uns fehlt vielleicht nicht mal der faktische Realitätsbezug. Nur hat der keinen Einfluss auf unser Verhalten. Worin wir ein Manko haben ist der emotionale Realitätsbezug, denn wenn wir desintegrativ fühlen, dann denken wir zwangsläufig auch so. Die Wahrheit wirkt aber unabhängig davon, ob wir sie wahrhaben wollen oder nicht. Desinteresse und Dummheit sind sich sehr ähnlich – beide lassen Aspekte außer Acht, ohne eine Einschätzung daran vorgenommen zu haben.

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