Die vielen Antworten auf diese Frage haben sogar mich überrascht. Anfänglich sah ich mich für den Rest meines Lebens Gemüsesuppen schlürfen und dann wann ein Stück gebratenen Tofu mit Kartoffeln, Reis und Salat. Mittlerweile esse ich abwechslungsreicher und vielfältiger als in meiner Gemischtkostvergangenheit, und habe noch längst nicht alles ausprobiert.
Spaghetti Bolognese, Chilli, Kohlrouladen, Lasagne, Hamburger, Gefüllte Paprika, pikante Strudel, Kekse, Torten, Crepes und fast alle Gerichte die mit Fleisch zubereitet werden, lassen sich auch auf reiner Pflanzenbasis zaubern. Sie schmecken dann nicht identisch, kommen aber zum Teil verblüffend nahe an das Original. Von manchen Fertigprodukten heißt es gar, man können sie kaum von “Echtem” unterscheiden. Wobei meine ersten Erfahrungen mit Fertigprodukten aus dem Supermarkt keineswegs erfreulich waren. Hier (Region) ist die Auswahl eher ernüchternd und man bekommt längst nicht alles, was die vegane Küche schmackhaft und abwechslungsreich macht. Daher bestelle ich meine Zutaten teilweise online.
Viele Veganer verlieren allerdings mit der Zeit die Lust auf etwas, das nach Fleisch schmeckt. Ich kann den Geruch von Fleischtheken nicht ertragen, und rohes Fleisch zu verarbeiten fand ich so unangenehm, dass ich für mich alleine wohl nie welches gekauft hätte, schon um es nicht anfassen zu müssen. Nicht, dass es mir dann nicht geschmeckt hätte. Ich wäre allerdings auch mit Gemüsegerichten und Tofu zufrieden gewesen. Mittlerweile schätze ich die vielen neuen Geschmackserlebnisse und Konstistenzeindrücke mehr als die Ähnlichkeit mit Altbekanntem.
Als vielfach Ungeübte lernte ich schnell, dass der erste Fehlschlag nicht unbedingt bedeuten muss, dass der Rohstoff nichts taugt. Auch die Marke kann einen Unterschied machen (speziell bei Sojagetränken und Puddings). Bei den von mir mittlerweile heiß geschätzten Sojamedaillons (oder Sojasteaks) ist es wichtig diese nach dem Kochen gut auszudrücken (am Besten nach dem Ausdrücken zwischen Tücher legen und zum Beispiel zwischen zwei Schneidbrettern gut auspressen), bevor sie ihre Würze bekommen, außerdem darf noch ein ordentlicher Schuss Sojasoße drauf. Die Medaillons dann kurz und kräftig anbraten. Sehr lecker werden sie auch, wenn man fein geschnittene rote Zwiebeln dazu anbrät.

Das Foto zeigt gebratenen Tofu mit Salzkartoffeln und Gemüsecreme. Die Gemüsecreme besteht aus Zwiebeln, fein gewürfelten Karotten und Sellerie. Anbraten, dünsten lassen (eventuell mit etwas Mehl stauben), mit pflanzlicher Brühe aufgießen, pürrieren und ordentlich mit Sojasoße abschmecken. Variieren nach Lust und Laune.

Sojagranulat wird vor der Verwendung kurz in Salzwasser aufgekocht. Sobald es im Wasser ist, schalte ich die Platte aus (Achtung, kann Schäumen, dann draufblasen oder umrühren). Es wallt noch zwei, drei Minuten nach. Danach abgießen in ein Sieb und mit einer flachen Kelle gut ausdrücken. Dann weiterverarbeiten wie Hackfleisch – gut anbraten, zum Beispiel bevor es in eine Bolognesesoße kommt, und auch mit Sojasoße würzen, ansonsten nach Gewohnheit. Ich verwende sehr gerne frische Kräuter aus Mamas Garten.

Oktoberhighlight: Kürbiscremesuppe mit Pfefferoniringen, gerösteten Kürbiskernen, gebratenen Knoblauchwürfeln, und echtem steirischen Kernöl.

Erster Versuch: Cheeseburger, mit dem vielseitigen Rohstoff Saitan (Weizengluten, gibt’s in Pulverform oder fertig). Ganz flache Saitanstreifen bekommen die Konsistenz von knusprigem Speck.