Feb
12

Wenn man genauer hinsieht bevor man etwas kauft, wird einem klar, dass man breitbandvergiftet würde, äße man den ganzen Schrott den sie einem heute als essbare Ware unterjubeln wollen. In den letzten Jahren hat sich das massiv verschlechtert. Gentechnologische Eingriffe erhalten einen Freibrief, man muss sie vorher nur durch den Tiermagen schicken, und schon müssen sie nicht mehr deklariert werden. Wer einen Frosch kochen will ohne dass der rausspringt, setzt ihn in kaltes Wasser und erhitzt es dann… Dasselbe machen sie grade mit uns. Wir müssten aus dem Kessel rausspringen, bevor der Deckel zugeht. Der Topf steht symbolisch für alle falschen Paradigmen, deren Wände in den Hirnen so hoch geworden sind, dass man nicht mehr darüber hinaussehen kann. Und schon ist der Raum in den die Neuronen hineinfeuern, zum winzigen Labyrinthchen geschrumpft, das Vorstellungsvermögen darauf beschränkt. Das nennen sie dann “Realismus”. Realistisch ist, wenn (objektive) Werte und (subjektive) Werteinschätzung korrespondieren. Davon sind wir ganz weit weg. Das, woran sich seine Elemente orientieren gibt dem System die Form. Eine falsche Orientierung führt zu falschen Schlüssen und Maßnahmen (Maßnahmen sind keine Lösungen!), das System verformt sich weiter ins Destruktive. Fehler erkennt man spätestens an ihren Auswirkungen. Doch die halten wir dann ja auch für “normal”…

Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.

Der Überfluss den wir permanent sehen, besteht so nicht. Er wird dem Planeten unter hohen Verlusten abgetrotzt und anderen Menschen dafür Lebenswichtiges vorenthalten. Das Hauptproblem das ich mit unserer Lebensweise habe ist, dass sie nicht einmal mehr für uns ausreicht, geschweige denn für alle Menschen. Wir müssten uns dafür entscheiden, schon jetzt so zu leben, dass diese Differenz nicht mehr besteht und weder die Ausbeutung von humanen noch nichthumanen Tieren weiter zu unterstützen. Instrumentalisierung in jeder Form ist das Grundübel, da ihre “Optimierung” zwingend in die Ausbeutung führt. Sämtliche daraufhin gebundenen Potentiale sind für die weiteren Entwicklungen verloren. Wenn es erst die Umstände sein werden, die uns dazu bringen unsere Lebensweise zu ändern, wird das Zerstörungswerk bereits bis zu seinem Ende durchgelaufen sein. Die zerstörerische Verschwendung hat nebenbei einen brutalen psychologischen Effekt: Neid auf die Schwächeren! Irgendwie wissen wir, dass wir den Ärmeren gar nicht helfen können ohne dabei selbst zu „verlieren“, und das bedeutet, wir wollen es nicht wirklich.

Unsere (evolutionäre) Beschaffenheit halte ich als Ausrede hingegen für ungeeignet, denn ist die erst einmal verstanden, sehen wir auch die Flexibilität und das nahezu unbegrenzte Entwicklungspotential darin. Intelligenz = die selbstgelenkte Nutzung von Verarbeitungskapaziäten. Sich Marken ins Gehirn brennen zu lassen (branding > Brandmarkung) ist davon das Gegenteil. Konsum ist per se etwas Uneigenständiges (Nachhaltigkeit ging mit dem Verlust der Subsistenz verloren > Abhängigkeiten entstanden, die Entscheidungsgewalt konzentrierte sich auf wenige Menschen, die weniger Werte umfassten und berücksichtigten als eine ganze Gemeinschaft es konnte). Umso wichtiger ist es, dass er sehr kritisch vollzogen wird.

Nehmen und Geben gleichen sich in der Natur aus. Der Mensch nimmt sich heraus, vom Geben will er nichts wissen, denn es geht um Profit, das ist die Differenz zwischen Wirkungsrahmen und wahrgenommener Verantwortung. Profit entsteht durch Raub an der Natur, ihren Lebewesen, auch Menschen. Das, was wir unter Wirtschaft verstehen hat mit Wirtschaftlichkeit überhaupt nichts zu tun. Wir müssen (wieder) lernen, in echten Werten zu denken, bevor wir sie alle verunwirtschaftet haben.

Was wir global abbilden ist ein großes Gehirn mit extrem ausgedünnter emotionaler und sozialer Vernetzung (da Mitgefühl und soziales Gewissen bei wirtschaftlichen Entscheidungen außen vor gelassen werden, ist es ein soziopathisches Gehirn, also eigentlich krank). You only get out (values) what you input… Es ist keineswegs überlegen, geschweige denn intelligent, sich von den Gemeinheiten, die Anderen zugefügt werden, nicht berühren zu lassen. Ehe man sich versieht, ist man selbst betroffen (oder Täter). Werte die aus dem (Mit)Gefühlsbreich kommen sind immer höher entwickelt (und damit intelligenter) als jene aus dem Triebsystem. Zudem ist ihr Erfüllungsniveau höher, unseren Sehnsüchten verlangt es daher danach. Der Verstand ist nur das Werkzeug, mit dem unseren Werten entsprochen wird. Vielwertigkeit ist der Schlüssel um – was der Verstand alleine nicht schafft – Komplexität zu erfassen. Daher macht Egozentrik (arm an Werten) Menschen zwar hoch effektiv, aber dümmer, die kurzfristigen Erfolge bedeutungslos da nicht von Dauer.

Der gesündeste und nachhaltigste Egoismus ist die Kooperation (mit allem was einen umgibt), da sie der einzige Weg zur Unerschöpflichkeit und damit Nachhaltigkeit ist. Nachhaltigkeit wiederum betrifft alle(s). Man kann sie nur ganz leben oder gar nicht. Der bevorstehende Gesinnungswandel kann nur ein sehr grundlegender sein – und muss – verarbeitungstechnisch bedingt – auf Werteebene stattfinden – und ops, ja, das ist radikal. Nebenbei die großartigste Erfahrung die ein Menschengehirn machen kann, natürlich verbunden mit vorher nie erlebten Ausschüttungen. Es ist ja längst nicht so, dass unser Gehirn nicht zwischen Sein und Schein differenzieren könnte – schließlich ist es ja um einiges intelligenter als der kleine Rest von Daten die unser Bewusstsein bilden. Doch muss es den Unterschied irgendwann auch erfahren um ihn als erstrebenswert (an) zu (er) kennen, und hier besteht eine gigantische Bildungslücke.

Es zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Technisch sehe ich kein Problem, menschlich auch nicht. Aber menschlich zu werden bedeutet, die Entwicklung nicht mit dem “Ichbewusstsein” einzustellen. Je verfahrener die Situation, umso älter – und leider auch dümmer – die “Notfallprogramme”. Die Wettkampfgesellschaft ist ein künstlich erzeugtes Dauernotfallprogramm das zunehmend extremer wird. Und alles was wir verändern, verändert uns, daher: Stress, Ungerechtigkeit, Angst, Neid, Gier, Psychosen – und Schlachthäuser. Ja, es ist ein Mangel an (Mit)Gefühl, denn in unseren Entscheidungen zählt letztlich nur, was unser Belohnungssystem gewichtet. Objektivität gibt es so gesehen nicht, denn auch Denken besteht aus einer linearen Abfolge vieler kleiner Einzelentscheidungen.

Daher zählt nur die Intelligenz der Werte (Einschätzung). Wir erlangen umso mehr davon, in je mehr Anderem wir uns (wieder)erkennen. Daraus leitet sich das Ausmaß des Selbstbewusstseins (nicht zu verwechseln mit Geltungsdrang) ab, und es hat wenig bis gar nichts mit einer IQ-Zahl zu tun, aber sehr viel mit Lebendigkeit.

Mai
20

Geselligkeit zeigt sich im Gehirn (Spiegel online). Nicht, dass es überraschend käme. Entwicklung baut auf Bestehendem auf. Zur Fragestellung “ob die beobachtete Häufung der Nervenzellen den Hang zur Geselligkeit verursache oder ob sie bei kontaktfreudigen Menschen erst mit der Zeit entstehe” möchte ich sagen: sowohl als auch.

Apr
09

Das Verhalten der Menschen die heute leben, wurde an den Erfahrungen in der Umgebung geprägt, in der sie bestehen müssen, die immer stärker von Misstrauen geprägt ist. Das erfordert andere Maßnahmen und stellt auch andere Optionen bereit als eine Umgebung gegenseitigen Respekts und Vertrauens. Rücksichtslosigkeit und emotionale Defizite waren Erfolgsfaktoren, doch leider machen emotionale Defizite auch ein wenig Vorschnell in Entscheidungen, weil das Gehirn nun mal ein Informationssystem ist, das mit Werten abwägt, und das hat immer was mit unseren Beziehungen zur Umgebung zu tun, seien sie nun da oder nicht. Es ist unangebracht, Effektivität (begünstigt durch Gewöhnung, Gefühlsarmut und Automatisierung) mit Intelligenz zu verwechseln.

So gut wie alles was wir nicht wirklich brauchen und uns dennoch – durchaus mit Gewalt, auch wenn wir uns an deren Anwendung so sehr gewöhnt haben, dass wir sie nicht mehr als Gewalt empfinden – herausnehmen, schädigt die Umwelt, anderes Leben und nicht zuletzt uns selbst. Wir haben es bisher nicht geschafft, eine nachhaltige Überdauerungsstrategie zu erarbeiten. Seit Erfindung des Verstandes gefährdeten wir uns und unsere Lebensumgebung zunehmend stärker, griffen wir immer massiver ins Ökosystem ein (warum also sollten wir nicht auch Einfluss auf das Klima haben?), mit verheerenden Effekten. Der Babyboom in Deutschland bleibt trotz Elterngeld aus. Ja kaufen wir denn unsere Kinder jetzt auch schon oder was? –

Nein, es ist nur einfach offensichtlich (fürs Gehirn eher noch als für unseren Verstand), dass wir den Babys die heute geboren werden, keine erfreuliche Zukunft in Aussicht stellen. Die Erde nimmt keine Zinsen, was wir im Voraus beziehen (ohne Not), regeneriert sich nicht mehr. Fooddesign- und Chemiekonzerne brauchen eigentlich nur noch aufs Absahnen zu warten, wenn ihre größte Konkurrenz, die Natur, am Boden ist, wozu sie auch gleich mit beitragen. Künstliche Vitaminzusätze, Nahrungsergänzungen und andere Kontaminationen unserer Ernährung stimmen uns schon mal auf die vollkommene Abhängigkeit von ihren Interessen ein – Worst-Case, der Mensch als total abhängiger Konzernsklave – wie weit sind wir davon wohl weg?

Entscheidern fällt es offensichtlich sehr schwer, anders als im bisher angewandten wirtschaftlichen Schema zu denken. Darauf Überlebensvorteile in Geld zu berechnen sind wir von Kindesbeinen an konditioniert worden, es ist jedoch keine natürliche Realität. Die Frage, wie etwas finanziert werden kann oder was in Geld dabei rausspringt versperrt zunehmend die Sicht auf die Frage, worauf es ankommt. Menschen sollen, ja müssen versorgt werden, und das tun sie jetzt schon füreinander, ob ihnen das bewusst ist, dann werden sie sich mehr investieren, oder nicht, dann wird eben nur Zeit abgearbeitet.

Denke ich statt in Geld in Nutzeinheiten die Menschen kreuz und quer miteinander austauschen, bestärkt das meine Vorstellung, dass ein Wirtschaftssystem auch anders funktionieren kann, und vor allem nachhaltiger. Das bisherige lineare Vorgehen basierte darauf, dass einer was bekommt, und einem anderen dafür Geld gibt. Doch die Linie die da nur gesehen und verfolgt wird, ist der Faden in einem großen, weltweiten Netz. Die Auswirkungen bleiben daher nicht auf diese eine Linie beschränkt, sondern breiten sich über das ganze Netz aus, wo sie früher oder später auch wieder den Weg zurück zu einem selbst finden – durch Missanerkennung dessen was man anrichtet zum Beispiel.

Für das gesamte Netzwerk spielt es eine untergeordnete Rolle, wer was von wem bekommt, sondern nur, dass die Verteilung von Nutzeinheiten flächendeckend funktioniert und nachhaltig erfüllt wird, und dafür müssen sehr, sehr viele Voraussetzungen erfüllt werden (sowohl unsere Lebensumgebung als auch wir sind hoch komplex, scheitern kann man aber schon an einem einzigen Aspekt!). Wem geholfen wurde, kann diese Hilfe beliebig und nach Bedarf, nicht nach Kaufkraft, weitergeben. Nutzeinheiten sind alles, was das Wohlbefinden steigert (ohne mittel- und langfristig das Gegenteil zu bewirken), also auch sozialer Umgang, Freundschaft, Liebe – im Besonderen sogar. Das nie erlebt zu haben und sich nicht einmal vorstellen zu können ist eine Wissenslücke. Wissen besteht nicht nur aus Worten und Ziffern, nein, es ist um ein Vielfaches mehr.

Rechnerisch ist unschwer zu erfassen, dass viele Menschen mehr geben als sie bekommen, sonst könnten nicht manche stinkreich sein, während andere verhungern. Wie weit einer sich dann zurücklehnen und von sich sagen kann, er habe sich das ganze Geld verdient, mag jeder für sich selbst abwägen. Ich könnte es nicht – aus emotionalen Gründen. Natürlich ist das subjektiv, aber was daraus an Aktivitäten hervorgeht, ist dennoch real. Wäre da ein Mensch, der alles Geld der Welt besitzt, dann müsste es im Gegenzug ja allen Menschen gut gehen, damit die Rechnung, der Verdienst, tatsächlich stimmt. Wetten, dass es sich so keineswegs verhalten würde?

Unser Gehirn ist flexibel, so dass es ein Leben lang lernfähig bleibt. Wir können rechnen lernen, lesen schreiben, programmieren, aber wir können noch viel mehr, wir können ein Bewusstsein bilden, und wenn wir es bilden können, dann können wir es auch verändern.

Die Befassung mit künstlicher Intelligenz hat mein Denken maßgeblich verändert, aus dem einfachen Grund, weil es das Denken für mich nachvollziehbar machte. Wir haben noch nicht mal die Ahnung einer Vorstellung, was noch alles für uns drin sein kann. Stattdessen gaben wir uns mit Schwabbelbäuchen und Territorialmarkierungen Dritter in unseren Gehirnen zufrieden. Die Verkürzung des Weges Reiz – Triebhandlung ist immer weniger mit Erfüllung verbunden, weil dazu mehr gehört, als sich nur mal was in den Schlund zu stopfen. Das hat uns nur immer hungriger werden lassen. Die Grenze die wachsende (kompensierende) Gier zu stillen ist längst überschritten. Es ist also nicht mal so, dass wir die Wahl hätten.

Dass Menschen sich verändern können, haben sie in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Es geht schon daher anders, weil es immer mehr Menschen gibt, die es sich anders vorstellen können. Vernetzung steigert die Intelligenz, das ist unvermeidlich.

Dez
02

Bildung ist heute Programmierung auf wirtschaftliche Funktionstüchtigkeit anhand linearer Parameter die über den Verstand zugeführt werden, und die das Kind sich mühsam einpauken muss. Vielfach ist es nicht in der Lage, einen emotionalen Bezug zu den Informationen herzustellen, was das Verstehen nicht nur erschwert bis verhindert, sondern auch zu Stresssymptomen führen kann. Eine fehlende emotionale Zuordnung heißt, die Güte der Information kann nicht eingeschätzt werden. Für das Gehirn eine höchst irritierende, mitunter traumatische Situation, wenn das Kind sich in der Folge für *zu blöd* hält.

Es war und ist niemals Kenntnis alleine, die uns zu Handlungen motiviert, es ist immer erst der damit verbundene emotionale Eindruck. Der resultiert aus Erfahrung oder aus der Vorstellung heraus die lebhaft genug ist, um erst gar keinen Wert auf die Erfahrung zu legen. Neue Strategien werden erst dann gesucht, wenn es weh tut. Bei dem Entwicklungstempo das wir vorlegen ist eine zu späte Reaktion nur eine Frage der Zeit, und das könnte nicht nur sehr schnell gehen, sondern bereits implementiert sein.

Wir sind zu Anwendern – Oberflächenbedienern – geworden, und das Orientierungswerkzeug *Gefühl*, der Indikator für das Maß von erlangtem Gesamtwohlbefinden (Überlebenstüchtigkeit) wurde ebenfalls zum Selbstzweck. Die Unterhaltungsindustrie, Reiseveranstalter etc. leben davon es zu stimulieren. Unsere Jobs, unsere Aufgaben, sind so wenig erfüllend geworden, dass wir die Leere in uns füllen müssen – auf Kosten von Ressourcen versteht sich. Das verzerrte unser Weltverständnis einmal mehr zu unseren Ungunsten – Füllen statt Erfüllung.

Man nennt die Weigerung an das Wohl anderer zu denken heute Geschäftssinn. Dafür andere zu belügen ist so normal geworden, dass unsere Gehirne wie selbstverständlich von *falschen Daten* ausgehen, zum Beispiel sieht es für uns so aus, als ob es Ressourcen im Überfluss gäbe. Man muss nur durch einen Supermarkt schlendern, um diesen eigentlich falschen Eindruck mitzunehmen.

Wenn ich einen Taschenrechner oder einen Computer mit falschen Informationen füttere, dann wird das Ergebnis nicht stimmig sein. Beim Menschen kommt erschwerend hinzu, dass es nicht so etwas wie globale Ziele gibt, wo man sagen könnte: ok, hier haben wir klare Ziele, das ist der Status, und die Differenz ist das, was zu tun ist, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Selbst bei dringend erkannten Erfordernissen werden keine adäquaten Konsequenzen gezogen, sondern Zugeständnisse an die Trägheit von Dinosauriern gemacht, wo wir längst kleine, flexible und fühlige Säugetierchen bräuchten, die den Anforderungen der Zukunft vielfältig und einfallsreich begegnen.

Das Streben zu Harmonie ist bereits im Verhalten jedes Lebewesens zellular realisiert, weil es ihm auf die Anpassung an die Umgebungsbedingungen ankommt. Dieses simpelste Prinzip intelligenten Verhaltens haben wir sogar verlernt. Von sinnvollen Bestrebungen in diese Richtung sind wir noch ganz weit weg. So lange es um *Märkte* (=Territorien), *Renditen*, bezifferbare *Gewinne* geht (Selbstbefriedigung also), kann die Zukunftsfähigkeit des Menschen nicht im Vordergrund stehen. Es macht einen massiven Unterschied, ob etwas ein Selbstzweck ist oder ein Effekt für echten Nutzen. Geld kann niemals das Ziel sein, denn dann ist alles andere nur noch ein *zu vernachlässigender* Nebenaspekt.

Unser Gehirn funktioniert nämlich anders: Ausschüttungen können durch gezielte Stimulation des Gehirns hervorgerufen werden. Drogen. Bei Ratten führte der Umstand, dass sie ihr Lustzentrum auf Knopfdruck stimulieren konnten dazu, dass sie verhungerten, der Unterschied bei uns ist, wir lassen andere *auf Knopfdruck* verhungern. Man kann um sich verdient zu machen, aber auch etwas für andere Sinnvolles tun, dann ist der Effekt nachhaltiges Wohlbefinden.

Der Einfallsreichtum, die Motivation die darin investiert wird, Regeln und Gebote zu umgehen um sich schnell mal einen kurzsichtigen Vorteil unter den Nagel zu reißen stattdessen auf nachhaltige Entwicklung zu kanalisieren könnte wirklich was bewegen. Einziger Haken dabei, das Wohl anderer Menschen müsste auf die gleiche Stufe gestellt werden wie das eigene. Es ist NICHT Vernunft, die uns davon abhält, die Gleichwertigkeit anderer Menschen anzuerkennen. Und das ist auch der Knackpunkt der immer wieder dazu führt, dass wir enorme Potentiale gegeneinander richten, die damit für die ganzheitliche gedeihliche Entwicklung verpuffen, noch dazu mit verheerenden Kollateralschäden. Unsere Vorfahren waren das wesentlich klüger und kooperativer, die hatten allerdings nur eine überschaubare Anzahl von Mitmenschen (Gruppenmitgliedern) in ihren Gehirnen sozial zu verwalten.

Wir streiten uns bildlich gesprochen um die Beschaffenheit einzelner Pixel und übersehen dabei, dass der Blick auf das Gesamtbild uns sowieso alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. An der Stelle kommt die Beschämung. Als nächstes Hoffnung durch das Erkennen der Chancen, die in unserer Funktionalität stecken. Wer sich selbst nicht kennt, kann nicht ermitteln wo er hin will. Er erfüllt seine Bedürfnisse so undifferenziert wie seine Insuffizienzeindrücke es sind. Ich habe den Verdacht, dass uns alleine dieser Umstand grässlich viele Ressourcen kostet. Überkonsum ist Ausdruck eines unklaren Defizits, die undifferenzierte Suche nach etwas das einem fehlt und auf Dauer nicht kompensierbar ist. Wenn man von was nicht genug bekommen kann, steckt die Erfüllung da nicht drin. Verschwendung ist überflüssig. Weder macht sie glücklich, noch sichert sie unsere Zukunft.

Okt
15

Die am meisten verbreitete Form der Armut ist die Unzufriedenheit. Selbst Reiche fühlen sich dank ihrer immer noch zu arm. Das Geld kumuliert sich an ihnen, das ändert aber nichts daran, dass sie mit ihren Investitionen noch mehr davon erlangen wollen. Ist das alles, was man mit Geld bewegen kann?

So ist Geld *machen* wie Befriedigung ohne Erfüllung, daher hat das Fass auch keinen Boden. Es wird niemals reichen, denn es gibt davon nie so etwas wie *genug* (kein physischer Bezug). Wenn es uns um nachhaltige Entwicklung ginge, wäre Geld nicht mehr das Wichtigste, sondern jene Überlebensaspekte, die für eine nachhaltige Entwicklung essentiell sind. Wird das erfüllt, erfolgt günstigerweise die Ausschüttung (Ausschüttung ist Indikator, kein Selbstzweck!). Unser Gehirn arbeitet seit Jahrmillionen so, und es liegt auf der Hand, dass wenn wir es anders machen, es eigentlich nur verkehrt sein kann, weil wir dann nicht mehr mit unserer eigenen Funktionalität korrespondieren. Das Geld- und Wirtschaftssystem müssten uns entsprechen, nicht umgekehrt.

Was heute mit Geld *bestätigt* wird, ist vielfach nicht mehr *richtig*, da es auf Kosten anderer und ihrer Lebensumgebung geht. Denn alle essentiellen Überlebensaspekte gilt es zu berücksichtigen, damit sich überhaupt so was wie Glück (Indikator für beste Überdauerungsfähigkeit) einstellen kann (unser Gehirn weiß darüber mehr als wir ;-)). Das hält uns offen für vielfältige Eindrücke, und das Leben ist voller Freuden.

Stress hingegen (wie ihn finanzieller Druck – unabhängig davon, wie viel Geld einer hat – erzeugt) fördert das gegenseitige Misstrauen, verursacht einen Tunnelblick, die Aufnahmebereitschaft ist erheblich reduziert, das Gehirn wendet sich dann nur jeweils einem Aspekt zu (dem Stressfaktor, und sei es der vermeintliche). Das ist die eigentliche Armut unter der wir *leiden*, und sie betrifft unsere gesamte Gesellschaft.

Nur glückliche Menschen sind wirklich reich.
(inspiriert von der Fragestellung in einem Forum, wie Armut in Deutschland wahrgenommen wird)

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