Jan
30

Zur Pressemeldung

Im Sinne unserer eigenen Zukunftsfähigkeit halte ich es für notwendig, möglichst schnell zu einer Ressourcen schonenden Lebensweise zu finden, wie sie schon jetzt für alle Menschen lebbar wäre. Überflüssig wäre damit die Hemmschwelle, schlechter Gestellten die Hand zu reichen, denn rechnerisch ginge es sich dann aus. Ich muss keine Einbußen für mich befürchten, wenn es Menschen die heute das Nachsehen haben, mal ebenso gut gehen kann wie mir, denn es ist für sie dann einfach (auch!) drin. Jeder, der wissentlich über seine individuelle Grenze hinaus lebt, finanziert einen Vernichtungskrieg mit. Darauf zu beharren finde ich militant – nicht wie man sich als ressourcenbewusster Mensch nach reiflicher Überlegung und (an)erkannter Eigenverantwortung vegan zu werden immer wieder vorwerfen lassen muss.

Bedauerlicherweise machen einem viele Menschen und Institutionen immer noch „Angst“ vor der veganen Ernährung und ihren angeblichen Mangelerscheinungen (und spiegeln darin nur ihre eigene Angst vor Veränderungen wider), was ein Witz ist in Anbetracht der tatsächlichen(!) und globalen Bedrohungen die aus der „Produktion“ tierlicher Nahrungsmittel hervorgehen. Wer jedoch Bestärkung für seinen Fleischkonsum im Internet finden will, wird sie auch finden. Schon alleine die Masse macht viel aus, woran auch Lösungsansätze bislang scheitern. Wer selbst noch Fleisch isst oder damit Geld macht, wird sich aus der erforderlichen Auseinandersetzung und den Konsequenzen rauswinden wollen, egal ob er eine Entscheidung auf persönlicher, wirtschaftlicher oder politischer Ebene trifft. Und noch ist es leider wahrscheinlicher, dass Omnivore über die Zukunft des Fleisches befinden, und auf Anraten ihrer westlich trainierten Stoffwechsel gegen die Zukunft vieler von Hunger und Vertreibung bedrohter Menschen stimmen. Die vegane Entscheidung lässt niemanden auf der Strecke – weder Natur, noch Tier, noch Menschen, noch die Zukunft unserer Kinder.

Natürlich kann ich, ohne damit die Argumente für den Veganismus anzukratzen, einräumen, dass es für unsere Vorfahren mal ein Vorteil gewesen sein muss (für den Neandertaler allerdings nicht, der war zu 90 % Fleischfresser), Fleisch auf den Speiseplan setzen zu können. Ohne diesen Nahrungszusatz hätten sie vielleicht die Eiszeiten nicht überstanden.

Vermutlich gelangte tierisches Eiweiß vor etwa 1,5 Millionen Jahren (abgeleitet aus der Evolution von auf den Menschen übergegangenen Fleischparasiten) auf den Speiseplan unserer humanoiden Vorfahren. Das konnte geschehen, weil der Körper es duldete (wie es allerdings mit rohem Fleisch aussehen würde, weiß ich nicht), wie sehr viel später in Europa die Milch. Dass etwas verwertet werden kann muss noch lange nicht heißen, dass es für den betroffenen Metabolismus optimal ist. Es werden von uns ja sogar reine Pflanzenfresser mit Tiermehlen gefüttert, was deren geschundene Körper auch umsetzen. Keiner würde deswegen von einer Kuh sagen dass sie nun zwingend omnivor zu ernähren ist. Gerade weil wir so genannte Mischköstler sind haben wir die Chance, diese Flexibilität die uns gegeben ist, ein weiteres Mal für einen evolutionären Fortschritt zu nutzen. Stattdessen haben wir uns auf zerstörerische Weise in Fleischfasern festgefressen.

Bereits seit Jahrzehnten ist es kein Geheimnis mehr, dass die Auswirkungen tierlicher Nahrungsmittelproduktionen auf die Lebensumgebung fatal sind. Doch so lange er davon nur andere Menschen betroffen sieht, kümmert das den Omnivoren offenbar wenig. Die kognitiven Fähigkeiten werden einfach nicht dafür eingesetzt, die von sich ausgehenden Wirkungsketten und ihren Rückkoppelungseffekt auf ihn selbst nachzuvollziehen. Wenn Fleisch angeblich so gut für das Gehirn gewesen sein soll, dann frage ich mich, warum davon in den letzten 30 Jahren nichts zu bemerken war. Vermutlich weil alle damit beschäftigt waren, es permanent zu überfüttern? – Man möchte meinen, das ständige Überangebot an Nahrung suggeriert dem unkritischen Gehirn unfällig, dass alles in bester Ordnung sei.

Was Regenwäler und Land vernichtet, Menschen um ihre Existenzgrundlage bringt, und die Lebensumgebung aller biologischen Bestände weltweit vergiftet, sowohl zu Lande als auch im Wasser, ist kein evolutionärer Vorteil mehr. Was gestern vielleicht noch einer war oder sich über lange Zeit (scheinbar) neutral auswirkte, kann sich in der Evolution durch die Veränderung nur eines Umstands jeder Zeit ins Gegenteil kehren, zumal wenn es derart pervertiert wird wie die Fleisch”produktion” heute.

Die Evolution ist nicht etwa ein Argument oder eine Entschuldigung für den Fleischkonsum, sondern eines dagegen. Gewaltanwendung gebiert nicht aus Vernunft, sondern ist ein Notfallprogramm unterster mentaler Ebene. Dieses Notfallprogramm samt seiner Rückkoppelungseffekte – Gefühlsarmut und Verrohung zum Beispiel (Einbeziehung weniger Werte, was sich bereits bei unseren Kindern mindernd auf den kognitiven Rahmen auswirkt) – wird routinemäßig und permanent ausgeführt, obwohl gar kein Notfall besteht, sondern alleine egozentrische Profitgier die treibende Kraft dahinter ist. Der eigentliche Notfall wird davon erst eintreten, und ich wage kaum mir vorzustellen, wie viele Leben diese folgenreiche Fehlentwicklung noch kosten wird.

Jan
06

Wie ich neulich durch eine Online-Diskussion mitbekam, gibt es auch eine religiös motivierte Gruppe, für die Veganismus ein Thema ist. Manche Veganer sehen sich nun veranlasst, sich von dieser “Sekte” deutlich abzugrenzen. Neulich bekam ich auch den Hinweis, dass ein Artikel auf den ich verlinkte, von “UL” sei. UL ist die Abkürzung für “universelles Leben”. Hier ein Beitrag dazu, und noch eine Warnung, und hier gleich eine ganze Linksammlung bei relinfo.ch. Schließlich sollte man wissen, warum man sich von etwas distanziert, und wovon überhaupt.

Vielleicht ist an der Stelle die Erwähnung angebracht, dass ich kein Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft bin, so wie auch keiner anderen bestimmten Bewegung, sondern dass es meine eigene Bewegtheit war, die mich dazu finden ließ, Veganismus als Lebensweise zu wählen. Ich ziehe es bei allen Entscheidungen vor, mich meines eigenen Verstandes zu bedienen und dabei auf mein Gefühl zu hören. Es gibt Inhalte, von denen ich mich nicht distanzieren kann, unabhängig davon wer der Verfasser ist, und andere, mit denen ich mich nicht identifizieren kann, sie deswegen aber nicht völlig ausgrenze. Die Frage, um welches Körnchen Wahrheit sich eine Lebenshaltung rankt, ist für mich stets von Interesse. Einen kleinsten gemeinsamen Nenner gibt es immer und überall. Das heißt ja nicht unbedingt, dass alle Menschen den sehen müssen. Vielleicht hakt ja alles daran, dass im momentanen Entwicklungsstadium nicht (mehr).

Wie sinnvoll kann es sich anfühlen, sein eigener Risikofaktor zu sein? Gerade bei der täglichen Ernährung lässt sich noch so vieles zugunsten der Nachhaltigkeit verändern, und das auch aus so genannten “rationalen” Gründen (tun wir mal so, als würde das in unseren Entscheidungen eine Rolle spielen). Pflanzliche Nahrung ist schon mal deutlich energieeffizienter, da sie dem Organismus direkt zugute kommt, und nicht über den Umweg Tier gehen muss, wo etwa 90 % Substanz verloren gehen, und eine etwa ebenso hohe Schadstoffkonzentration hinzu kommt. 13.000 oder noch mehr Liter verbrauchtes Trinkwasser für ein Kilo Rindfleisch ist auch nicht grade eine wirtschaftliche Rechnung. Es gibt Menschen(!) die an Wassermangel leiden und sterben, und das nur aus dem Grund, weil es anderen egal ist. Lange Transportwege müssen auch nicht sein, wenn die leckere und gesunde Alternative regional gewachsene Lebensmittel sind.

Nachhaltige Ernährung sieht für mich so aus:

  • Von so nah wie möglich
  • So frisch wie möglich
  • So unverfälscht wie möglich
  • Lebensenergie nur noch aus erster Hand, statt vorgekaut und vorverdaut

Grafik: Treibhauseffekt verschiedener Ernährungsweisen pro Kopf und Jahr, dargestellt in Autokilometern

Würde jemand das “Normale” nicht hinterfragen und wäre er nicht kritisch, würde er dann Veganer? – Sicher, man kann durchaus auch mal das Richtige aus den falschen Gründen tun. Doch wer ist sicher in der Lage zu beruteilen, welches richtige und welches falsche Gründe sind? Ich wage es jedenfalls nicht, darüber ein finales Urteil zu fällen. 100% Veganismus ist ein Ideal, nach dem ich strebe. Ich will es auch als das verstanden und vermittelt wissen, und nicht als Ideologie, Zwang oder die Bedingung geknüpft, sich irgendwem anzuschließen oder jeden der anders denkt, aus seinem Leben zu verbannen. Es gibt gute Gründe, vegan zu werden, und warum soll es nicht auch die Liebe zu allem was Gott schuf sein dürfen? – Wenn etwas Menschen derart die Augen zu öffnen vermag, liegt es dann wirklich vollkommen falsch? – Wie gelangte es dann überhaupt in unser Gehirn?

Nächstenliebe ist m.E. das weitsichtigste Konzept, das uns je präsentiert wurde. Sie mit Gleichgesinnten zu teilen mag uns noch leicht fallen. Es geht jedoch gerade darum, auch mit denen auszukommen, wo das nicht der Fall ist.

Ich finde die 10 Gebote umfassender als unsere heutigen Schwarten von Gesetzestexten, die trotzdem immer Lücken aufweisen. Wenn Menschen sich hingegen ernsthaft an die 10 Gebote halten würden, wäre eine Benachteiligung des Nächsten nahezu ausgeschlossen. Das haben all unsere Gesetze nicht geschafft. Irgendwo ist da ein grober Denkfehler, nämlich der, dass wir ohne Berücksichtigung unserer (aller) Gefühle in so genannten “wirtschaftlichen” Entscheidungen irgendetwas erreichen können, mit dem wir uns (alle) dauerhaft besser fühlen(!) könnten als vorher! – Mit welchen Gefühlen denn noch, als jenen, die wir darin (nicht) investierten?

Das Streben nach Wirtschaftlichkeit bezog sich ursprünglich ausschließlich auf den Metabolismus, und mit Geld kann es gar nichts zu tun haben. Dieses ausgelagerte Belohnungssystem hat uns nämlich unverantwortlich unwirtschaftlich gemacht. Ginge es uns dabei auch noch so gut wie es könnte, wäre unser Gehirn eine Fehlkonstruktion. Dafür hat es sich einfach zu lange entwickelt und bewährt, als das ich davon ausgehen würde. Das Problem sehe ich vielmehr darin, dass wir den größten Teil seines Wissens einfach ignorieren, nämlich den, der uns nicht “bewusst” ist. An der Stelle muss Bildung ansetzen und nicht an Kennzahlenrumrechnereien. Wie soll uns eine solche Bildung dabei helfen, uns den Umgebungsbedingungen vollumfänglich (nur das ist nachhaltig) angemessen zu verhalten?

Dez
02

McCartney und Nobelpreisträger Pachauri rufen Politiker auf, den Fleischkonsum zu reduzieren

Berlin. 01.12.2009. Sir Paul McCartney und Dr. Rajendra Pachauri rufen weltweit dazu auf, den hohen Konsum an Fleisch zu bekämpfen. In einem offenen Brief (siehe Anhang) verweisen sie auf den Zusammenhang zwischen Fleisch und Klimawandel und schlagen vor, dass Regierungen Initiativen entwickeln, diesen Zusammenhang auch Ihren Bürgern zu vermitteln. Unter dem Titel „Less Meat = Less Heat“ (Weniger Fleisch = weniger Hitze) findet am 3. Dezember eine Veranstaltung im Europaparlament statt, in der Sir Paul McCartney sowie der Nobelpreisträger und Vorsitzende des Weltklimarates, Dr. Rajendra Pachauri, die europäischen Politiker auffordern, konkrete Maßnahmen zur Senkung des Fleischkonsums zu ergreifen.

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Nov
23

Fleisch oder (Über)Leben? – Diese direkte Frage wäre schnell beantwortet. Doch kaum ist die Wirkungskette etwas länger, lässt die kognitie Erkenntnisleistung auch schon erheblich nach, und Tatsachen werden schlichtweg verdrängt, zum Beispiel die tägliche Hölle ausgebeuteter Tiere, und die Auswirkungen davon auf Umwelt, Böden und Klima.
Prof. Patrick Brown will sich eineinhalb Jahre Auszeit nehmen, um nach Wegen zu suchen, wie der globale Fleischkonsum drastisch reduziert werden kann. Hier geht’s zum Artikel.

Nov
06

…lebt die falsche.

Was jedoch die Ignoranz betrifft, ist das unter anderem auch eine technische Unzulänglichkeit. Der Verstand kann sich zu einer Zeit jeweils nur einem Aspekt widmen. Was für seine Verarbeitung übrig bleibt, beträgt nur etwa ein 375.000stel dessen, was das Gehirn selbst davor bereits verarbeitete. Jede noch so kleine Fehlprägung verändert die Gewichtung von Aspekten und wirkt sich da natürlich massiv aus, zumal wir Erlerntes ja an die nächste Generation vererben.

Ignoranz und Dummheit haben die gleiche und sowieso (woran Dummheit zu entlarven ist) nachteilige Wirkung – wesentliche Aspekte des Lebens werden aus der Verarbeitung desintegriert. Was dann auf dem eh schon werteverzerrten Rest aufbaut, kann man dann allesamt in der Pfeife rauchen, es ist nicht mehr realitätsbezogen. Die industrielle Vernichtungsmaschinerie setzt sich über die Realität hinweg, nämlich dass das Gefüge das uns umgibt komplex und verletzlich ist und unsere Ressourcen begrenzt, und alle Lebewesen inklusive uns selbst, so wie künftige Generationen sie zum Überleben brauchen. Jetzt geht es nur noch ums Geld machen. Die Gier hat ihr Maul ganz weit aufgerissen um alles zu verschlingen, was noch locker gemacht werden kann, Unersetzliches inbegriffen, nie mehr Regenerierbares.

Ich verstehe Evolution als systemischen Prozess, als etwas Universelles, und selbst wenn ich nur die biologische anspreche, betrachte ich sie losgelöst von irgendwelchen Bewertungen, Bestrebungen, Motiven, alten Missverständnissen oder gar Rechtfertigungen. Wer sich mit seinen Genen rechtfertigt, hat seine Beschaffenheit sowieso nicht verstanden, und wer sein Handeln begründen kann, kann es auch verändern. Wir wissen allerdings eh fast nichts darüber, wer und was wir alle(s) sind, und werden es auch nicht erfahren, wenn wir immer nur schau’n was andere haben, tun oder sagen. Die Antworten sind uns längst ins Gehirn geschrieben. “Wir sind halt so” ist die – auch noch kopierte – unwissende Haltung der Trägheit, die den Geist vernebelt, denn was uns emotional nicht berührt, bewegt unser Denken auch nicht mehr.

Was wir daraufhin anrichten (Earthlings) ist so schrecklich, dass die meisten Menschen der Wahrheit gar nicht ins Gesicht sehen wollen (untrügliches Zeichen dafür, dass sie die falsche leben). Ich würde aus eigenem Antrieb kein Tier töten, daher kann ich unmöglich dafür geeignet sein, Tiere zu essen. So einfach ist es. Kinder die Tiere quälen oder gar töten halten wir für verhaltensgestört, warum sollte das bei Erwachsenen plötzlich anders sein? – Es ist brutal und zerstörerisch was da passiert, und es gibt keine vernünftige Rechtfertigung dafür es auch nur zu dulden.

Seit dem Übergang ins Patriarchat hat sich bislang gar nichts Menschenerdachtes als dauerhaft erfolgreich oder ausschließlich vorteilhaft erwiesen (oder wären wir je mit dem Erlangten zufrieden gewesen?), die Zerstörungswut stieg permanent. Bisher ging noch jede menschliche Zivilisation zugrunde, und das auch noch in immer kürzeren Zyklen. Da der Erfolg unserer Spezies höchstselbst nun in Frage steht, gibt es Vereinigungen und Zusammenkünfte, bei denen sich Menschen die Köpfe über Nachhaltigkeit zerbrechen. Was Klima- und Umweltschutzmaßnahmen kosten kann gar nicht die Frage sein, sondern was es kosten wird, wenn die Maßnahmen gar nicht oder nur unzureichend stattfinden.

6000 Jahre (so lange in etwa dauert wohl unsere Sesshaftigkeit, und da ging es los mit der Rafferei) sind nur ein Augenzwinkern in der Entwicklungsgeschichte der Erde. Nach nur rund 100 Jahren Erdöl, Plastik und Chemie können wir nicht mal mehr mit Sicherheit sagen ob wir noch am Rande des Abgrunds stehen, oder schon drüber schweben, und die Gentechnologie ist auch schon losgelassen, während unsere Babys noch östrogenähnliche Substanzen lutschen und sich die Nanopartikel in unsere Zellen fressen. Alles nur für den Profit.

Die Zahlenschieber haben’s hinter sich, sie wissen es nur noch nicht, und werden auf unsere Kosten und der unserer Lebensumgebung künstlich am Leben erhalten. Das ist in etwa so, als hätten sich die frühen Säugetiere den Dinosauriern zum Fraß vorgeworfen, um deren Aussterben hinauszuzögern. Ich kann kein Vertrauen mehr in Autoritäten haben, welcher Art auch immer, denn die Zukunft hängt nicht ab von wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern von der Haltung der Menschen die sie gestalten. Ich habe das Bedürfnis und das Anrecht (oder bin ich nicht gleichwertig?) dazu ebenfalls beizutragen, und nicht länger jenen zu überlassen, denen meine Anliegen – die nicht einmal nur mich selbst betreffen – und Bedürfnisse am Arsch vorbeigehen. Jemand sollte ihnen in selbigen treten, vielleicht mischt das ja ein paar Wertezuordnungen neu, und es kommen mal ein paar zukunftsweisende Ideen bei raus.

Was wir uns vorstellen können, ist machbar. Da das Vorstellungsvermögen der Kreativen viel Raum hat, weil sie keine Fokussierer sind, ist das jetzt ihre Ära. Die Herausforderung ist, wieder zu erlernen, der Lebensumgebung und einander in möglichst allen Aspekten zu entsprechen, aber offenbar muss erst alles, was einst für die Intuition selbstverständlich war, durch den Verstand gedreht werden. An der Stelle sind wir dann eigentlich schon in der mentalen Evolution, die dringend auf ihre gesellschaftliche Initiierung wartet. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Individuen hat ja schon damit begonnen. Über ihre Bedenken setzen sich die Entscheider jedoch einfach hinweg, ohne sie verstanden zu haben. Die Programme die auf Entscheidungen angewendet werden, lassen das nicht zu, sie sind für eine Auflösung der Miesere ungeeignet. An der Stelle wäre jetzt das Einstein-Zitat passend, “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind”. Diese Denkweise versteht offenbar auch nicht, wovon er da spricht.

Das Erfolgsrezept unserer Vorfahren war Altruismus, so weit das Gehirn in der Lage war, Menschen (auch sensible, die beispielsweise Tiere lieben und ihnen kein Leid zufügen wollen > das sind Werte, die gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil sie gegen die profitschwere Fleischproduktion, und den unersättlichen, krankmachenden Hunger der danach geweckt wurde, sprechen) in seiner Umgebung sozial zu verwalten. Da müssen wir heute einfach in ganz anderen Dimensionen denken/fühlen lernen, und zwar umgehend, denn die junge Generation hat nicht mehr die Zeit darauf zu warten bis die “unverbesserlichen Traditionalisten” ausgestorben sind. Nicht ohne Grund wagen sich heute auch immer mehr über 50 und 60 Jährige in die Welt der sozialen Netzwerke. Während sich unser Gehirn in Netzwerken bewegt, spinnt es selber welche, und die (zumindest intuitive) Intelligenz nimmt dabei zu.

Sensiblen Menschen die von Zukunftsbesorgnis geplagt sind wird vorgeworfen, realitätsfremd zu sein. Von Cassandrasyndrom und Weltuntergangshysterie ist dann die Rede. Ja, der Wahnsinn ist normal geworden. Wer noch umfassend (weitsichtig / zukunftstauglich / viele Relevanzen) funktioniert wird ausgegrenzt, was nicht selten dazu beiträgt, dass Betroffene sich zutiefst verunsichert fühlen. Das war bei mir auch lange so. Seit ich vegan lebe, sehe ich die Dinge klarer und habe endlich auch den Mut (das Gewissen und die eigeninitiativ umgesetzte geeignete nachhaltige Lebensweise), sie auszusprechen – naja, manchmal…

Nachhaltig zu leben ist erfüllender als alles andere, weil das Gehirn weiß, dass es gut ist. Anders werden wir niemals ein erfülltes, glückliches Leben führen, dafür ist dieses Organ einfach schon zu lange in Entwicklung, und viel zu ausgetüftelt, als dass wir uns selbst bescheißen könnten. Ignoranz bringt auch überhaupt nichts, denn sich vom Falschen nicht abgeschreckt zu fühlen und es deswegen fortzuführen hat zwingend zur Folge, dass es dann über einen selbst hereinbricht. Es fällt auf uns zurück – alles.

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