Es sind nicht diejenigen realitätsfremd die sich für eine bessere Welt einsetzen, sondern jene die ignorieren, dass das Erfordernis, in Balance mit seiner Lebensumgebung zu bleiben, permanent besteht, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dem nicht Folge zu leisten und stattdessen seine Lebensgrundlage zu zerstören ist realitätsfremd – nicht umgekehrt.
Allein in den USA produzieren Nutztiere für den menschlichen Verzehr 130 mal mehr Exkremente als die ganze Weltbevölkerung… > Artikel.
Eine biologische Substanz, die über einen Raum hergefallen ist, weicht nicht mehr gerne zurück. Schon das Wort einschränken – keine Chance. Wer das von den Menschen verlangt, kriegt sie nicht rum. Affen wollen Zucker, Aussicht auf Belohnung. Ein Gehirn denkt und handelt nicht wider das eigene Wohlbefinden, allerdings kann man damit so fix rechnen, dass es schon wieder simpel wird, diesen Parameter positiv zu nutzen – der Erfolg von Religionen basiert darauf. Der Werbeindustrie gelingt es jeden Tag, uns die seelenlosen Massenabsonderungen berechnender Existenzen als “wertig” zu verkaufen. So mancher Mensch wurde auf diesem Weg bereits vergiftet, denn es geht dabei längst nicht mehr um ihn.
Und nun ist die Politik dran Schuld, die Wirtschaft, aber doch nicht der einzelne Autofahrer, Plastikverbraucher und Tierproduktekonsument, dem das Leiden anderer völlig egal ist. Daher muss die Politik bei konsequenten Maßnahmen mit Stimmverlusten rechnen. Und die Lobbys sind mächtig, mit denen will man es sich auch nicht verscherzen. Man macht sich besser die “starken” Giftabfallproduzenten zum Freund als sich dafür zu engagieren, die zu mehr Begabten zu fördern, die Jugend besser zu bilden oder die Übervorteilten zu schützen. Dieses wert(e)vollste aller Engagements muss selbst zusehen, woher es seine Mittel bekommt. Profit entsteht wenn man sich mehr herausnimmt als man gibt – genau genommen ist das schon Diebstahl, weil er nur durch Ausbeutung und Enteignung anderer gemacht werden kann. Wäre alles Geld das fließt verDIENT, würde diese Welt ganz anders aussehen, und wir bräuchten auch keine Klimakonferenzen!
Zu Gier muss man sich vergegenwärtigen, dass sie nicht erfüllbar ist. Sie kennt kein Genug, auch die Ressourcen von zehn Planeten können ein Fass ohne Boden nicht voll machen. Die wahre und nach wie vor beste (weil umfassendste) ökonomische Leistung des Menschen war sein Altruismus. Profitdenken hat das Gegenteil an ihm bewirkt – wir sind unwirtschaftlicher geworden als wir es je waren. Das fällt natürlich keinem auf, weil jeder davon ausgeht, mit Geld herumrechnen zu können sei schon alles. Zu allem Überfluss verwechselt er dann noch Resignation mit “Realismus” – dabei ist er ganz weit weg davon, die Realität überhaupt zu sehen. Zu viel Schein davor… Wären Fakten für uns wirklich entscheidungsrelevant – tja, dann würden wir ihnen entsprechen, tun wir aber gar nicht.
Die Ironie an dem Ganzen ist: Fehler die alle machen, fallen uns nicht als solche auf. Wohl sind sie an den Schadwirkungen erkennbar – aber die halten wir dann ja auch für normal, so dass wir nur an den Symptomen rumdoktorn. Daraus gehen dann wieder neue hervor – und es entstehen daran (evolutionär) neue Märkte. Wenn wir die Ursachen an den Eiern hätten, gäbe es sehr viele Berufe und “Produkte” nicht mehr – dafür eine Menge neuer, spannender und erfüllender Aufgaben – für jeden. Doch dorthin kann es nicht gehen, so lange wir alles beim Alten lassen.
Geld entwertet alles, beziffert die einen Aspekte des Lebens unrealistisch, lässt die Unbezifferbaren durch den Rost fallen, nährt Schmarotzer, die nichts leisten, sondern nur noch Geld “machen”, indem sie andere enteignen. Status ist reiner Selbstzweck geworden, der völlig losgelöst von der Bedeutung eines Menschen für das Wohl anderer abgebildet werden kann.
Wir können so nicht weitermachen. Aber wen von denen, die über die Köpfe vieler hinweg entscheiden, interessiert das? – Fast möchte man den Eindruck gewinnen, sie denken nur an Sklavenplätze um Menschen zu “versorgen”, die sonst zu viel Zeit hätten nachzudenken, und die Interessen derer die immer noch nicht “genug” Geld haben. Als gäbe es das je!
Materielle Belohnung zerstört den natürlichen Altruismus. Das Geldsystem hat ihn ersetzt, erreicht jedoch nicht annähernd dessen umfassende Komplexität, scheitert daher an der Vielwertigkeit selbiger. Durch (Über)Regulierung wird nur noch alles komplizierter, die Entsprechung kann damit nur noch schlechter gelingen.
Nachdem ich den Film Earthlings ein Stück weit (hielt ihn nicht durch) gesehen hatte, weinte ich mich leer und war dann erst einmal fertig mit der Monster- ähm Menschenwelt… Kein Horrorfilm der je gedreht wurde, reicht an die reale Brutalität und Grausamkeit die da tagtäglich stattfindet heran. Niemand, der noch so etwas wie ein menschliches Herz hat, kann das wollen, trotzdem unterstützen die meisten von ihnen aus purer Gewohnheit unvorstellbare Grausamkeiten und Leiden. Ignoranz ist (dasselbe wie) Dummheit. Durch Duldung und billigende Inkaufnahme können wir selbst das nicht überwinden, was wir bereits als falsch erkannt haben.
“Amok”. Der Begriff benennt eine plötzliche, willkürliche, nicht provozierte Gewaltattacke mit tödlichem oder zumindest erheblich destruktivem Ausgang, gefolgt von Amnesie, Erschöpfung, mitunter auch Selbstverstümmelung oder Selbsttötung.
Da geht es wieder durch die Medien, dieses Wort, mit dem jene die damit in Winnenden in Berührung kamen, heute andere Eindrücke verbinden, als wir Ahnungslosen, die nur darüber reden müssen. Wohl bekam ich die Geschehnisse in meinem Twitterstream mit – und schwieg bis jetzt. Wie müssen sich jene gefühlt haben, neben denen plötzlich Menschen von tödlichen Kugeln getroffen zusammensanken? – Das frisst sich einem ins Gehirn. Die verzweifelten Liebenden die jemanden verloren, die Wut, die Trauer, der Schmerz. Was sich aber dem ins Gehirn gegraben haben muss, der sowas tut! – Das fängt nicht erst durch Computerspiele an zu wirken. Diese sind bereits ein Symptom, und kein sehr zuverlässiges, denn viele tun es und erschießen trotzdem keine Menschen.
Niemand will einen solchen Amoklauf miterleben, und es ist verständlich, dass das reale Erleben, dass etwas so schlimmes tatsächlich geschehen kann, dazu führt, nach Maßnahmen Ausschau zu halten, die weitere Begebenheiten dieser Art verhindern. Mir Entsetzen schreibe ich auf, was mir eben durch den Kopf schoss, nämlich dass dies nicht das letzte Ereignis dieser Art gewesen sein dürfte, und sogar davon auszugehen ist, dass sich Variationen entwickeln werden. Denn was heute genug war, ist morgen schon wieder zu wenig.
Die bösen Computerspiele sind jetzt wieder in den Fokus gerückt. Es muss schließlich ein Schuldiger gefunden und bestraft werden. Der Amokläufer gilt nicht als voll und ganz zurechnungsfähig, und außerdem ist er tot. “Man” sieht Handlungsbedarf, Regulierungsüberlegungen machen sich breit, weil wir ja eh keine anderen Sorgen haben. Wenn in der Bürokratie was schief läuft, läuft im bürokratischen Gehirn das Regulierungsparadigma ab. Der Druck wird mit enger werdendem Spielraum doch nur größer.
Millionen von Computerkids reagieren sich an den Bildschirmen ab oder haben einfach nur Spaß. Dann und wann gibt es einen, für den reicht das was er aus Computergames bezieht eben nicht, zumal er als Einzelgänger wenig Gelegenheiten haben dürfte, auf WLan-Partys vorstellig zu werden und sich über das gemeinsame Interesse zu sozialisieren. Interessant wäre doch mal sich damit zu befassen, wie viele von einschlägigen Spielen davon abgehalten werden, Gewalt real ausüben zu wollen. Da sie ja nicht auffällig werden, tut das aber kaum einer.
Was wird mit dem tief liegenden Bedürfnis, sich virtuell auszutoben passieren, wenn es diese Computerspiele nicht mehr gibt? – Hm? – Lässt man Die Jungen dann wieder über Wiesen tollen oder wilde Lagerfeuer an See- oder Flussufern entzünden? – Wohl kaum. Ein Verbot von Gewaltspielen generiert weder Einsicht noch Haltung. Mit jeder Regulierung dürfen alle immer weniger. Da platzt eben dann und wann einem stärker Benachteiligten der Kragen. Mit (trügerischer) Sicherheit hingegen geht lediglich Freiheit verloren.
Winnenden ist ein Beispiel mehr, das aufzeigt, dass unsere Kinder uns brauchen, und wir uns ihnen nicht von Konsum und Wirtschaft wegstehlen lassen dürfen. Es mag ja das Gewissen beruhigen, stattdessen Verbote zu fordern, aber Lösung ist es keine.
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Jeder kann doch mit Geld rechnen, nicht? Wer auf andere Dinge WERT legt, ist eben unangepasst und fällt durch den Selektionsfilter. Geschieht ihm ganz recht. Die Entwicklung wird sich an dem ausgestalten, woran Gehirne sich or... - Sep16Denkumkehr
Der Mensch begehrt was er sieht überwiegend weil er es sieht, nicht, weil er es zum Überleben braucht. Ein paar Konsumbewusste reichen daher nicht, um was zu ändern, wohl aber dafür, Änderungen anzustoß...







